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Wie viel Disney+ ist nötig, um die Umsatzeinbußen in den Freizeitparks zu kompensieren?

Walt Disney Shop Disney-Aktie
Foto: The Motley Fool

Die Aktie von Walt Disney (WKN: 855686) macht gegenwärtig eine schwere Zeit durch. Das Coronavirus beziehungsweise seine Ausbreitung führt in diesen Tagen vor allem im umsatzstärksten Bereich der Freizeitparks zu kostspieligen Einschränkungen. Das Geschäftsjahr 2020 scheint von diesem Ereignis stark betroffen, weshalb die Aktie in letzter Zeit massiv abgestraft wird.

Allerdings gibt es einen Hoffnungsstreifen am Firmament: Disney+ startet in diesen Tagen schließlich in weiteren Regionen. Insbesondere in Europa steht der Start bevor und Verbraucher können den 24.03. wohl kaum erwarten. Das könnte zumindest etwas Kompensation bewirken.

Aber wie viele Nutzer wären wohl nötig, um die Einbrüche im Freizeitparkgeschäft zu kompensieren? Oder ist das insgesamt überhaupt möglich? Spannende Fragen, denen wir im Folgenden mal ein wenig mathematisch auf den Grund gehen wollen.

Lass uns ein wenig mit den Zahlen spielen …

Grundsätzlich handelt es sich hierbei natürlich um eine Frage, der wir uns bloß ungefähr nähern können. Und eine wichtige Komponente sind hierbei natürlich die drohenden Umsatzausfälle, die die Freizeitsparte zu verbuchen hat.

Im letzten Geschäftsjahr 2019 kam das Segment auf Umsätze in einer Größenordnung von 26,2 Mrd. US-Dollar. Auf jeden einzelnen Monat berechnet entspricht das einem Anteil von Pi mal Daumen 2,2 Mrd. US-Dollar. Wobei einzelne Monate hier natürlich stärkere Umsätze zu verzeichnen haben. Aber gehen wir der Einfachheit halber einfach mal von diesem Mittelwert aus. Sollten die Coronaeinschränkungen daher einen Monat andauern, so belaufen sich die Umsatzeinbußen auf diesen Wert, bei zwei Monaten auf 4,4 Mrd. US-Dollar und bei drei Monaten womöglich auf 6,6 Mrd. US-Dollar. Grobe Richtwerte, wie gesagt.

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Disney+ hingegen wird für zuverlässigere Einkommen auf Monatsbasis sorgen. Das grundsätzliche Abomodell kostet dabei 6,99 US-Dollar pro Monat. Beziehungsweise in jedem Jahr 69,99 US-Dollar. Um auf Basis der Jahresgebühr daher eine Kompensation zu erzielen, sind ca. 31,4 Mio. Nutzer notwendig. Für jeden einzelnen Monat quasi.

Sollten die Freizeitparks also zwei Monate geschlossen sein, so könnten 62,8 Mio. Nutzer das kompensieren, bei drei Monaten würde es hingegen 94,2 Mio. Streamer benötigen. Zahlen, die sehr deutlich unterstreichen, dass ein langfristiger Ausfall in diesem Segment wohl eher begrenzt durch das Streaming kompensiert werden kann. Zumal das sogar der Jahresbeitrag ist, den wir einfach glatt heruntergebrochen haben.

Dabei gibt es außerdem einige Rabatte zu berücksichtigen. Die 69,99 US-Dollar beziehungsweise Euro sind schon der rabattierte Betrag, allerdings gibt es zum Start gewisse Aktionen. In Deutschland wird das erste Jahr für 59,99 Euro zu haben sein, was einem Betrag von 5,00 Euro pro Monat entspricht. Zudem werden einige Nutzer anderer Dienste weitere Rabatte erhalten.

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Wenn wir daher davon ausgehen, dass Disney+ insgesamt einen Rabatt von ca. 15 % einräumt, so werden ca. 36,1 Mio. Streamer die Umsätze der Freizeitparks in einem Monat kompensieren können. Eine große Zahl, die hier näherungsweise eine Vorstellung davon vermittelt, welche Mühen für das umsatzstärkste Segment notwendig sein werden.

Der Streaming-Dienst kann das Jahr nicht retten!

Der Streaming-Dienst Disney+ wird das laufende Geschäftsjahr 2020 daher wohl eher nicht retten können. Per Ende des letzten Quartals konnte Walt Disney knapp unter 30 Mio. Verbraucher vorweisen. Selbst wenn sich diese Zahl nach dem Europastart verdoppeln würde, was ein signifikanter Erfolg wäre, so reichen die Umsätze bloß aus, um zwei Monate ansatzweise zu kompensieren.

Allerdings wird Walt Disney nach einem Rekordkinojahr auch hier nun Einschränkungen haben. Starts werden verschoben, Dreharbeiten ebenfalls und nach einem starken Filmstudiogeschäft 2019 ist die Pipeline sowieso nicht gleichrangig stark gewesen.

2020 wird für Walt Disney daher ein schwieriges Jahr, wobei die Fortschritte bei Disney+ dennoch ein wichtiges Zünglein an der Waage sein können. Früher oder später werden die Einschränkungen in den Freizeitparks schließlich der Vergangenheit angehören. Und dann wird der Micky-Maus-Konzern wohl auch in seinem umsatzstärksten Bereich wieder sein volles Potenzial ausspielen können.

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Vincent besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $60 Call auf Walt Disney und Short April 2020 $135 Call auf Walt Disney.

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