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Anschnallen! First Majestic Silver Aktie nimmt weiter Fahrt auf

Foto: Getty Images

In Krisenzeiten auf Silber zu setzen ist keine schlechte Idee, insbesondere wenn nun auch noch ein breiter Marktcrash droht. Statt in physische Silberbarren zu investieren, könnten wir auch auf eine Aktie wie First Majestic Silver (WKN: A0LHKJ) setzen. Deren Aktie ist zuletzt auch stark gestiegen, allerdings nicht zwingend, weil die Anleger so begeistert von den Perspektiven der First Majestic Silver-Aktie sind.

Hat sich der Börsen-Mob nun auf First Majestic Silver gestürzt?

Nach den jüngsten Erfolgen bei GameStop (WKN: A0HGD) und anderen Aktien wird intensiv an der nächsten Story gebastelt, die den geballten Börsen-Mob in Bewegung setzen könnte. Unter den beworbenen Kandidaten befindet sich seit kurzer Zeit auch First Majestic Silver. Das kommt nicht von ungefähr: Laut Marketwatch summiert sich die Shortposition der bekannten Leerverkäufer aktuell auf über 23 % (Stand 28.01.2021). Zuvor war es sogar noch etwas mehr.

Auch sonst passt das Unternehmen gut in das Beuteschema des Börsen-Mobs. Es handelt sich dabei um ein eher kleines Unternehmen, dessen Finanzen nicht überzeugen. In den letzten Jahren wurden meistens Verluste ausgewiesen. Zudem läuft ein Gerichtsverfahren mit der mexikanischen Justiz, welches Steuernachzahlungen und Strafen in dreistelliger Millionenhöhe nach sich ziehen könnte.

All das sind eigentlich gute Gründe, um Shortseller anzuziehen. Die Gegenseite wittert hingegen den nächsten Short-Squeeze. Hinzu kommt, dass die reale Chance besteht, dass der Turnaround bei First Majestic Silver fundamental gestützt wird. Alles, was es braucht, wäre ein gewonnener Prozess (oder eine milde Strafe) und ein anziehender Silberpreis.

Die Geschichte könnte noch viel größere Dimensionen annehmen

Da passt es gut, dass parallel auch ein Aufruf zum Hamstern von physischem Silber kursiert. Angeblich wird der Silberpreis von großen Mächten manipuliert und somit künstlich tiefgehalten. Auch dagegen soll sich nun eine revolutionäre Bewegung in Gang setzen. Damit würde eine ganze Kaskade ausgelöst:

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Ein schnell steigender Silberpreis würde falsch positionierte Termingeschäfte in Bedrängnis bringen. Das ist ähnlich wie 2020 beim Beginn der Pandemie: Die einbrechende Kerosinnachfrage trieb die gewohnheitsmäßig auf Termin kaufenden Airlines fast in die Pleite. Sie mussten Milliarden für etwas ausgeben, für das in jenem Moment niemand eine Verwendung oder Speichermöglichkeit hatte.

Beim Silber wäre es andersherum: Die überraschend hohe Nachfrage würde den Preis nach oben treiben. Daraufhin können die professionellen Spekulanten nicht mehr wie erhofft ihre Positionen zum kleinen Preis eindecken. Vielmehr wären sie irgendwann gezwungen, in den sauren Apfel zu beißen. Der Silberpreis stiege weiter, wodurch ein Betreiber von Silberminen wie First Majestic plötzlich großartige Gewinne generieren würde.

Die Investitionsthese der Shortseller würde sich in Luft auflösen. Folglich werden sie kaum umhinkommen, sich baldmöglichst mit Anteilen einzudecken, was den Kurs des Minenbetreibers in die Stratosphäre schießen würde.

Soweit die Theorie. Damit das alles funktioniert, muss die Bewegung allerdings noch sehr viel mehr Kraft aufbauen.

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Sollte man mit dem Börsen-Mob Silber und First Majestic Silver-Aktien kaufen?

Bisher wurden Verschwörungstheorien vor allem über den Verkauf von Büchern und Merchandising-Artikeln zu Geld gemacht. Vielleicht auch mit Werbung auf einschlägigen Portalen oder durch das „Sponsoring“ von interessierter Seite.

Nun wurde ein neuer Weg gefunden, um Verschwörungstheorien direkt zu monetarisieren.

Wer die beste Geschichte erzählt und sich im Vorfeld mit passenden Aktien eindeckt, der kann in kürzester Zeit riesige Gewinne verbuchen. Sozusagen als Belohnung für die spannende Erzählung und ihre Verbreitung.

Ich persönlich habe große Zweifel daran, dass der Börsen-Mob ausschließlich aus Anlegern wie du und ich besteht. Vielleicht war es ganz am Anfang so, aber mittlerweile mischt sich wahrscheinlich – ähnlich wie bei einschlägigen Verschwörungsplattformen oder auch Kryptowährungen – eine professionelle Maschinerie darunter, oder besser gesagt mehrere konkurrierende Maschinerien.

Diese sorgen geschickt dafür, dass „der kleine Mann“ sich als Teil von etwas Großem fühlt. Doch letztlich wird genau dieser kleine Mann als Kanonenfutter missbraucht, während die Strategen und Generäle im hinteren Feld ein rauschendes Bankett feiern, nach dem Vorbild des Wolf of Wall Street.

Hedgefonds und aggressiv agierende Großinvestoren sind sicherlich keine Sympathieträger. Das Spektakel des Börsen-Mobs hat daher seinen Reiz. Aber du weißt nicht, mit wem du hier ins Bett steigst.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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