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Realty Income-Aktie: Wow, ist das eine schlechte Analyse

Foto: Getty Images

Zugegebenermaßen können sich an der Aktie von Realty Income (WKN: 899744) die Geister scheiden. Es gibt einige, die sagen: 4 % Dividendenrendite sind okay, aber die Aktie haut mich vom Gesamtpaket her nicht vom Hocker. Ohne Wenn und Aber: Das akzeptiere ich.

Ich hingegen neige dazu, die defensive Qualität der Aktie, das zugegebenermaßen zuletzt überaus moderate Wachstum und die Historie zu würdigen. Dabei schließe ich häufig mit dem Fazit: Mit dieser Aktie dürfte man zwar nicht reich werden, aber zumindest langfristig orientiert solide, moderat wachsende Renditen einfahren. Qualität hat schließlich manchmal ihren Preis.

Jetzt habe ich eine Analyse zu Realty Income anlässlich des VEREIT-Deals gelesen, bei der ich nur sagen kann: Man, ist die schlecht. Eigentlich geht sie sogar am Thema vorbei. Lass uns auf die „Highlights“ dieser Analyse etwas näher eingehen.

Realty Income: Schrumpfkurs? Hohes Ausschüttungsverhältnis?

Es ist, wie gesagt, vollkommen legitim für mich zu sagen, dass Realty Income eine Dividendenaktie ist, in die man selbst nicht investieren würde. Das Dividendenwachstum ist nicht der Renner und wesentlich mehr als 4 % Dividendenrendite dürfte es auf absehbare Zeit kaum geben. Neben vielleicht einer moderaten Turnaround-Fantasie, auch durch den VEREIT, und möglichen Synergien. Das, was jedoch nicht geht, sind für mich aus dem Kontext gerissene Faktoren.

Innerhalb der Analyse ging es beispielsweise darum, dass Realty Income sich derzeit in einem Schrumpfkurs befinde. Zugegebenermaßen ist das objektiv betrachtet richtig. Im letzten, ersten Quartal lagen die Funds from Operations beispielsweise bei 0,86 US-Dollar auf bereinigter Basis. Ein Wert, der unter dem 2020er-Wert von 0,88 US-Dollar gelegen hat. Allerdings ist der Kontext entscheidend: Wir befinden uns schließlich weiterhin in einer Pandemie. Und ganz ehrlich: Ein so beständiges Zahlenwerk ist dafür ein Merkmal der Stärke. Zumal wir mit den Kinos und einer geringen Einnahmequote hier einen klaren Grund für eine schwächere Entwicklung finden können.

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Gehen wir weiter zurück: Vor der Pandemie und noch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 wuchsen die Funds from Operations je Aktie im Jahresvergleich um 7,3 % auf 0,88 US-Dollar. Das ist für mich der eigentliche Anspruch, ohne Sondereffekte. Ich sehe außerdem gute Chancen, dass die Aktie von Realty Income wieder zu einem derartig moderaten Wachstum zurückkehren kann.

Ein zweiter Grund, weshalb die Aktie von Realty Income nach Aussagen der besagten Analyse alles andere als attraktiv sei, ist das Ausschüttungsverhältnis. Mit 87 % sei dieser Wert zu hoch, die Dividende womöglich nicht nachhaltig. Formal ist auch das nicht verkehrt. Aber wie sehen 82,1 % als Ausschüttungsverhältnis gemessen an den Funds from Operations aus? Etwa nachhaltiger? Und sind 82,1 % für einen Real Estate Investment Trust, der 90 % seines Gewinns ausschütten muss, vielleicht alles andere als verkehrt? Hier ist wirklich der springende Punkt, an dem ich sagen kann: Die Analyse geht am Thema vorbei.

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Worauf ich eigentlich hinauswill

Worauf ich eigentlich hinausmöchte, ist das Folgende: Wenn man sich technisch die Aktie von Realty Income anschaut, so gibt es natürlich Dinge, die man vielleicht lieber besser hätte. Der kurzfristige operative Schrumpfkurs im Kontext der Pandemie. Vielleicht auch ein etwas nachhaltigeres Ausschüttungsverhältnis.

Aber: Realty Income besitzt unzweifelhaft jede Menge Qualität, vor allem mit Blick auf die Dividende, das eigentlich nachhaltige Ausschüttungsverhältnis für einen REIT. Sowie das Abschneiden während der Pandemie. Ich finde es nicht schade, wenn diese eher defensive Aktie nicht in das persönliche Konzept passt. Nur erbost, wenn jemand die Qualität dieser Aktie mit „technischen“ Zahlen verunglimpft.

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Vincent besitzt Aktien von Realty Income. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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