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Die Deutsche Bank verpulvert neues Kapital für Boni

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle darüber geschrieben, dass die Führungsetage der Deutschen Bank kaum Aktien des Unternehmens besitzt, und es somit nicht verwunderlich ist, dass das Unternehmen sich nicht besonders gut um seine Aktionäre kümmert. Heute will ich noch einen draufsetzen und über die abenteuerliche Kapitalverwendung bei der Deutschen Bank schreiben (ich habe nachgerechnet).

Als Anleger sollte einem bewusst sein, dass die Aktienanzahl eines Unternehmens keine fixe Größe ist. Es gibt Aktiensplits (oder sogar umgekehrte Splits), die aber nur die Anzahl der Aktien verändern, und an der Unternehmensbewertung nichts ändern. Dann können noch Aktien zurückgekauft werden, wodurch sich der Gewinn auf weniger Aktien verteilt, und, um zusätzliches Kapital einzusammeln, können auch neue Aktien ausgegeben werden, was den Gewinn je Aktie verwässert.

Die Deutsche Bank hat in den letzten Jahren fleißig von Letzterem Gebrauch gemacht. Seit 2010 hat das Unternehmen vier Mal neues Kapital aufgenommen, in den Jahren 2010, 2013, 2014 und 2017. Nun ist die Deutsche Bank kein junges Wachstumsunternehmen. Das Geld wurde gebraucht, um das etablierte Geschäft am Laufen zu halten. Insgesamt wurden bei diesen vier Kapitalerhöhungen 29,66 Mrd. Euro eingesammelt. Der Börsenwert der Deutschen Bank betrug Mitte dieser Woche gerade einmal circa 12,7 Mrd. Euro.

Die Anzahl der Aktien hat sich seit 2008 circa vervierfacht. Anders ausgedrückt: Wer die Aktie kurz vor der Finanzkrise gekauft hat, dessen Anteil an zukünftigen Gewinnen ist mittlerweile aufgrund der massiven Verwässerung um ungefähr drei Viertel gesunken. Das ist einer der Gründe, wieso die Aktie der Deutschen Bank seit dem Frühjahr 2007 fast 95 % an Wert verloren hat.

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Jetzt ist aber die Frage noch nicht geklärt, was die Deutsche Bank mit dem ganzen Geld, das eingesammelt wurde, weil das vorhandene Kapital immer wieder nicht gereicht hat, gemacht hat. Eine Antwort dafür: Boni. Die Summe der Boni summiert sich seit 2010, eine Phase von sehr enttäuschender geschäftlicher Entwicklung, auf unglaubliche 24 Mrd. Euro. Das ist nicht nur doppelt so viel wie die aktuelle Marktkapitalisierung, sondern auch erschreckend nah an den fast 30 Mrd. Euro, die man in diesem Zeitraum an frischem Kapital benötigt hat. Diese Tabelle macht das Ausmaß deutlich:

Es ergibt sich ein sehr einfaches Bild von der Situation und eine sehr einfache Lektion für Anleger. Die Deutsche Bank hat sich in den letzten Jahren geweigert, ihre Kostenstrukturen an die geschäftlichen Umstände anzupassen. Deswegen hat sie Unmengen neues Kapital aufnehmen müssen, auf Kosten der Anleger. Wenn ein Unternehmen bestehende Aktionäre verwässert, aber nicht, um in vielversprechendes Wachstum zu investieren, ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Wenn ein Unternehmen, noch schlimmer sogar eine Bank, nicht Buch führen kann oder will, bedeutet das für Anleger meistens nichts Gutes.

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Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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