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Gazprom-Aktie: Rekordjahr! Dreht Russland jetzt den Gashahn zu?

Pipelines mit Sonnenuntergang
Foto: Getty Images

Gazprom erzielte neue Rekorde

Gazprom (WKN: 903276) hat 2021 aller Voraussicht nach finanziell ein neues Rekordjahr aufgestellt. Die Dividende könnte somit alle vorherigen Zahlungen übersteigen. Der Konzern produzierte 514,8 Mrd. Kubikmeter Gas, was den höchsten Wert der letzten 13 Jahre darstellt. Gegenüber 2020 erhöhte sich die Produktion um 62,2 Mrd. Kubikmeter.

257,8 Mrd. Kubikmeter Gas nutzte Russland zur Versorgung des heimischen Marktes, was 31,9 Mrd. Kubikmeter mehr als noch 2020 waren. Die Exporte außerhalb der FSU-Staaten wuchsen um 5,8 Mrd. auf 185,1 Mrd. Kubikmeter. Deutschland importierte beispielsweise 10,5 % mehr Erdgas.

Gazprom betont jedoch auch, für wie wichtig es die Offshore-Pipelines Nord Stream 1, TurkStream und die noch nicht genutzte Nord Stream 2 hält. Alle drei Leitungen laufen an der Ukraine vorbei und schwächen so dessen Wirtschaft. Allein Nord Stream 2 besitzt eine geplante jährliche Kapazität von 55 Mrd. Kubikmetern Erdgas.

China gewinnt für Gazprom weiter an Bedeutung. So überstiegen im letzten Jahr die Lieferungen regelmäßig die vertraglich zugesicherten Mengen. Der Konzern hat zudem das russische Gasnetz um 2.700 km erweitert. 342 Ortschaften wurden neu angebunden.

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Gazprom kürzt europäische Lieferungen

Vergessen werden sollte jedoch nie, dass Gazprom kein unabhängiger, sondern ein Staatskonzern ist, der politischen Entscheidungen unterliegt. Zuletzt hat er seine Lieferungen nach Europa gekürzt, obwohl genügend Erdgas gefördert wird und der europäische Bedarf steigt.

Hintergrund ist höchstwahrscheinlich der aktuelle Nato-Russland-Konflikt um die Ukraine. Russland fühlt sich durch die angestrebte Nato-Osterweiterung und näher rückende Atomwaffenstationierungen bedroht. Die Nato und die Ukraine bestehen hingegen darauf, dass das Land unabhängig bleibt und langfristig dem Militärbündnis beitreten darf. Russland könnte deshalb im schlimmsten Fall seine Gasexporte nach Europa einstellen.

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Im Januar 2022 lieferte Gazprom täglich nur noch 250 Mio. Kubikmeter Gas. Dies ist die geringste Menge, die seit der Nord-Stream-1-Inbetriebnahme 2011 bereitgestellt wurde. Über die Jamal-Pipeline hat Gazprom seinen Transport fast vollständig eingestellt. Der Chef der europäischen Energieagentur Fatih Birol erklärt, dass die Gazprom-Lieferungen im vierten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr um 25 % gesunken sind.

Unterdessen leeren sich die europäischen Gasspeicher. Aktuell sind sie nur noch zu etwa 50 % gefüllt, gegenüber einem üblichen Stand von 70 %. Europa könnte so neben den stark steigenden Preisen zusätzlich eine Energiekrise drohen.

Aktie bleibt anfällig

Die Gazprom-Aktie hängt derweil stark von der Entwicklung des Erdgaspreises ab. In den letzten Monaten ist er gesunken, auch weil viele Länder über eine Angebotsausweitung die Inflation senken möchten. Die Aktie bleibt somit ein zyklischer und sehr schwankungsanfälliger Wert.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 25.01.2022 korrigiert und aktualisiert.

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