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Bei den Aktien der Tabak-Industrie geht die Regulierungsangst um

Philip Morris Dividenden Tabakaktien
Foto: Getty Images

Neuseeland ist wohl das Land auf der Welt, das die härtesten Eingriffe in das Geschäft der Tabak-Industrie plant. Nachdem Jugendschutz, Aufklärung und Werbeverbote ihre Wirkung verfehlt haben, macht die Regierung nun ernst. Heute Minderjährige sollen niemals legal Zigaretten und Tabak in Neuseeland kaufen können. Ob dieser Eingriff in das Leben von Erwachsenen zulässig ist, wird spannend sein zu beobachten. Daneben plant man auch den Nikotingehalt in Zigaretten zu reduzieren.

Diesen Ansatz möchte auch die US-Regierung von Joe Biden verfolgen. Per Gesetz soll der Nikotingehalt von Zigaretten so niedrig werden, dass sie nicht mehr süchtig machen. Der MDR hat dazu vier Experten befragt, die Meinungen gingen äußerst stark auseinander. So könnte es schwierig werden, einen bestimmten Grenzwert für den Nikotinwert festzulegen. „Weil die Schwelle zu einer Substanzabhängigkeit interindividuell sehr stark variiert“, so Stephan Mühlig von der TU Chemnitz.

Könnte die Tabak-Industrie sogar profitieren?

Aber muss sich die Tabak-Industrie wirklich vor den angedachten Maßnahmen fürchten? Es wäre sogar möglich, dass der Absatz von Zigaretten durch einen niedrigeren Nikotingehalt steigt. Schließlich benötigten Raucher dann mehr Zigaretten, um auf den gewünschten Nikotingehalt zu kommen. Und trotz aller Verbote finden verschiedenste illegale Substanzen auf dem Schwarzmarkt ihre Abnehmer. Die Prohibition von Alkohol hat in den Vereinigten Staaten auch nur für 13 Jahre mehr schlecht als recht funktioniert. Die meisten Tabakunternehmen sind international tätig, der Wegfall eines einzelnen kleineren Marktes bleibt für sie verkraftbar.

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Ich habe mit Philip Morris (WKN: A0NDBJ) und British American Tobacco (WKN: 916018) zwei Aktien der Tabak-Industrie im Portfolio. Philip Morris ist mit seinen Zigarettenmarken nicht in den USA vertreten. Daher kann das Unternehmen die Entwicklung in den USA recht entspannt beobachten. Der Konzern profitiert zudem schon heute von seinem starken Geschäft mit risikoreduzierten Produkten. Mit den Produkten der Marke IQOS erzielte die Firma im ersten Quartal 2021 bereits 28 % seiner Nettoumsätze. Bis 2025 möchte man mehr als die Hälfte der Umsätze mit den risikoreduzierten Produkten erzielen.

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Schwierigere Situation bei British American Tobacco

British American Tobacco ist derzeit in einer deutlich schwierigeren Situation. Das Unternehmen erwirtschaftete in 2020 44,5 % der Umsätze in den USA. Dabei ist für British American Tobacco eine weitere angedachte Regulierung besonders schmerzhaft. Die US-Arznei- und Lebensmittelbehörde wird im Verlauf des Jahres eine Richtlinie zum Verbot von Menthol-Zigaretten vorlegen. Das Unternehmen verfügt mit der Marke Newport über die bestverkaufende Menthol-Zigarette in den USA.

Daneben läuft auch der Umbau auf risikoreduzierte Produkte viel langsamer. Bis 2025 sollen nur 5 Mrd. Britische Pfund mit diesem Segment erzielt werden. Bei den heutigen Umsätzen wären das gerade mal 20 %. Ich werde mich in den nächsten Wochen noch einmal genauer damit beschäftigen, ob ich an der Aktie von British American Tobacco weiterhin festhalte. Philip Morris bleibt für mich die Aktie mit den langfristig besten Aussichten in der Tabak-Industrie.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von British American Tobacco und Philip Morris. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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