Ist das DER Turnaround-Kandidat für 2024?

Ein Geschäftsmann im Anzug blickt erstaunt und überrascht auf seinen Laptop
Foto: Andrea Piacquadio via Pexels

Ein flüchtiger Blick auf den Kursverlauf der Aktie von Volkswagen (WKN: 766403) genügt, um feststellen zu können, dass der deutsche Autobauer vor fundamentalen Schwierigkeiten steht. Denn während der deutsche Leitindex seit dem 01.01.2022 eine Rendite von 20,3 % vorweisen kann, liegt die VW-Vorzugsaktie mit einem Kursverlust von -0,4 % deutlich zurück (Stand: 15.12.2023).

Nichtsdestotrotz scheint die Lage der Wolfsburger nichts aussichtslos. Denn während der Nachrichtenfluss von Januar bis Ende Oktober überaus negativ geprägt war, scheint sich das Blatt in den letzten Wochen gewendet zu haben. So beläuft sich die Rendite seit dem 26.10.2023 auf über 18 %. Folglich stellt sich für Anleger eine entscheidende Frage. Handelt es sich hierbei nur um ein Strohfeuer oder gelingt dem Autobauer im neuen Jahr ein nachhaltiger Turnaround?

Das spricht für einen Turnaround

Aus meiner Sicht scheint das VW-Management in diesem Jahr die Herausforderungen und Probleme des Unternehmens erkannt zu haben. Das mag zunächst trivial klingen. Dennoch stellt diese Erkenntnis eine wesentliche Voraussetzung für einen Turnaround dar. So war es beispielsweise der VWs Chief Operating Officer Thomas Schäfer, der seinem eigenen Unternehmen eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit attestiert hat.

Kein Wunder, dass dies medial ausgeschlachtet wurde und folglich auch unter den Investoren für Aufsehen gesorgt hat. Wenngleich Aussagen dieser Art für Kursverluste sorgen können, zeugen die Worte von Thomas Schäfer von einer notwendigen Veränderungsbereitschaft.

So steht das Management kurz vor der Verabschiedung eines Spar- und Effizienzprogrammes, das bis zu 4.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung kosten könnte. Keine Frage, für die Mitarbeiter des Autobauers sind das keine guten Nachrichten. Sollte es dem Konzern jedoch gelingen, effiziente Unternehmensstrukturen zu etablieren, könnte der Aktienkurs langfristig deutlich profitieren.

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Des Weiteren scheint VW auch die Softwaresparte Cariad in den Griff zu bekommen. Denn während Volkswagen den langfristigen Abbau von 600 Arbeitsplätzen bei Cariad verlautbaren ließ, wurde im Herbst mit Sanjay Lal eine interessante Personalie in den Konzern geholt. So verfügt der Manager über Berufserfahrung bei Alphabet, Tesla, Rivian & Cisco und könnte zur Schlüsselfigur im Cariad-Turnaround werden.

Operative Erfolge

Während sich der VW-Konzern organisatorisch langsam aber doch umstrukturiert, konnte das Unternehmen erfreuliche Absatzzahlen im vergangenen November verbuchen. So konnte der Konzern auf Jahressicht mit 8,3 Millionen um 11,9 % mehr Fahrzeuge als im besagten Vorjahreszeitraum ausliefern.

Besonders erfreulich ist das positive Momentum im November in VWs wichtigstem Absatzmarkt China. Denn hier wurden im November insgesamt 296.100 Fahrzeuge ausgeliefert. Im Vergleich zum November 2022 beträgt der Zuwachs somit 32,4 %.

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Nichtsdestotrotz sollte man den Tag nicht vor dem Abend loben. Denn erst die Quartalszahlen werden zeigen, wie sich die Marge der Wolfsburger entwickelt hat. So könnte der Preiskampf mit anderen Autobauern für ein Absatzplus gesorgt haben, das sich aufgrund einer sinkenden Marge nicht im Unternehmensgewinn widerspiegeln muss.

Fazit

Alles in allem scheint sich beim schwerfälligen Autobauer Volkswagen in den letzten Monaten etwas zu bewegen. Spät aber doch. Denn ein Blick auf die Unternehmensbewertung des VW-Konzerns zeigt, dass der Kapitalmarkt Marken mit geringen Margen wie Volkswagen oder Skoda sogar einen negativen Unternehmenswert beimisst.

Sollte daher das Management die ausgegebene Zielrendite der Marke Volkswagen von 6,5 % bis ins Jahr 2026 erreichen können, gehe ich von einem deutlich steigenden Aktienkurs aus. Denn im ersten Halbjahr 2023 betrug die Rendite lediglich 3,8 %. Folglich wird die Erreichung dieses Ziels zur Bewährungsprobe des Managements. Sollte das Management den Kapitalmarkt wieder enttäuschen, könnte dies neuerliche Verkaufswellen nach sich ziehen.

Alles in allem bleibt die Aktie von Volkswagen ein heißes Eisen. Daher sollte man als Anleger das Risiko über die Positionsgröße und über ein diversifiziertes Portfolio managen.

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Michael besitzt Aktien von Volkswagen und Alphabet. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet und Tesla.

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