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Wirecard-Aktie im Buffett-Check: Würde die Investorenlegende hier zuschlagen?

Nahaufnahme des weltbekannten Investors Warren Buffett
Foto: The Motley Fool

In Zeiten der Korrektur hilft es immer wieder, sich auf die Ratschläge langfristig erfolgreicher Investoren zu konzentrieren. Ganz oben auf dieser Liste steht definitiv Warren Buffett. Er steht für viele der Werte, die wir Fools auch vertreten, investiert langfristig und unternehmensorientiert.

Drei Merkmale, auf die Buffett bei seinen Unternehmen besonders achtet, sind ein simples Geschäftsmodell, das Vorhandensein von Wettbewerbsvorteilen beziehungsweise Burggräben und ein vertrauenswürdiges und kompetentes Management. Schauen wir mal, ob die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie dieser harten Prüfung standhält!

Wie verdient Wirecard Geld?

Wahrscheinlich hast du dir noch nie darüber Gedanken gemacht, wie genau der Händler sein Geld bekommt, wenn du im Geschäft mit einer Kreditkarte zahlst. Beteiligte sind neben dir und dem Händler die Bank, die die Karte ausgegeben hat (Issuer), die Kartenakzeptanzstelle, die die Zahlung verarbeitet und abrechnet (Acquirer) und der Zahlungsabwickler des Händlers, der auch das Terminal bereitstellt (PSP). Ziemlich viele Akteure, einfach nur, um Geld von A nach B zu schicken!

Wirecard deckt mit seiner Plattform Issuing, Acquiring und Zahlungsabwicklung ab und bietet zusätzlich Mehrwertdienste wie Risikomanagement, Betrugsprävention-Datenanalyse-Tools und Unterstützung für Kundenbindungsprogramme. Auf all diesen Stufen der Wertschöpfungskette verdient Wirecard Geld, wobei der Löwenanteil aus Zahlungsabwicklung und Betrugsmanagement stammt.

Insgesamt ist dieses Geschäftsmodell schon ziemlich kompliziert – zumindest im Vergleich mit Warren Buffetts Lieblingsunternehmen Coca-Cola (WKN: 850663), dessen Aufgabe es ist, Getränke herzustellen.

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Hat Wirecard einen Burggraben?

Die komplexe Struktur der Payment-Branche macht es nicht unbedingt einfach, Wettbewerbsvorteile auszumachen. Man könnte es durchaus als Vorteil sehen, dass Wirecard mit seiner Plattform die ganze Wertschöpfungskette abdeckt. Jedoch verfolgt der aufstrebende Konkurrent Adyen (WKN: A2JNF4) dieselbe Strategie und erzielt hiermit Wachstumsraten, die sogar noch höher ausfallen als die Wirecards.

Auch die globale Präsenz Wirecards und die teils sehr hochkarätigen Partner sind nichts, was Adyen nicht auch vorzuweisen hätte. Zudem verfügen die Holländer genau wie Wirecard über einen Ankerinvestor aus Asien. Während dies bei Wirecard der japanische Tech-Riese SoftBank (WKN: 891624) ist, besitzt bei Adyen die Holdinggesellschaft der Regierung Singapurs ein dickes Aktienpaket.

Es muss nicht zwingend schlecht für Wirecard sein, dass das Unternehmen aktuell über keinen echten Burggraben verfügt – aber an dieser Stelle würde die Aktie wohl durch den Buffett-Test rasseln.

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Wie ist das Management einzuschätzen?

Die bekannteste Person in Wirecards Vorstandsetage ist ohne Frage CEO Markus Braun, der seit 2002 auf dem Chefsessel zu Hause ist. Er scheint eine sehr langfristige und unternehmensorientierte Einstellung zu haben, was sich hervorragend mit meinen und Warren Buffetts Interessen deckt. Zudem untermauert er seine Überzeugung durch einen siebenprozentigen Anteil am Zahlungsdienstleister.

Die verbleibenden Vorstände für die Ressorts operatives Geschäft, Finanzen und Personal sind jeweils seit weit über zehn Jahren bei Wirecard und somit gewissermaßen Eigengewächse der Aschheimer, was ich sehr positiv finde.

Während der gesamten Financial Times-Affäre blieb CEO Braun sehr gelassen und fokussierte sich stets auf die langfristigen Chancen des Unternehmens. Zudem ist positiv anzumerken, dass das Unternehmen seine Finanzziele in den letzten Jahren immer erreicht oder sogar übertroffen hat, was die Glaubwürdigkeit des Managements unterstreicht.

Fazit

Wirecard verfügt über ein recht komplexes Geschäftsmodell, das außerdem keine klaren, langfristigen Wettbewerbsvorteile erkennen lässt. Dafür überzeugt Wirecard mit einem vertrauenswürdigen Management.

Insgesamt denke ich nicht, dass man Warren Buffett mit dieser Kombination überzeugen könnte – was aber nicht heißen muss, dass sich die Wirecard-Aktie in Zukunft schlechter entwickelt als der Markt.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool empfiehlt Softbank.

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