Realty Income hat fast 1 % weniger Dividendenrendite als W. P. Carey: Woran liegt das? (Es sind fast 5 % und fast 6 %!)

Ein 100€-Schein der zu einem Haus gefaltet wurde steht auf weiteren Scheinen.
Foto: moerschy via Pixabay

Realty Income (WKN: 899744) und W. P. Carey (WKN: A1J5SB) sind zwei in meinem Portfolio prominent vertretene REITs. Allerdings fällt mir immer mehr auf, wie unterschiedlich die Aktien bewertet sind. Der bekanntere, monatlich ausschüttende Name kommt bei einer Dividende je Aktie von 0,255 US-Dollar und Monat derzeit auf ca. 4,9 % Dividendenrendite.

W. P. Carey hingegen schüttet 1,067 US-Dollar pro Vierteljahr an die Investoren aus. Bei den aktuellen Aktienkursen liegt die Dividendenrendite damit bei fast 5,9 %. Ein doch recht deutlicher Unterschied, aber woher kommt er eigentlich?

Gehen wir auf Spurensuche. Ich glaube, dass es schon ein paar Gründe geben kann. Eine attraktivere, monatliche Dividende wie die von Realty Income dürfte jedoch kein fundamentaler Auslöser sein.

W. P. Carey und Realty Income: Unterschiedliches Ausschüttungsverhältnis?

Clever gedacht von dir: Das Ausschüttungsverhältnis kann natürlich ein fundamentaler Grund sein. Sehen wir uns das also zunächst an, um zu überprüfen, ob es hier bereits einen signifikanten Unterschied gibt.

Realty Income kam im Geschäftsjahr 2022 auf Funds from Operations in Höhe von 3,92 US-Dollar auf bereinigter Basis. Das Ausschüttungsverhältnis liegt gemessen an der Jahresdividende von 3,06 US-Dollar entsprechend bei ca. 78 %. W. P. Carey hingegen besitzt eine aufsummierte Jahresdividende von 4,268 US-Dollar sowie bereinigte Funds from Operations je Aktie in Höhe von 5,29 US-Dollar. Mit einem Ausschüttungsverhältnis von ca. 80 % tun sich beide REITs also aktuell vergleichsweise wenig. Einen signifikanten Unterschied erkennen wir daher nicht.

W. P. Carey ist derzeit wiederum mit einem Kurs-FFO-Verhältnis von ca. 14 bepreist, wohingegen Realty Income auf einen Wert von 15,7 kommt. Wir können daher als erstes Zwischenfazit durchaus sagen: Es gibt leichte Unterschiede in der fundamentalen Bewertung, die Auslöser sein können.

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Höheres Dividendenwachstum …?!

Nun müssen wir uns natürlich fragen, ob diese Unterschiede in der fundamentalen Bewertung gerechtfertigt sind. Ein erster Anhaltspunkt kann ein höheres Dividendenwachstum sein. Übrigens: Im Idealfall einhergehend mit einem operativen Wachstum. In der Tat glänzt Realty Income hier zunächst mit einem Wachstum bei den Funds from Operations je Aktie von zuletzt 9,2 % im Geschäftsjahr 2022. W. P. Carey kam hingegen auf einen Zuwachs von 5,2 %. Beides nicht schlecht, aber der monatliche Zahler hat ein deutlich höheres operatives Wachstum gezeigt.

Auch beim Dividendenwachstum gibt es bei W. P. Carey seit Jahren lediglich 0,2 US-Dollar je Vierteljahr oder in Ausnahmen mal 0,3 US-Dollar, jedenfalls lediglich den Bruchteil eines US-Cents. Mit einem Gesamtdividendenwachstum von unter 1 % pro Jahr sehen wir lediglich leichte Verbesserungen. Realty Income erhöhte hingegen die Dividende je Aktie in den vergangenen Jahren teilweise höher. Zuletzt sogar in diesem Jahr von 0,2485 US-Dollar auf 0,2545 US-Dollar je Monat, was zeigt: Beim Dividendenwachstum scheint der monatliche Zahler ebenfalls vorne zu liegen.

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Unterm Strich existieren daher auch beim Wachstum und Dividendenwachstum Gründe, weshalb Realty Income ein gewisses Premium besitzt. Aber W. P. Carey ist mit dem Kurs-FFO-Verhältnis von 14 inzwischen eher nach Stagnation als nach moderatem Wachstum bewertet. Auch das sollten wir nicht vergessen.

Realty Income & W. P. Carey: Das Fundament

Blicken wir zuletzt noch auf das Fundament der beiden REITs. Generell haben sie wesentliche Gemeinsamkeiten: Triple-Net-Lease-Verträge, ein diversifiziertes Immobilienportfolio über verschiedene Branchen sowie mehr als 1.000 Immobilien. Doch steckt auch hier der Teufel im Detail.

Realty Income verfügt inzwischen über ein Immobilienportfolio mit mehr als 12.400 Einheiten. W. P. Carey schafft es hingegen auf 1.449 Einheiten. Ein großer Unterschied? Keine Frage: Ja! Bei der Aktie des monatlichen Ausschütters sind die Investoren daher offenbar aufgrund der Breite und Stabilität bereit, etwas mehr Premium zu bezahlen. Aber der Verfolger ist ebenfalls alles andere als klein, etabliert und kann auf Qualitäten hindeuten.

Übrigens: Bei der Bilanz sind beide in etwa gleich gut kapitalisiert, was Eigenkapital und Fremdmittel angeht. Unterm Strich können wir daher sagen, dass es Gründe für die verschiedenen Bewertungen von W. P. Carey und Realty Income gibt. Insbesondere das operative Wachstum, das Dividendenwachstum und das Fundament sowie die Breite mögen solche Bewertungsfaktoren sein. Welcher REIT im Moment der klare Favorit sein sollte, lässt sich daran jedoch nicht zwangsläufig ableiten.

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Vincent besitzt Aktien von Realty Income und W. P. Carey. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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