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Meine 3 Top-E-Mobility-Spezialisten für 2020

Volkswagen ID. BUZZ study charged at a IONITY high power charging station.
Foto: Volkswagen AG

Keine Frage, im nächsten Jahr werden die Verkaufszahlen bei elektrifizierten Fahrzeugen geradezu explodieren. Zig Modelle vom Kleinstwagen bis zum Lkw sind angekündigt und jedes davon benötigt ein kräftiges Batteriesystem und einen elektrischen Antriebsstrang. Während die Hersteller vielfach unter den Belastungen der Umstellung ächzen, ergeben sich für technisch führende Zulieferer außerordentliche Wachstumschancen.

Vor einigen Tagen habe ich die Vorzüge von AKASOL (WKN: A2JNWZ) vorgestellt, dessen Aktie ich im Moment eine Menge zutraue. Für das kommende Jahr 2020 gehören jedoch auch die folgenden drei Unternehmen ganz oben auf die Watchlist: Es handelt sich dabei um Voltabox (WKN: A2E4LE), Nidec (WKN: 505531) und Aumann (WKN: A2DAM0).

Durchstarten nach holprigem Start

Erfolgreiche Börsengänge sehen anders aus. Voltabox hat sich bei seinen Anlegern bisher nicht beliebt gemacht. Die Tendenz der Aktie zeigt seit Oktober 2017 stetig nach unten. Bei Kursen von unter 7 Euro (11.12.2019) liegt die Marktkapitalisierung nur noch knapp über 100 Mio. Euro, obwohl das Unternehmen fast 140 Mio. Euro eingesammelt hatte.

Das alles würde eigentlich nur Sinn ergeben, wenn Voltabox das Geld sinn- und erfolglos verbrannt hätte über die letzten zwei Jahre. Und tatsächlich sehen es die Analysten von Hauck – Aufhäuser so und merken an, dass die Geschäftsentwicklung „desaströs“ gewesen sei. Sie gaben im August ein Kursziel von mickrigen 3 Euro aus.

Diese Einschätzung erscheint mir nun aber doch sehr übertrieben. Schließlich kann das Management weiterhin auf einen Auftragsbestand von 1,1 Mrd. Euro verweisen, der über die kommenden fünf Jahre abgearbeitet werden soll. Ausgehend von 75 Mio. Euro Umsatz im aktuellen Jahr entspricht dies einer durchschnittlichen Steigerung von jährlich fast 40 %, sodass 2024 ein Umsatz von circa 400 Mio. Euro generiert würde – allein auf Basis bestehender Rahmenverträge.

Hinzu kommen die neuen Vertriebserfolge, die nach meiner Modellrechnung bis in fünf Jahren sicherlich noch einen dreistelligen Millionenbetrag beisteuern werden. Da das Management über die letzten Monate hart daran gearbeitet hat, die Kostenstruktur zu verbessern und sich bei akquirierten Projekten auf höhermargiges Geschäft fokussieren will, sollte es bald auch mit der Profitabilität klappen. Mittelfristig könnten von über 500 Mio. Euro Umsatz 5 % Gewinn übrig bleiben. Das wären 25 Mio. Euro bei weiterhin guten Wachstumsaussichten.

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Ich kann mir kaum vorstellen, dass es die Aktie dann noch zu einer Marktkapitalisierung von 100 Mio. Euro gibt. Vielmehr wäre locker das Fünffache drin, wenn die Investitionsthese voll aufgeht.

Der E-Motor-Champion fordert die etablierten Zulieferer heraus

Fast alle großen Lieferanten der Automobilindustrie versuchen ihr Glück im Umfeld der Elektromobilität, egal ob sie Mahle, Bosch oder ZF heißen. Sie alle haben jedoch gemein, dass bisher ein großer Teil ihres Geschäfts am Verbrennungsmotor hängt. Bei Nidec sieht die Sache völlig anders aus: Der japanische Elektromotorspezialist hatte bisher nur am Rande etwas mit Autos zu tun. Vielmehr ist er mit Präzisionsmotoren für Festplattenlaufwerke groß geworden, wo er fast ein Monopol erobert hat.

Durch zahlreiche Übernahmen hat sich der Konzern über die letzten Jahre ein weltumspannendes Imperium zusammengekauft, sodass heute auch leistungsstarke Industriemotoren samt Wechselrichtern, Ladestationen und stationären Energiespeichern zum Produktspektrum gehören. Mit zunehmender Intensität sucht Nidec auch im Automobilbereich seine Chancen. Eine Besonderheit sind seine geschalteten Reluktanzmotoren, die keinerlei Seltenerden benötigen. Es wird bereits seit Jahren daran geforscht, sie für automobile Anwendungen fit zu bekommen.

Zudem ist das Management zuversichtlich, dass es einen Leistungssprung bei konventionelleren Motortypen erzielen kann. Mit einer Komponententochter der Guangzhou Automobile Group (WKN: A1C2W3) wurde kürzlich ein Joint Venture gegründet zur gemeinsamen Entwicklung von elektrischen Antriebssträngen.

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Bereits zuvor wurde eine E-Achse vorgestellt sowie ein In-Wheel-Motor, der kompakt und leicht genug ist, um im Radkasten Platz zu haben. Ab 2023 will man damit in die Großserie gehen. In den letzten zwei Jahren entwickelte sich die Aktie dieses auf Wachstum gepolten Konzerns eher seitwärts. Schon nächstes Jahr könnte ein erfolgreicher Eintritt in die Elektromobilität für neuen Schwung sorgen.

Es kommt auch auf die Fertigungseffizienz an

Effiziente Motortechnik ist schön und gut, aber fast noch wichtiger ist, diese Komponenten auch hochautomatisiert und in einheitlich hoher Qualität fertigen zu können. Dafür braucht es Maschinen, wie sie neben Aumann nur wenige Konkurrenten liefern können. Mit ihrer starken Technologieposition sieht sich das Unternehmen auf dem Weg zur Weltmarktführerschaft. Aumann kann Fertigungslinien für eine Vielzahl von Modulen und Bauteilen liefern, darunter auch zur Montage von Batteriepacks und Brennstoffzellenstacks.

Die besondere Stärke liegt jedoch bei den Einzelteilen eines Elektromotors. Zuletzt spürte Aumann große Zurückhaltung bei der potenziellen Kundschaft aufgrund des unsicheren Marktumfelds. Schon nächstes Jahr könnte sich der Investitionsstau auflösen.

Beispielsweise hat sich nun Daimler (WKN: 710000) dafür entschieden, zukünftig doch auf selbst gebaute E-Motoren zu setzen. Dafür werden die besten Produktionsanlagen benötigt und Aumann steht sicherlich auf der Liste der möglichen Lieferanten.

Angesichts der durchaus spannenden Wachstumsaussichten macht der zurückgekommene Kurs die Aktie nur noch attraktiver. Seit Ende April hatte sie in der Spitze etwa zwei Drittel ihres Werts verloren, weil es mit der Expansion langsamer als erhofft voranging und die Profitabilität litt.

Nun mehren sich die Anzeichen, dass der Kurs nachhaltig nach oben drehen könnte. Deshalb ist Aumann für mich neben Nidec und Voltabox eine heiße E-Mobility-Aktie für 2020.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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