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Wasserstoffaktien sind 2019 sensationell gestiegen – geht die Party 2020 weiter?

Wasserstoff-Aktien
Foto: Van Hool NV

Eine Gruppe von Aktien, die sich 2019 extrem gut entwickelt hat, sind die Aktien von Wasserstoffspezialisten: Die norwegische Nel (WKN: A0B733) verteuerte sich um 92 %, das US-Unternehmen Plug Power (WKN: A1JA81) legte einen Kurssprung um 154 % hin und die kanadische Ballard Power Systems (WKN: A0RENB)-Aktie schaffte mit 200 % Kursplus eine punktgenaue Verdreifachung innerhalb eines Jahres!

Welche Entwicklungen haben das 2019 möglich gemacht und geht es 2020 genauso bombastisch weiter?

Öffis und Stahl

Was haben öffentliche Verkehrsmittel und die Stahlproduktion gemeinsam? In beiden Anwendungsgebieten könnte in Zukunft Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen.

Zum Einsatz der Wasserstofftechnologie in Bussen wurde Anfang Juni 2019 ein europäisches Konsortium namens H2Bus gegründet, das einige namhafte Akteure aus der Wasserstoffbranche enthält, darunter Ballard und Nel. Erklärtes Ziel ist es, in europäischen Städten 1000 mit Wasserstoff betriebene Busse auf die Straße zu bringen und auch die zugehörige Infrastruktur aufzubauen. Außerdem soll demonstriert werden, dass Brennstoffzellenbusse die günstigste Option für klimaneutrale Mobilität sind. Der Startschuss soll in den nächsten Jahren mit Auslieferungen in Dänemark, Lettland und Großbritannien erfolgen.

Generell gibt es momentan viele Entwicklungen in diese Richtung: In Wuppertal kommen ab Februar zehn Wasserstofflinienbusse auf die Straße, zudem plant Flixbus einen europäischen Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb. Auch das Angebot der Hersteller verbreitert sich: Solaris stellte letztes Jahr einen Wasserstofflinienbus vor und Mercedes funktionierte den batterieelektrischen eCitaro zu einer Art Hybrid mit Wasserstoffbrennstoffzelle als Reichweitenverlängerer um.

Auch die Dynamik im Markt für Stahlproduktion nimmt zu: Hersteller wie Arcelor MittalSalzgitter und Thyssen-Krupp streben weg von der Kohle und hin zum klimaneutralen, aus Ökostrom mittels Elektrolyse gewonnenen Wasserstoff.

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Auch das Joint Venture Hybrit Development, bestehend aus dem Stahlproduzenten SSAB, dem Bergbauunternehmen LKAB und Vattenfall mischt mit und hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 die erste völlig klimaneutrale Stahlproduktionslinie zu entwickeln.

Energiespeicher und Übernahmen

Besonders großes Potenzial verspricht Wasserstoff bei der Stromspeicherung. Im Zusammenspiel mit Batteriefarmen könnten Power-to-Gas-Technologien die Lösung für das altbekannte Problem sein, dass die Sonne nicht 24 Stunden lang scheint.

Wie funktioniert das Ganze? Überschüssiger Strom kann tagsüber genutzt werden, um durch Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Abends und nachts wird die Reaktion umgekehrt: Aus dem Wasserstoff wird in einer Brennstoffzelle Wasser und elektrischer Strom, der wieder ans Netz abgegeben werden kann.

Bei Power-to-Gas geht Deutschland mit gutem Beispiel voran: So soll im Hamburger Hafen eine Anlage zur Produktion von 100 Megawatt grünem Wasserstoff entstehen. Gemeinsam mit den anderen norddeutschen Bundesländern soll eine Art norddeutsche Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden. Bis 2030 soll die Power-to-Gas-Leistung den Plänen nach auf ganze 5 Gigawatt ausgebaut werden. Ein echtes Großprojekt, denn die weltweite Gesamtleistung aller aktuell existierenden Elektrolyseure liegt gerade einmal bei einem Zehntel der geplanten Leistung.

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Angesichts der großen Marktchancen ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Großkonzerne das Thema „Wasserstoff“ für sich entdecken: Bekannte Konzerne wie BoschLinde und Siemens investieren kräftig. Bei den kleineren, spezialisierten Unternehmen wie Ballard, Nel und Plug Power sorgt das natürlich für Übernahmefantasien.

Fazit mit Blick auf 2020

Angesichts des zunehmenden Momentums rund um das Thema „Wasserstoff“ – ob im Straßenverkehr, bei der Stahlproduktion oder in der Energiebranche – und des möglicherweise wachsenden Übernahmehungers großer Konzerne ist es nicht verwunderlich, dass Wasserstoffaktien ein derart gutes Jahr 2019 hatten. Auch das begrenzte Umsatzwachstum in den ersten neun Monaten 2019 und die andauernden operativen Verluste bei den drei Spezialisten konnten die gute Stimmung nicht trüben.

Umsatzwachstum

Q1 bis Q3 im Vorjahresvergleich

Operative Marge

Q1 bis Q3

Ballard Power Systems– 5,4 %– 30,9 %
Nel ASA+ 8,1 %– 48,6 %
Plug Power+ 15,0 %– 37,1 %

Quellen: Ballard Power, Nel, Plug Power, eigene Berechnungen

Um 2020 zu einem weiteren erfolgreichen Jahr für Wasserstoffaktien zu machen, wird es entscheidend sein, dass das Momentum in der Wasserstoffwirtschaft bestehen bleibt und dass sich die Zahlenwerke der Unternehmen verbessern – sowohl beim Umsatz, als auch bei der Profitabilität. Denn die Bewertungen sind mittlerweile sehr hoch, und je höher die Kurse steigen, desto schwieriger wird es, weitere Anstiege zu rechtfertigen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Ballard Power Systems und Nel ASA. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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