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Fresenius-Aktie: Folgt auf den Chefwechsel der Turnaround?

Bulle und Bär Aktien Bullenmarkt
Foto: Getty Images

Die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius (WKN: 578560) sind in den letzten Jahren bereits mehr als 67 % gefallen (22.08.2022). Für viele Aktionäre mag dies eine große Enttäuschung sein, aber operativ hat sich das Unternehmen nicht im Ansatz ähnlich entwickelt.

Fresenius: Operativ besser als der Aktienkurs

So ist der Gewinn im Zeitraum 2017 bis 2021 leicht von 1.814 auf 1.818 Mio. Euro gestiegen. Der Umsatz legte von 33.886 auf 37.520 Mio. Euro zu. Auch im ersten Halbjahr 2022 fielen die Zahlen deutlich besser aus, als es der Aktienkurs vermuten lässt. In diesem Zeitraum verbesserte Fresenius seinen Umsatz voraussichtlich um 8 % auf 19.738 Mio. Euro, während der Gewinn leicht von 911 auf 913 Mio. Euro stieg.

Doch wie passen diese unterschiedlichen Entwicklungen zusammen? Auf den ersten Blick gar nicht. Allerdings wuchs Fresenius in den Jahren vor dem Kursrückgang deutlich stärker als heute und deshalb stiegen die Aktien in diesem Zeitraum auf eine relativ hohe Bewertung.

2015 lag beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 27,6. Heute (22.08.2022) beträgt es nur noch 7,8. Die aktuelle Wachstumsflaute ist somit bereits im Kurs eingepreist.

Fresenius tauscht den Vorstandschef

Den Fresenius-Inhabern schien der Kursrückgang dennoch nicht zu gefallen. Sie entlassen zum 30. September 2022 ihren langjährigen Vorstandsvorsitzenden Stephan Sturm. Er war bereits seit 2005 im Unternehmen tätig. Zunächst als Finanzvorstand, wobei er an einer Reihe von Übernahmen beteiligt war und Fresenius zu einem starken Wachstum verhalf.

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2016 übernahm er schließlich die Position des Vorstandsvorsitzenden, aber die letzten Krisen ließen kein weiteres Wachstum zu. So setzte die Corona-Ausbreitung insbesondere dem Dialysegeschäft zu. Fresenius findet heute nur noch schwer und meist nur überteuertes Personal.

Darüber hinaus verhindert die aktuelle US-Politik eine Abrechnungsanpassung an die tatsächlichen Kosten. Somit könnte Fresenius erst in ein bis zwei Jahren, spätesten jedoch nach Neuwahlen wieder stärker profitieren.

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Auf Stephan Sturm folgt Michael Sen. Er ist seit April 2021 im Vorstand für den Unternehmensbereich Fresenius Kabi zuständig. Davor war er Siemens (WKN: 723610)-Vorstandsmitglied und dort für das bei Siemens Healthineers (WKN: SHL100) gebündelte Gesundheits- sowie das Energiegeschäft verantwortlich. Von 2015 bis 2017 war er Finanzvorstand beim Energiekonzern E.ON (WKN: ENAG99).

Turnaround ist möglich

Wird ihm eine Aktienkurswende gelingen?

Sehr wahrscheinlich, denn auch ohne große Eingriffe würde sich das Geschäft in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach erholen.

Ähnlich sieht es Michael Sen: „Denn trotz der temporären Herausforderungen und Belastungen, mit denen wir zurechtkommen müssen, sind die Voraussetzungen für unseren künftigen Erfolg sehr gut: Die Märkte, in denen wir tätig sind, haben Zukunft. Wir sind mit unseren Geschäften in vielen Bereichen stark positioniert. Mit Agilität und strategisch klugen Weichenstellungen können wir unser volles Potenzial entfalten und unser Wachstumstempo wieder erhöhen.“

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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