ETF-Crash voraus? Diese Daten solltest du im Auge behalten

Kommt der ETF-Crash oder kommt er nicht? Dieses Jahr hätten die Warner und Spielverderber eigentlich leichtes Spiel. Im Katastrophenjahr kann schließlich alles passieren.
Der Crash-Prophet von Welt muss nur ein Mal recht haben und kann sein ganzes Leben lang davon profitieren. Bücher, Talk-Shows, Werbeauftritte – es lohnt sich!
Doch auch wenn die Fehlanreize deutlich erkennbar sind, müssen die Crash-Propheten nicht unrecht haben. ETFs (börsengehandelte Fonds) sind nicht unzerstörbar. Ein ETF-Crash ist durchaus möglich.
Einige Daten weisen nun tatsächlich auf gefährliche Schieflagen im ETF- und Fonds-Sektor hin. Doch sind das auch die Daten, auf die man als ETF-Investor schauen sollte? Die Antwort ist einfach und kompliziert zugleich!
ETF-Liquidierung: Die Einschläge kommen näher!
Fonds-Analyst Refinitiv Lipper schlägt Alarm! Seit nunmehr elf Wochen wird kontinuierlich Geld aus dem ETF- und Fondsmarkt abgezogen. Konventionelle Aktienfonds bluten bereits seit 26 Wochen aus (Stand für alle Zahlen: 21.10.2020).
So etwas hört man als ETF-Investor gar nicht gerne. Denn auch wenn man maximal passiv und breit aufgestellt in den Aktienmarkt investiert ist, steht trotzdem immer eine ETF-Liquidierung (alle Vermögenswerte in einem Fonds werden zum aktuellen Marktpreis verkauft) im Raum. Kaufen und für immer halten? Das funktioniert mit einem ETF nur, solange der Emittent den ETF mit Gewinn betreiben kann.
Der ETF-Albtraum Nr. 1: Eine ETF-Liquidierung mitten im Crash. Das mit dem tief kaufen und hoch verkaufen kann man dann vergessen. Selbst der Faktor Zeit kann die Rendite in so einem Fall nicht mehr retten.
Nicht jeder ETF ist für den Crash freigegeben
Mittelabflüsse sind kein gutes Zeichen. Doch überraschen kann der neue Trend nicht.
Das Jahr 2020 läuft in jeder Hinsicht suboptimal. Viele Geschäftsfelder wurden von der Reaktion auf die Pandemie mit Anlauf in den Abgrund gestoßen. Kein Wunder, dass jetzt einige ihre Mittel für andere Dinge benötigen als für langfristige Investitionen.
ETF ist auch nicht gleich ETF. Wer einen etablierten Index-ETF im Depot hat, wird eine ETF-Liquidierung vermutlich nie hautnah erleben. Der Vanguard S&P 500 ETF (WKN: A1JX53) hat noch immer ein Volumen von über 20 Milliarden Euro (Stand: 02.11.2020). Bei kleinen Nischen-ETFs könnte die Luft schon eher etwas dünner werden.
Die Konsequenz ist klar: ETFs mit schmalen Volumina gehören auf den Prüfstand. Oder etwa doch nicht?
Bei einer ETF-Analyse interessieren mich ausschließlich die Basiswerte
Ganz ehrlich: Das Fonds-Volumen ist eine Größe, die mich kaum umtreibt. Ich konzentriere mich vor allem auf die Basiswerte.
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Egal, wie man es dreht und wendet – an dieser Front entscheidet sich letztendlich alles. Auch das Potenzial für einen ETF-Crash. Schließlich dürften Mittelabflüsse in erster Linie bei jenen ETFs zu beobachten sein, an deren Basiswerte dann doch niemand so richtig glaubt.
Wenn ich ETFs bewerte, schau ich nur auf ein paar ausgewählte Daten. Bei Aktien-ETFs aus Europa interessiert mich das Zinsniveau, die Inflationsrate und der Wechselkurs Euro/US-Dollar. Warum für mich gerade diese Daten so wichtig sind, ist schnell erklärt: Wer passiv investiert, entscheidet sich nicht für einzelne Unternehmen – eventuell aber für einzelne Märkte. Die Fähigkeit eines Marktes, Produkte günstig exportieren zu können, wird von den genannten Daten massiv beeinflusst.
Bei ETFs, die vor allem US-Aktien beinhalten, schaue ich auf gänzlich andere Daten. Hier ist der US-Terminmarkt meine zentrale Anlaufstelle. Ein Glück, dass der CoT-Bericht für jedermann öffentlich einsehbar ist. Pech nur, dass die Zahlen immer ein paar Tage hinterherhinken. Ein ETF-Crash deutet sich an, wenn die kommerziellen Händler im S&P 500 oder NASDAQ 100 netto extrem SHORT positioniert sind.
Kommt er nun, der ETF-Crash, oder kommt er nicht? Eine definitive Antwort zu finden ist nicht leicht! Jeder hat seine Daten. Meine sagen mir, dass für die ETFs, die ich bevorzuge, (noch) keine Gefahr besteht.
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