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HeidelbergCement mit solidem 2. Quartal: Ist der Dividendenschock übertrieben?!

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Foto: Getty Images

Die Aktie von HeidelbergCement (WKN: 604700) hat den Coronaschock inzwischen einigermaßen verdaut. Seit dem Tief vom März konnten die Anteilsscheine von einem Aktienkursniveau von 31,00 Euro in der Spitze wieder bis auf das derzeitige Kursniveau von 51,60 Euro (14.07.2020, maßgeblich für alle Kurse) klettern. Das entspricht immerhin einem Kursplus von 66,4 % innerhalb dieses kurzen Zeitraums.

Gerade Einkommensinvestoren werden der Aktie jedoch womöglich immer noch eines übel nachsehen: die Dividendenkürzung. Kurz vor knapp haben die Verantwortlichen entschieden, doch die Ausschüttungssumme je Aktie zu kürzen. Statt der zuvor anvisierten 2,20 Euro gab es im Endeffekt bloß 0,60 Euro ausgezahlt. Und das, obwohl im Vorjahr ein Gewinn in Höhe von 5,50 Euro je Aktie erzeugt worden ist.

Ein Schritt, der übertrieben gewesen sein könnte. Insbesondere in Anbetracht der aktuellen, vorläufigen Zahlen. Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf dieses Zahlenwerk. Und überlegen einmal, was das womöglich für die Dividende bedeuten könnte.

Die aktuellen, vorläufigen Zahlen im Blick!

Wie das Management von HeidelbergCement jetzt unzweifelhat gezeigt und auch betont hat, ist das zweite Quartal besser gewesen, als zunächst erwartet worden ist. Eine grundsätzlich positive Einschätzung, die der Aktie etwas Momentum verleihen könnte. Aber schauen wir uns das im Folgenden etwas näher an.

Mit Blick auf den Umsatz erzielte der DAX-Konzern hier einen Wert von 4.324 Mio. Euro. Das ist besser als die vorherige Erwartung von 3.907 Mio. Euro. Das vorläufige Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen beläuft sich demnach auf 999 Mio. Euro. Hier seien im Vorfeld 707 Mio. Euro erwartet worden. Das vorläufige Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs läge hingegen bei 652 Mio. Euro. Spannende Zahlen. Aber wie sieht eigentlich der Vergleichswert aus?

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Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2019 hat HeidelbergCement jedenfalls Umsätze in Höhe von 4.973 Mio. Euro ausgewiesen. Das Ergebnis des laufenden Geschäfts vor Abschreibungen lag innerhalb dieses Zeitraums bei 1.050 Mio. Euro, das Ergebnis des laufenden Geschäfts bei 702 Mio. Euro. Es zeigt sich daher: So verschieden sind insbesondere die Ergebniszahlen eigentlich nicht. Auch wenn die Umsätze um insgesamt rund 13 % eingebrochen sind.

Was das jetzt wiederum bedeutet

Zugegeben: Man sollte natürlich nicht den operativen Erfolg in einem Quartal messen. Allerdings ist das zweite Quartal dennoch unterm Strich bemerkenswert konstant. Das Coronavirus hat jedenfalls kaum Spuren im Zahlenwerk hinterlassen. Das wiederum führt zu etwas Geschmäckle bei den Kapitalmaßnahmen.

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Vor allem, da HeidelbergCement ursprünglich dividendentechnisch auf einem wirklich sehr, sehr soliden Weg gewesen ist. Die geplante Dividendenerhöhung in diesem Jahr wäre die zehnte in Folge gewesen. Eine bemerkenswerte Historie, die jetzt ein abruptes Ende gefunden hat.

Es mag richtig gewesen sein, zunächst auf den Erhalt von Liquidität zu setzen. Zumal das Coronavirus wie ein Schwarzer Schwan über Märkte und Branchen hinweggefegt ist, wo niemand so richtig sagen konnte, welche Auswirkungen das haben wird. In Anbetracht eines Ausschüttungsverhältnisses von zuletzt rund 40 %, gemessen am 2019er-Gewinn je Aktie, darf man jedoch darüber spekulieren, ob die Kürzung zu kurzfristig geschehen ist.

Ein starkes Signal!

Fest steht für den Moment jedenfalls: Das erste Halbjahr scheint relativ stabil für HeidelbergCement gewesen zu sein. Die Umsätze mögen moderat wegbrechen, die Ergebniszahlen jedoch nicht. Das wiederum hängt teilweise auch mit Sparmaßnahmen zusammen. Allerdings eben auch mit einem vergleichsweise robusten Zahlenwerk.

Mit der Dividendenhistorie der DAX-Aktie ist es jetzt vorbei. Doch, wer weiß: Vielleicht könnte hier im nächsten Jahr eine Dividendenüberraschung warten. Vor allem, wenn das Geschäftsjahr 2020 gar nicht so verkehrt wird. Und das Coronavirus in den nächsten Quartalen seinen Schrecken verliert.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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