Nestlé-Aktie: Moderates Wachstum, aber trotzdem teuer!

Die Aktie von Nestlé (WKN: A0Q4DC) verkörpert für viele Investoren einen idealen Mix aus defensivem Wachstum und einer soliden, jährlich wachsenden Dividende. Ein Erfolgsrezept, das man grundsätzlich nicht leugnen kann. Auch mit einem sehr diversifizierten Produkt-Portfolio gehört die Aktie für viele Investoren im Lebensmittel-Segment zur ersten Wahl.
Grundlage dieser erfolgreichen defensiven Aktie ist ein solides, operatives Wachstum. Auch im Rahmen der aktuellen Quartalsberichtssaison hat Nestlé ein weiteres Mal abgeliefert. Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf aktuelle Quartalszahlen. Sowie gleichzeitig auch darauf, warum die fundamentale Bewertung trotzdem teuer bleibt.
Nestlé: Die Quartalszahlen im Blick!
Wie Nestlé jetzt verkünden konnte, hielt das moderate organische Wachstum weiterhin an. Der Schweizer Lebensmittelkonzern konnte den Umsatz für die ersten neun Monate um 3,5 % steigern. Das sogenannte interne Realwachstum lag dabei bei 3,3 %, Preiserhöhungen sorgten hingegen für ein Wachstum von 0,2 % im Jahresvergleich.
Veräußerungen und Wechselkurseffekte führten jedoch nominell zu einem Umsatzrückgang um 12,9 %. Der publizierte Umsatz sank um 9,4 % auf 61,9 Mrd. Schweizer Franken. Bei dieser Kennzahl macht sich der Konzernumbau bemerkbar. Zur Steigerung der operativen Marge hat das Management zuletzt einige Produkt, Segmente und Produktionsstandorte veräußert, die jetzt natürlich kurzfristig eine Lücke in die Umsätze reißen.
Nestlé sieht sich voll auf Kurs, was den Konzernumbau angeht. Zudem rechnet das Management im laufenden Geschäftsjahr 2020 mit einem Wachstum von 3 %. Zuvor rechnete man noch mit einem Wachstum zwischen 2 und 3 % im Jahresvergleich. Das zeigt, dass die grundsätzlich moderate und defensive Wachstumsgeschichte hinter dem Schweizer Lebensmittelkonzern intakt ist.
Die fundamentale Bewertung im Blick
Trotzdem sollten sich Foolishe Investoren vergegenwärtigen, dass sie einen hohen Preis für die Aktie von Nestlé bezahlen müssen. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von 107,42 Schweizer Franken (20.10.2020, maßgeblich für alle aktuellen Kurse und Bewertungen) und dem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 4,30 Schweizer Franken beläuft sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf rund 25. Die momentane Dividendenrendite läge, gemessen an einer zuletzt ausgezahlten Dividende von 2,70 Schweizer Franken, bei 2,51 %. Günstig ist das mit Sicherheit nicht.
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Selbst nicht im Peer-Vergleich mit dem zugegebenermaßen deutlich kleineren General Mills (WKN: 853862). Die Aktie der US-Amerikaner kommt gegenwärtig auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 (gemessen am 2019er-Gewinn je Aktie). Sowie gleichzeitig auf eine Dividendenrendite von ca. 3,33 %, was deutlich moderater ist.
Zudem konnte General Mills zuletzt den Umsatz und den Gewinn je Aktie bedeutend steigern. Auch das relativiert die fundamentale Bewertung im Vergleich zu Nestlé recht deutlich.
Nestlé: Stark & defensiv, aber …
Keine Frage: Der operative Erfolgskurs von Nestlé geht daher weiter. Trotzdem ist die fundamentale Bewertung für mich jetzt zu teuer. Die Aktie von General Mills ist und bleibt für mich daher die bessere Wahl. Vielleicht eine Alternative für alle Fans defensiver Aktien, die Nestlé auf der Watchlist haben. Wobei es natürlich ein paar Unterschiede insbesondere im Produktportfolio und bei der Größe der Konzerne zu berücksichtigen gilt.
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Vincent besitzt Aktien von General Mills. The Motley Fool empfiehlt Nestlé.