Snap-Aktie: Warum sie um 32,74 % einbricht

Snap (WKN: A2DLMS)-Aktien sind seit Beginn der Börsentalfahrt im November 2021 deutlich stärker als der breite Markt gefallen. Vom Hoch sind es mittlerweile mehr als 88 %. Nach der Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal 2022 gaben sie heute auf Xetra noch einmal um 32,74 % nach (21.10.2022).
Snap vergrößert den Verlust
Der Umsatz stieg zwar um 6 % auf 1.128,5 Mio. US-Dollar, aber der Verlust vergrößerte sich von -71,96 auf -359,5 Mio. US-Dollar deutlich. Darin enthalten sind Restrukturierungskosten in Höhe von 155 Mio. US-Dollar. Das bereinigte EBITDA sank trotzdem immer noch um 58 % auf 72,64 Mio. US-Dollar.
Hauptgrund für die Verluststeigerung sind geringere Marketing-Einnahmen, die das Ergebnis einer hohen Inflation und des Kostendrucks bei vielen Unternehmen sind.
Der Snap-Umsatz verfehlte die Erwartungen von 1,14 Mrd. US-Dollar leicht. Der durchschnittliche Umsatz je Nutzer lag mit 3,11 US-Dollar ebenfalls unter den Schätzungen von 3,17 US-Dollar.
Die Zahl der täglichen Nutzer stieg um 19 % auf 363 Mio. und schlug damit die Erwartungen, die bei 358 Mio. lagen.
Innerhalb der ersten drei Quartale 2022 wuchs der Umsatz um 17 % auf 3.302,1 Mio. US-Dollar. Doch auch in diesem Zeitabschnitt vergrößerte sich der Verlust von -510,5 auf -1.141,2 Mio. US-Dollar.
CEO-Einschätzung
„In diesem Quartal haben wir Maßnahmen ergriffen, um unser Geschäft weiter auf unsere drei strategischen Prioritäten zu fokussieren: Wachstum unserer Community und deren verstärkte Nutzung unserer Produkte, die Beschleunigung und Diversifizierung unseres Umsatzwachstums und Augmented-Reality-Investitionen. Das Wachstum unserer Community auf 363 Mio. täglich aktiver Nutzer, ein Anstieg von 19 % im Vergleich zum Vorjahr, erweitert unsere langfristigen Chancen, während wir durch dieses volatile makroökonomische Umfeld navigieren“, so der Snap-CEO Evan Spiegel.
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Snap-Ausblick und -Maßnahmen
Die Aktien fallen aber auch deshalb noch einmal deutlich, weil Snap aufgrund der aktuellen Unsicherheiten keinen Ausblick geben kann.
Snap hatte bereits Ende August 2022 den Abbau von 1.300 Stellen (etwa 20 % des Personals) angekündigt. Bisher zeigt diese Maßnahme noch keine Wirkung. Der Konzern hat jetzt ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 500 Mio. US-Dollar innerhalb der nächsten zwölf Monate angekündigt.
Derzeit leiden viele werbefinanzierte Konzerne wie Meta Platforms (WKN: A1JWVX) unter Apples (WKN: 865985) Datenschutzänderungen, die das Tracking erschweren.
Snap-Aktien sind nach dem Kurssturz mittlerweile so günstig wie nie zuvor nach dem Börsengang im Jahr 2017. Viel der vorherigen Euphorie ist verflogen. Dennoch sollten Anleger hier abwarten, bis sich tatsächlich eine Ergebnisverbesserung abzeichnet. Zu stark sind die Konkurrenz und der Verdrängungswettbewerb innerhalb der Branche.
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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Meta Platforms und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2023 $130 Call auf Apple und Long March 2023 $120 Call auf Apple.