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Wie die deutsche Automobilindustrie beim autonomen Fahren zu scheitern droht

LiDAR macht autonomes Fahren mMöglich
Foto: Getty Images

Vollautonomes Fahren ist ein Milliardenmarkt der Zukunft und hochinteressant für Investoren auf der Suche nach Rendite. Kein Wunder auch, dass viele Unternehmen das Feld für sich entdeckt haben. Neben unzähligen Start-ups tummeln sich vor allem Tech-Konzerne wie Alphabet (WKN: A14Y6F und A14Y6H), Intel (WKN: 855681) und Nvidia (WKN: 918422) sowie natürlich die etablierten Autobauer auf dem Spielfeld. Darunter die deutschen Vertreter BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403).

Werden BMW, Daimler und Volkswagen vom Zukunftsmarkt autonomes Fahren profitieren? Die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus.

Gute Karten, aber kein Ass im Ärmel

Eine der größten Herausforderungen beim vollautonomen Fahren ist die korrekte Erfassung der Umgebung des Fahrzeugs. Große Hoffnungen setzten Daimler und Co dazu auf den Kartendienst Here, den sie vor fünfeinhalb Jahren gemeinsam übernahmen. Das Unternehmen stellt Navigationskartenmaterial bereit, richtet sich jedoch auch auf autonomes Fahren aus: Fahrzeuge des Unternehmens fahren derzeit überregionale Straßen in Europa und Amerika ab und kartografieren diese zentimetergenau. So soll autonomen Fahrzeugen jederzeit die Orientierung ermöglicht werden.

Sobald die Karten fertig sind, sollen BMW-, Daimler- und Volkswagen-Fahrzeuge dann – mit den entsprechenden Sensoren ausgestattet – Live-Updates für die Karten vornehmen, sodass Baustellen, blockierte Spuren und neue Straßenschilder zeitnah erfasst werden können. An sich clever!

Das Problem: Die Kartografierung durch Here ist kapitalintensiv und zeitaufwendig. Tesla (WKN: A1CX3T) dagegen verzichtet zum Beispiel auf Karten und errechnet die Fahrzeugumwelt live aus den Kamerabildern, die die Autos aufzeichnen. Gerüchten zufolge gibt es zudem Unmut bei VW und Co über die hohen Verluste und den stagnierenden Umsatz von Here in den letzten Jahren. Die augenscheinlich gute Idee wird also vielleicht noch zum Griff ins Klo.

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BMW, Daimler und Volkswagen auf Irrwegen

Zum Werkzeugkasten für vollautonomes Fahren gehört vor allem ein riesiger Schatz von Daten. Nur mit einem großen und vielseitigen Datensatz, der für alle noch so unwahrscheinlichen Einzelfälle viele Sensordaten bereithält, können die künstlichen neuronalen Netze so trainiert werden, dass sie auf alle Situationen die richtigen Antworten finden.

Die Datensammelaktionen der deutschen Autobauer sind im Vergleich zur internationalen Konkurrenz aber eher homöopathisch. Für BMW sind laut ADAC 40 Autos im Straßenverkehr unterwegs. Daimler testet sein in Zusammenarbeit mit Bosch entwickeltes System im Silicon Valley auf einer eng abgesteckten Strecke. Volkswagen macht das Gleiche in Hamburg mit fünf Fahrzeugen. Währenddessen sammelt Tesla mit weit über einer Million Autos Daten.

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Größere Stücke scheinen die Wolfsburger auf die Partnerschaft mit der Ford-Tochter (WKN: 502391) Argo AI zu setzen. Ganze 2,6 Milliarden Euro investierte Volkswagen hier. Weiterhin ist der Konzern mit Mobileye von Intel verpartnert – wie übrigens auch BMW. Daimler hat sich dagegen die Hilfe von Mobileye-Konkurrent Nvidia gesucht. Um das Partnerschafts-Chaos perfekt zu machen, loteten auch BMW und Daimler eine Partnerschaft zur Entwicklung von Software für autonome Autos aus. Doch damit war Mitte 2020 plötzlich Schluss.

Es macht ein bisschen den Eindruck, als würden die Bosse in den Konzernzentralen mit der Schrotflinte um sich schießen und hoffen, dass einer der vielen eingeschlagenen Wege den Durchbruch schafft. Man vermisst einen klaren, strukturierten Ansatz.

Foolishes Fazit

Karten-Chaos, homöopathisches Datensammeln und Partnerschafts-Schrotflinte: Ich habe nur wenig Glauben daran, dass deutsche Autohersteller bei der Kommerzialisierung des autonomen Fahrens viel mitzureden haben werden. Das Geld werden die Tech-Unternehmen verdienen, die die Technologie zur Lizenznutzung anbieten.

BMW, Daimler und Volkswagen bewerben ihre Initiativen mit blumigen Worten und Euphemismen. Anleger sollten sich vor der Rhetorik hüten und lieber in die wahren Profiteure investieren.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien), Nvidia und Tesla. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien), NVIDIA und Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Intel sowie die folgenden Optionen: Long January 2023 $57 Call auf Intel und Short January 2023 $57 Put auf Intel.

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