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Bei der TUI-Aktie habe ich 46 % meines Einsatzes verloren: Es folgte eine der besten Entscheidungen meiner Investoren-Karriere!

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Foto: Getty Images

Die Aktie von TUI (WKN: TUAG00) ist in meinem Portfolio in den letzten Jahren zugegebenermaßen eine der unglücklicheren Positionen gewesen. Im letzten Sommer bin ich ca. auf einem Kursniveau von Pi mal Daumen 8,10 Euro eingestiegen. Bloß um die Anteilsscheine Anfang April dieses Jahres bei ca. 4,50 Euro zu verkaufen. Das entsprach einem Minus von ca. 46 % innerhalb von lediglich neun Monaten.

Das Coronavirus hat in diesem Jahr voll eingeschlagen und die Turnaround-Fantasie dieses damals preiswerten Reiseunternehmens zerstört. Das Risiko mag generell hoch gewesen sein. Zunächst schien es allerdings im Sommer und bis zum Jahresanfang, als würde die Investitionsthese aufgehen.

Ist sie aber nicht. Zumindest nicht langfristig. Und so habe ich die Aktie mit Verlust verkauft. Eine der besten Investitionsentscheidungen der letzten Jahre. Denn vor allem die Verwendung der übrig gebliebenen Mittel ist eine wirklich glückliche Investition gewesen. Ja, sogar kurzfristig. Lass mich das im Weiteren etwas genauer erklären.

Was ich mit dem Geld angefangen habe

Die restlichen ca. 550 Euro der damaligen Investition (ich hatte ca. 1.000 Euro in TUI investiert) habe ich per Anfang April nicht ungenutzt gelassen. Nein, nach wenigen Tagen habe ich dieses Geld verwendet, um es in die Aktie von Fastly (WKN: A2PH9T) zu stecken. Einer bis dato kleineren Position, die aufgrund des Coronavirus ebenfalls korrigiert hat. Allerdings hielt ich die Reaktion des Marktes für übertrieben. Zumal Fastly nicht sonderlich zyklisch auf das Coronavirus reagiert, sondern akribisch an seiner Mission gearbeitet hat, das Internet schneller zu machen.

Eine Investition, die sich kurzfristig bereits gelohnt hat: Die Aktie von Fastly hat in den letzten Wochen und Monaten einen starken Lauf hingelegt und sich – ausgehend vom damaligen Kaufkurs von ca. 19 Euro – vervielfacht. Kurzzeitig kratzte die Aktie sogar an einem Kursniveau von 90,00 Euro, das entsprach einer Performance von ca. 373 %. Damit sind die Kursverluste, die ich bei TUI erlebt habe, bedeutend ausgeglichen worden.

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Auch jetzt notiert die Fastly-Aktie noch auf einem Aktienkursniveau von 73,50 Euro  (07.08.2020) und die Anteilsscheine haben inzwischen wieder etwas korrigiert. Aber dennoch, ein Zwischenfazit bleibt bestehen: Die Investition in Fastly ist auf kurze Sicht eine gewesen, die sich ausgezahlt hat. Und eine der zugegebenermaßen kurzfristig gedacht etwas besseren, die ich in den letzten ein, zwei Jahren getätigt habe.

Was Investoren hieraus lernen sollten

Hinter diesem TUI-Verkauf und dem Fastly-Kauf steckt jedoch ein Prinzip, das wichtiger ist als das kurzfristige Resultat. Nämlich, dass man als Investor nicht an einer Aktie festhalten sollte, wenn die Investitionsthese zerstört ist. Bei mir ist das in der Bewertung aufgrund des Coronavirus, der Staatshilfen und des begrenzten operativen Turnaround-Potenzials der Fall gewesen. Deshalb habe ich mit Verlust auch die Reißleine gezogen.

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Wer nämlich an der Aktie festhält, die kaum Potenzial besitzt, der begeht einen zweiten Fehler. Und riskiert die Chance, dass eine andere, bessere Aktie die Verluste wieder hereinholen kann. Beziehungsweise sogar die Verluste nicht bloß ausgleicht, sondern auch darüber hinauswächst. Die schon recht kurzfristige Performance von Fastly kann hierfür ein Beispiel sein. Wobei natürlich über einen Zeitraum von lediglich vier Monaten das Glück dazu gehört, dass der Markt ein solches Potenzial erkennt.

Dennoch ist das Prinzip auch auf andere Aktien in der Krise übertragbar. Denn das Festhalten solcher Aktien und der Versuch des Aussitzens von Verlusten kann eine weitere Renditebremse sein. Entsprechend sollten Investoren bei wackelnden Investitionsthesen überprüfen, ob das Geld nicht woanders besser aufgehoben ist. Beziehungsweise renditeträchtiger.

Werde ich die Fastly-Aktie jetzt verkaufen?

Übrigens, die Aktie von Fastly werde ich jetzt natürlich nicht verkaufen, obwohl die Aktie das Zwischenziel des Ausgleichens des TUI-Verlustes erreicht hat. Die grundlegende Wachstumsgeschichte hat in meinen Augen das Potenzial, langfristig noch weiter zu steigen. Entsprechend gebe ich dieser Gewinner-Aktie die Chance, mich weiter zu begeistern.

Das frühzeitige Verkaufen wäre schließlich ein weiterer Fehler, zumal hier die Investitionsthese intakt ist. Mein Beispiel bei TUI und Fastly kann daher unterm Strich ein ganzes Sammelsurium an potenziellen Fehlern und richtigen langfristigen Entscheidungen sein.

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Vincent besitzt Aktien von Fastly. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Fastly.

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