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Starker Eigentümer: Kann Midea die Kuka-Aktie wieder nach vorne bringen?

kuka
Foto: KUKA Aktiengesellschaft

Stühlerücken bei Kuka (WKN: 620440): Der Finanzvorstand Andreas Pabst wechselt nach China zum Großaktionär Midea (ISIN: CNE100001QQ5). Weshalb sich die leidenschaftliche Führungskraft nach so langer Zeit zu dem Schritt bei Kuka entschlossen hat, ist unklar. Der Manager arbeitete bereits seit 2008 für das Unternehmen und wurde im Jahr 2018 schließlich Finanzvorstand.

Kuka-CEO Peter Mohnen verabschiedete Pabst auf der Jahreshauptversammlung am 21. Mai mit Bestnote: „Mit größter Expertise und beispiellosem Engagement hat er Kuka durch schwierige Zeiten gebracht. Sein Kampfgeist und sein bedingungsloser Einsatz für eine erfolgreiche und finanziell stabile Kuka sind mehr als nur bemerkenswert.“

Offen bleibt, wer neuer Finanzvorstand von Kuka wird

Doch natürlich wird in Industriekreisen bereits kräftig spekuliert. Die dabei am häufigsten genannte Variante klingt in etwa so: Nachdem die Chinesen akzeptiert haben, dass Mohnen als Kämpfer für eine selbstbewusste Rolle von Kuka gegenüber dem Anteilseigner Midea im Amt bleibt, habe die Führungsriege zumindest eine Kröte schlucken müssen. Diese Kröte sei eben der Abgang des unter den Mitarbeitern beliebten Finanzchefs.

Aktuell kursieren noch keine Namen potenzieller Nachfolger auf diesem wichtigen Posten.

Midea ist geduldig und durchsetzungsstark

An diesem Punkt wird deutlich, wie wichtig ein starker Eigentümer sein kann. Er kann die Geschicke eines Unternehmens in beide Richtungen drehen, dem schwächelnden Geschäft durch Personalentscheidungen neuen Schub verleihen. Mit seiner Einzelmeinung kann er aber auch das genaue Gegenteil bewirken.

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Wir Fools sollten immer ein besonderes Augenmerk auf das Verhalten der Eigentümer und Großaktionäre werfen – soweit es eben möglich ist.

Midea wird langsam skeptisch

Meines Erachtens benötigt Kuka dringend gute Nachrichten, um den Mehrheitseigentümer aus China, den Haushaltsgerätekonzern Midea, wieder versöhnlich zu stimmen.

Midea hatte rund 4,5 Mrd. Euro für Kuka bezahlt – ein enorm hoher Preis. Wie lange die Genesung noch dauern wird, kann niemand seriös sagen.

In diesem Jahr erwartet die Midea-Tochter steigende Umsätze und ein positives operatives Ergebnis. Dabei helfen sollen vor allem die guten China-Geschäfte. Kuka hat unter anderem neue, einfachere Roboter für die asiatischen Märkte entwickelt.

Liegt ABB schon uneinholbar vorne?

Der Konzern ABB (WKN: 919730) hat sich zuletzt erfolgreich an der Entwicklung eines Beton-3D-Druckers beteiligt. Die Schweizer stellten den Roboterarm und die Software für die Steuerung, das Baustoff-Unternehmen Saint-Gobain entwickelte die Druckdüse.

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Für den Kuka-Konkurrenten ist dieser Vorstoß in die Baubranche ein wichtiger Teil der Diversifizierungsstrategie. Bei den schweren Industrierobotern gehört er zu den führenden Herstellern. Der Umsatz von ABB lag im Geschäftsjahr 2020 bei 21,9 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Kuka generierte Einnahmen in Höhe von 2,7 Mrd. Euro.

Pluspunkt für Kuka ist die weiterhin solide Bilanz

Die Schulden sind relativ niedrig, die Cash-Bestände hoch. Das Umlaufvermögen übersteigt die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 37 %. Die Gesamtschulden entsprechen gerade einmal 10 % des Eigenkapitals.

Einzig die immateriellen Vermögenswerte bereiten mit 16 % der Bilanzsumme ein wenig Kopfschmerz. Hier drohen Abschreibungen, sollte das operative Geschäft nicht zeitnah wieder in Gang kommen.

Kukas Chance liegt in den Hochlohnländern

Hier müssen Fertigungsprozesse hoch automatisiert sein, damit sie sich rechnen. Zugutekommt dem Unternehmen also, dass bereits rund 72 % der Umsätze in Europa und Nordamerika erwirtschaftet werden. Dieser Fokus und das Netzwerk können in Zukunft genutzt werden.

Die Zukunftsperspektive ist für Anleger schwierig zu fassen. Kuka bleibt auf meiner Watchlist. Bevor ich jedoch ein Investment näher in Erwägung ziehen werde, warte ich erst die Entwicklungen der kommenden zwölf Monate ab. Aktuell ist die Investmentqualität in meinen Augen zu gering, die Perspektive zu unsicher.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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