Deutsche Telekom-Aktie: Ist ein Sprung auf 30 Euro realistisch?

Figuren von Bulle und Bär als Symbol für steigende und fallende Aktien an der Börse
Foto: Christoph Gössel

Die Aktie der Deutschen Telekom (WKN: 555750) ist sicher nicht die beliebteste Wahl am Markt. Über die letzten 20 Jahre hat sich der Aktienkurs tatsächlich auch kaum vom Fleck bewegt. Grund dafür waren die durchwachsenen Geschäftszahlen.

In den letzten zehn Jahren hat sich das Blatt aber dramatisch gewendet. Inzwischen kann die Telekom sowohl den Umsatz als auch den Gewinn wieder kontinuierlich steigern. Und das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Im Januar hat der Aktienkurs sogar zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren die Marke von 20 Euro übersprungen.

Ist es jetzt vielleicht an der Zeit, die Aktie genauer zu betrachten? Vielleicht steigt der Kurs ja schon bald auf 30 Euro? Schauen wir uns die Zahlen des letzten Geschäftsjahres an, um das herauszufinden.

Die Telekom-Aktie springt auf den höchsten Stand seit 20 Jahren

Die Telekom-Aktie hat in den letzten Jahren kräftig zugelegt. Allein in den letzten zwölf Monaten ist der Kurs um über 30 % auf aktuell 21,24 Euro gestiegen (Stand: 03.03.2023). Damit gehörte die Aktie zu den stärksten Performern in diesem Zeitraum. Tatsächlich steigt der Aktienkurs aber schon seit vielen Jahren fast schon kontinuierlich.

Einer der wesentlichen Gründe dafür sind die starken Ergebnisse der US-Tochter T-Mobile (WKN: A1T7LU). Die Tochter ist an der Börse deutlich mehr wert als die Telekom selbst. Aktuell besitzt die Telekom knapp die Hälfte der T-Mobile-Aktien. Und allein dieser Anteil ist mehr als 80 Mrd. Euro wert. Der gesamte Telekom-Konzern wird dagegen an der Börse aktuell „nur“ mit 105 Mrd. Euro bewertet.

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Die Geschäftszahlen von T-Mobile finden sich aber auch in der Bilanz der Telekom wieder und beflügeln die Gewinne. Im letzten Geschäftsjahr ist der Gewinn je Aktie auf 1,61 Euro gestiegen. Das ist eins der besten Ergebnisse der Unternehmensgeschichte! Kein Wunder also, dass die Aktie wieder Gas gibt.

Tatsächlich zahlt man für die Aktie trotz Kursrally nur das 13-Fache des letzten Jahresgewinns. Noch dazu ist die Telekom ein verlässlicher Dividendenzahler. In diesem Jahr wird die Ausschüttung auf 0,70 Euro je Aktie angehoben. Das ergibt eine Rendite von 3,3 %.

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Springt die Aktie bald über die Marke von 30 Euro?

Scheinbar ist die Aktie also immer noch günstig bewertet und ein Sprung auf mehr als 30 Euro nur eine Frage der Zeit, oder?

Tatsächlich spricht einiges dafür, dass T-Mobile auch in den kommenden Jahren weiterwachsen und damit die Gewinne der Konzernmutter antreiben wird. Aber eigentlich ist die Telekom-Aktie nicht so günstig bewertet, wie es den Anschein hat. Denn in der Bilanz schlummert eine Nettoverschuldung von inzwischen 142 Mrd. Euro!

In den letzten Jahren sind die Zinszahlungen mit der steigenden Verschuldung schon kontinuierlich auf inzwischen 5,6 Mrd. Euro gestiegen. Angesichts des steigenden Zinsniveaus ist damit zu rechnen, dass auch auf die Telekom in den nächsten Jahren steigende Zinsen zukommen werden.

Das könnte die Erfolge im operativen Geschäft relativieren und den Höhenflug der Aktie bremsen. Ob wir bald Kurse jenseits von 30 Euro je Aktie sehen, wird deshalb wahrscheinlich auch davon abhängen, wie schnell die Telekom die Verschuldung verringern kann. Bisher sieht es auf dieser Baustelle aber eher schlecht aus. Seit mehr als zehn Jahren wächst der Schuldenberg Jahr für Jahr.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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