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BASF-Aktie: Schnäppchen oder Falle?

BASF Logo BASF-Aktie
Foto: BASF SE

BASF (WKN: BASF11) litt im Geschäftsjahr 2020 unter den Folgen der Corona-Pandemie. Der Chemiekonzern stellt viele Vorprodukte für die Auto-, Bau- und Elektroindustrie her und ist somit auf eine gut laufende Konjunktur und konsumfreudige Endkunden angewiesen. Somit führen Krisen wie 2008 oder 2020 bei BASF auch meist zu einem Gewinneinbruch, dem die Aktie folgt.

Doch bisher hat sie das Unternehmen alle überstanden, sodass die Aktien später noch höher stiegen. Wiederholt sich die Geschichte nun ein weiteres Mal?

BASF profitiert vom Nachholeffekt

Im vergangenen Jahr (2021) konnte sich BASF von den Pandemiefolgen erholen und den Gewinn auf 5.523 Mio. Euro steigern. Viele Menschen haben in der Krise gespart und konsumieren jetzt trotz höherer Preise umso mehr. Der Konzern hat somit Mühe, die aktuelle Nachfrage der vorgelagerten Industriekunden decken zu können. Im ersten Quartal 2022 stiegen Umsatz und operativer Gewinn um knapp 19 % beziehungsweise 20,5 %.

Ukrainekrieg führt zu neuen Belastungen

Dennoch sind die Aktien in den vergangenen Monaten gefallen. Der Abschwung hat sich speziell seit Februar 2022 mit Beginn des Ukrainekrieges noch einmal verstärkt. Seitdem haben sie weitere 26,3 % (27.04.2022) nachgegeben.

BASF musste bereits aufgrund seiner Nord Stream 2-Beteiligung circa 1,1 Mrd. Euro abschreiben. Die Gewinnprognose für das erste Quartal 2022 wurde deshalb auf 1,2 Mrd. Euro gesenkt, während die Schätzungen zuvor bei 1,8 Mrd. Euro lagen.

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Der Konzern hat sich nun darüber hinaus zu einem Rückzug aus Russland und Weißrussland entschieden. Bis Anfang Juli 2022 stellt er alle bestehenden Aktivitäten, bis auf die Unterstützung der Nahrungsmittelproduktion, ein. Mit diesem Schritt gehen für die BASF jedoch keine großen Belastungen einher, denn die Gruppe erzielt in den beiden Ländern nur etwa 1 % ihres Umsatzes. Der Konzern unterstützt seine 684 Mitarbeiter vor Ort noch bis zum Jahresende 2022 finanziell weiter.

Ein größeres Risiko bleibt jedoch ein möglicher Erdgaslieferstopp Russlands. Deutschland bezieht nach neuesten Angaben noch 35 % seines Bedarfs aus dem Land. BASF geht bei einem Lieferstopp weiterhin von großen Verwerfungen aus.

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Hinzu kommt die aktuelle Bedrohung einer allgemeinen Wirtschaftsabschwächung, die BASF zusätzlich belasten würde.

BASF-Aktien: Chance und Risiko  

Auf der anderen Seite sind die Aktien derzeit günstig bewertet. So beträgt die aktuelle Dividendenrendite, die im Mai 2022 ausgezahlt wird, derzeit 6,7 % (27.04.2022). Weitere Methoden und Vergleiche deuten ebenfalls auf eine Unterbewertung hin. Sind die Wertpapiere nun ein Schnäppchen?

Die Zukunft kann niemand vorhersagen, aber es ist davon auszugehen, dass die russische Erdgasabhängigkeit in der kommenden Zeit weiter abnimmt. Dies würde ein Risiko reduzieren. Wirtschaftliche Schwächephasen enden hingegen in der Regel nach ein bis zwei Jahren.

Kurzfristig bleibt das Risiko eines Erdgaslieferstopps und weiteren Aktieneinbruchs hoch und bestehen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlicher ist eine Geschäfts- und Kurserholung.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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