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VW-Aktie: CEO Herbert Diess ist weg – warum das für Volkswagen positiv sein könnte

Volkswagen ID.3
Quelle: Volkswagen AG

Sosehr Herbert Diess bei Volkswagen in den vergangenen Monaten in der Kritik stand, so plötzlich kam am 22. Juli 2022 die Nachricht: Ab Ende August steht der Manager nicht mehr an der VW-Spitze. Auch die VW-Aktie musste sich angesichts dieser News erstmals schütteln. Schließlich galt der Noch-CEO als beliebt bei den Anlegern.

Denn Diess war es, der die VW-Aktie vom Dieselskandal und anderen Altlasten befreite und den Volkswagen-Konzern stattdessen auf die Zukunft ausrichtete. Während Elektroauto-Batterien bei anderen Autoherstellern noch als austauschbares Massenprodukt galten, trieb der CEO die Entwicklung eigener Batteriezellen und den Bau mehrerer Gigafabriken voran. Zudem kam unter seiner Ägide der ID.3 auf den Markt, das erste massenmarktfähige Elektroauto eines deutschen Autoherstellers.

Warum wirft Volkswagen Herbert Diess raus?

Während Investoren der VW-Aktie die großen Ambitionen feierten, eckte Diess intern regelmäßig an – vor allem beim Betriebsrat. Infolge mehrerer Kleinkriege zwischen verschiedenen VW-Parteien wurden die Verantwortungsbereiche des CEO immer weiter zurechtgestutzt.

In einem Konzern, der derart viele Interessengruppen vereint, kommen Konformisten und Teamplayer einfach besser an als Manager, die sich nicht davor scheuen, den mit zunehmender Automatisierung einhergehenden Jobabbau anzusprechen.

Doch nicht nur interne Querelen wurden Diess zum Verhängnis: Es läuft auch operativ nicht so, wie es soll. Das für die VW-Aktie wichtige Chinageschäft stockt, da die ID-Elektroautos nicht modern genug für die digital geprägte chinesische Kundschaft sind. Generell droht die aktuelle Elektroauto-Generation schon bald technologisch aus der Zeit zu fallen. Ein Nachfolger ist mindestens vier Jahre entfernt.

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Und die Software-Tochter von Volkswagen fällt weniger durch geniale Entwicklungen auf, sondern durch strategisches Durcheinander, Doppelentwicklungen und Verspätungen.

Wie es jetzt für die VW-Aktie weitergeht

Die Baustellen Software, ID-Reihe und China sowie die Wiederherstellung des inneren Konzernfriedens werden große Aufgaben für Diess’ Nachfolger Oliver Blume sein. Und er muss den Kapitalmarkt überzeugen, dass die Zukunftsstory bei der VW-Aktie ungebrochen weitergeht.

Blume gilt als professioneller Kommunikator, ist studierter Maschinenbauer und kennt aus seiner Vergangenheit als Produktionsplaner bei Volkswagen viele der Werke ganz genau. Das könnte ein Vorteil bei der Transformation sein. Zuletzt war er Porsche-Chef und fiel dort auch durch innovative Vorstöße auf, etwa bei der Entwicklung des Porsche Taycan.

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Anleger müssen also nicht befürchten, dass der Wandel der VW-Aktie in Richtung Zukunft zu einem abrupten Halt kommt. Ohnehin hat Diess viele Veränderungsprozesse angestoßen, die nun schon in Gang sind – das ist sein Verdienst.

Diess war der Vordenker, nun braucht es einen Umsetzer

Insgesamt ergibt sich bei Herbert Diess das Bild eines visionären Vordenkers, der Volkswagen aus seiner Starre gerissen hat, aber gleichzeitig mit der Umsetzung seiner Visionen überfordert war und dessen Methoden nicht überall gut ankamen. Es sind Baustellen offen geblieben, die Diess’ Nachfolger Blume nun erfolgreich zu Ende führen muss.

Man darf gespannt sein, welche Richtung die VW-Aktie einschlagen wird, wenn sich in ein paar Monaten die ersten Veränderungen bei Volkswagen zeigen. So oder so: Um auch in der Autowelt der Zukunft Marktführer zu bleiben, müssen die Wolfsburger mindestens einen Zahn zulegen.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Volkswagen AG.

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