Allianz-Aktie über 250 Euro: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Kauf oder Ausstieg?

Das Stadion des FC Bayern München, die Allianz Arena
Foto: Alexander Fox | PlaNet Fox via Pixabay

Die Allianz-Aktie (WKN: 840400) gehört zu den Favoriten der deutschen Anleger. Dies mag vor allem an der Medienpräsenz und der hohen Durchdringung der deutschen Gesellschaft mit Versicherungsdienstleistungen liegen.

Als traditionelles Mitglied des Deutschen Aktienindex DAX 40 genießt das Münchener Unternehmen großes Vertrauen. Dieses konnte in den letzten Jahren sogar deutlich gefestigt werden. 

Seit der Finanzkrise 2008, die den Aktienkurs stark in Mitleidenschaft zog, kennt die Aktie nur noch eine Richtung: nach oben. Von knapp über 50 Euro kletterte die Aktie mehr oder weniger kontinuierlich auf zuletzt über 250 Euro – ein Zwischenhoch. Für ein Allzeithoch braucht es allerdings noch etwas mehr. Dieses wurde zum Ende der Dotcom-Ära, Anfang 2000, mit über 380 Euro erreicht.

Allianz-Aktie auf Zehn-Jahres-Hoch

Das aktuelle Zehn-Jahres-Hoch dürfte manchem Aktionär zum Philosophieren über die weitere Kursentwicklung anregen. Eine Frage könnte sein, ob man nachkaufen, verkaufen oder die Position einfach halten soll. Die Beantwortung dieser Frage ist aufgrund der individuellen Risikopräferenzen natürlich stark subjektiv geprägt. 

Betrachtet man jedoch das vergangene Geschäftsjahr, so fällt der Gesamteindruck positiv aus. Das gesamte Geschäftsvolumen konnte um 5,5 % auf 161,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Ähnlich verlief die Entwicklung beim Betriebsergebnis, das um 6,7 % auf 14,7 Mrd. Euro anstieg. 

Einen größeren Sprung machte dagegen die Dividende. Auf der kommenden Hauptversammlung wird eine Ausschüttung von 13,80 Euro vorgeschlagen. Gemessen am letzten Aktienkurs von rund 253 Euro (Stand: 6.3.24) entspräche dieser Wert einer Dividendenrendite von 5,5 %.

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Darüber hinaus hat das Unternehmen seit 2017 regelmäßig eigene Aktien zurückgekauft. Ihr Wert lag bei kumuliert 12,5 Mrd. Euro. Auch für das Jahr 2024 wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Es beläuft sich auf eine Milliarde Euro und setzt die Tradition fort.

Weiterhin günstige Bewertung

Betrachtet man die Marktkapitalisierung von derzeit rund 96 Mrd. Euro, so erscheint diese im Verhältnis zu den bisher erzielten Umsätzen und Erträgen (9,1 Mrd. Euro Jahresüberschuss) äußerst moderat. Aber auch gemessen an den zukünftigen Erträgen wird die Aktie nur mit einem geringen Ergebnismultiplikator gehandelt. Konkret liegt dieser bei 10,2 (Stand: 6.3.24, Morningstar).

Das erwartete operative Ergebnis für 2024 wird dabei vom Unternehmen selbst auf 14,8 Mrd. Euro plus/minus einer Mrd. Euro geschätzt, was einer weiteren Steigerung von rund 4 % gegenüber dem Wert aus dem Vorjahr 2023 entsprechen würde.

Auch bei den Ausschüttungen und Aktienrückkäufen will man progressiver werden. Die Ausschüttungsquote soll um 10 Prozentpunkte auf 60 % erhöht werden. Darüber hinaus soll überschüssiges Kapital flexibel in Aktienrückkäufe fließen. Die solide Solvency-II-Quote von über 200 % spricht für sich und sollte noch einiges mehr zulassen.

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Aktienrückkäufe und Wachstum könnten den Kurs der Allianz Aktie weiter beflügeln

Langfristig könnten diese Maßnahmen dem Aktienkurs Rückenwind verleihen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Umfeld für die Allianz zumindest stabil bleibt. Derzeit profitieren Versicherer noch von einer guten Preissetzungsmacht im inflationären Umfeld. Allerdings bestehen auch Risiken von Seiten der Kapitalmärkte und der Schadenentwicklung.

Fazit

Im aktuellen Umfeld ist ein sehr positives Momentum für Versicherungsaktien zu erkennen. Dies gilt so auch für die Allianz.

Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz könnte die Aktie der Allianz sogar noch Nachholbedarf haben. Ein KGV von 10 bei einer Dividendenrendite von über 5 % ist attraktiv, keine Frage. 

Zudem geht das Management derzeit von weiterem Wachstum aus, was ebenfalls positiv zu bewerten ist. Aktienrückkäufe könnten das EPS-Wachstum sogar noch beschleunigen.

Von der Bewertungsseite her wäre also Potenzial vorhanden, weiter in Richtung Allzeithoch zu marschieren. Allerdings ist zu bedenken, dass die Aktie dem Finanzsektor zuzuordnen ist und entsprechend sensibel auf Entwicklungen am Kapitalmarkt reagieren kann.

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Frank Seehawer besitzt Aktien der Allianz. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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