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BioNTech und Moderna-Aktie: Was das Omikron-Geschäft bringt

Coronavirus und Börse
Foto: Getty Images

Es geht voran: Moderna (WKN: A2N9D9) hat als Erstes eine Zulassung für einen bivalenten Impfstoff erhalten, der auch auf die Omikron-Varianten abzielt. BioNTech (WKN: A2PSR2) dürfte allerdings schon in Kürze nachziehen. Für viele Menschen startet dann die nächste Impfrunde – und für die beiden mRNA-Champions der nächste Reibach.

Die Moderna-Aktie antizipiert das Omikron-Geschäft

Die Briten waren von Anfang an fixer als die meisten anderen Länder, wenn es um die Zulassung der ersten Impfstoffe gegen COVID-19 ging. Jetzt, wo die Omikron-Varianten wüten und im Winter für großen Ärger sorgen könnten, wollen die Engländer wieder frühzeitig Zugriff auf passende Dosen bekommen.

Moderna hat Anfang dieser Woche die Zulassung erteilt bekommen. Dabei handelt es sich um eine innovative Booster-Impfung, die neben Omikron, einschließlich mehrerer Subvarianten, auch noch gegen ältere Varianten schützt. Der Schritt folgt auf eine klinische Studie mit dem Kandidaten, die in praktisch jeder Hinsicht gute Resultate erzielte.

Kein Wunder also, dass die Aktie von Moderna etwas Auftrieb bekommen hat.

Diese Zulassung wird nicht die einzige bleiben

Zunächst gilt die Zulassung nur im Vereinigten Königreich, und auch dort nur für Erwachsene. Gleichzeitig werden weiterhin Studiendaten erfasst und ausgewertet, sodass gegebenenfalls einer Erweiterung auf jüngere Altersklassen stattgegeben wird.

Und so weit nicht zwischenzeitlich außergewöhnlich negative Nebenwirkungen auftreten, ist absehbar, dass andere große Zulassungsbehörden nachziehen. Wahrscheinlich innerhalb von wenigen Wochen. Im nächsten Schritt würden dann auch viele Länder mit weniger Ressourcen auf den Zug aufspringen.

Die Nachfrage könnte also sehr schnell sehr hohe Mengen erreichen. Mehr als Moderna allein kurzfristig decken kann.

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BioNTech ist ebenfalls auf dem Sprung

Hier gibt es Platz für mehrere Lieferanten. Und BioNTech ist mehr als willig, um die Lücke zu füllen. Auch der deutsche Rivale hat seinen Omikron-Booster aussichtsreich ins Studienrennen positioniert. Die Produktion und Auslieferungen könnten jederzeit hochgefahren werden. Eine erste Großbestellungen aus den USA ist bereits hereingekommen.

Ab Oktober will das deutsche Unternehmen loslegen. Wobei der in den USA favorisierte Impfstoff-Kandidat, der die Subvarianten BA.4/5 einschließt, sich vom europäischen unterscheidet, der primär BA.1 adressiert. Wahrscheinlich wird es also zunächst zwei verschiedene geben und je nach Erfolg wird sich der eine oder andere mehr durchsetzen.

Großes Geschäft, günstige Aktien?

Nachdem Anleger lange Zeit damit kalkuliert hatten, dass das Milliardengeschäft für Moderna und BioNTech nur ein kurzlebiges Strohfeuer sei, sieht es nun eher nach einer Verstetigung aus. Auf das Omikron-Geschäft könnte das Geschäft mit Impfstoffen der nächsten Generation, die eine breitere und länger anhaltende Schutzwirkung bieten, folgen. Diese wäre für viele Bevölkerungsgruppen attraktiv, gerade auch in Ländern und Regionen mit schwacher Infrastruktur im Gesundheitswesen.

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Im Kurs sind diese verbesserten Aussichten allerdings nur teilweise reflektiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der beiden liegt im mittleren einstelligen Bereich. Viele Investoren denken offenbar noch immer, dass in ein bis zwei Jahren Schluss ist mit dem Reibach.

Ich denke jedoch, dass sie dieses Geschäft noch länger ausdehnen können. Zumal sich jederzeit wieder eine gefährlichere Variante ausbilden könnte, die die Nachfrage aus der Bevölkerung befeuern würde. Und zwischenzeitlich werden Impfstoffe gegen andere Krankheiten, zugekaufte Geschäftsbereiche und vielleicht sogar erste Medikamente für zusätzliche Umsätze sorgen.

Diese Aktien sind schwer zu bewerten

Moderna und BioNTech müssen große Produktionsressourcen vorhalten, um jederzeit lieferfähig zu sein. Aber die Nachfrage ist oft genauso sprunghaft wie das Virus, und damit kaum kalkulierbar. Die Psychologie der potenziellen Impflinge schwankt zwischen Panik und Gleichgültigkeit. Und die Empfehlungen der Fachgremien sind nicht immer konsistent.

Insgesamt denke ich jedoch, dass diese Aktien aktuell attraktiv sind. Die extrem hohen Barmittelzuflüsse erlauben ihnen, ihre Unternehmensentwicklung völlig unabhängig von den aktuellen Krisen um Jahre zu beschleunigen. Mit etwas Geschick kann das jeweilige Management über die kommenden Jahre ein kleines Imperium aus wegweisenden Biotech-Spezialisten zusammenkaufen.

Moderna und BioNTech sind gekommen, um zu bleiben – an der Spitze der Biotechnologiebranche.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Moderna.

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