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BOSCHs milliardenschwere Brennstoffzellen-Offensive: Ein Segen für die NEL-Aktie

Tanklastwagen Industrie UGI Erdgas
Foto: Getty Images

Wenn es um Wasserstoffinvestments geht, konzentrieren sich viele Anleger auf das Thema „Brennstoffzellen“. Dort kommt nun anscheinend Dynamik rein, nachdem große Spieler wie Cummins (WKN: 853121), Schaeffler (WKN: SHA015) und insbesondere Bosch ihr Gewicht einbringen, um dieser Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Fuel-Cell-Aktien könnten also eine gute Idee sein. Noch größere Potenziale sehe ich jedoch bei der Elektrolyse.

Bosch macht jetzt Druck

Dass Bosch Thermotechnik mit Ceres Power (WKN: A2NB49) einen Effizienzsprung in der dezentralen Energieversorgung erreichen will, ist sicherlich schon mal interessant. Noch spannender ist jedoch, was Bosch mit PowerCell Sweden (WKN: A14TK6) treibt. Denn dabei geht es um mobile Anwendungen und Bosch will seine massiven Ressourcen dafür einsetzen, die Technologie der Schweden in die Großserie zu überführen.

Ob der Elektro-Lkw-Bauer und enge Partner Nikola den Stack von Bosch beziehen wird, ist noch nicht bekannt. So oder so bauen die Schwaben ihr internes Know-how und die Fertigungstiefe kontinuierlich aus und wollen bis in einigen Jahren Milliarden mit entsprechenden Systemen umsetzen. Milliarden! Auf Basis dieser Prognose halte ich es für realistisch, dass der Gesamtmarkt im Laufe des kommenden Jahrzehnts auf zig Milliarden Euro anschwellen wird.

Diverse Spezialisten wie Ballard Power (WKN: A0RENB) sowie Mitstreiter wie Cummins, Schaeffler und diverse Autokonzerne wollen schließlich ebenfalls gute Umsätze in diesem Markt erwirtschaften. Im Jahr 2019 wurde definitiv der Schalter umgelegt: Die ewige Zukunftstechnologie macht sich nun auf den Weg aus der Nische in den Massenmarkt. Dieser Prozess mag vielleicht noch fünf bis zehn Jahre dauern, aber aufzuhalten ist er jetzt wohl nicht mehr.

Also alles auf Brennstoffzellen setzen?

Hier entwickelt sich also ein richtig großes Geschäft und die naheliegendste Idee, um davon zu profitieren, wäre, auf einige der Brennstoffzellenspezialisten zu setzen. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass diese nun eben genau gegen die vorgenannten Großkaliber antreten müssen. Bosch und die anderen finanzstarken Akteure werden nun alles daransetzen, die Kosten nach unten zu treiben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

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Da die Spezialisten chronische Margenprobleme plagen, halte ich es für wahrscheinlich, dass einige davon auf der Strecke bleiben werden, wenn der Gesamtmarkt abhebt. Das wäre zwar tragisch, aber wir kennen das aus Märkten wie Solarmodulen und Windturbinen. Es sind die schnellen Skalierer, die die behäbigeren und klammen Spieler gnadenlos aus dem Markt drängen.

Auf Bosch selbst kann man natürlich nicht setzen und für Cummins sowie andere Zulieferer, die aus dem Verbrennerbereich kommen, könnte das Ganze ein Nullsummenspiel sein. So richtig überzeugt bin ich daher von dieser Anlageidee nicht, zumal es ja trotz aller Begeisterung noch einige Zeit dauern wird, bis der Rubel rollt.

Was man stattdessen erwägen könnte

Viel klarer erscheint mir daher das andere Ende der Wasserstoffwirtschaft, nämlich die Erzeugung von grünem Wasserstoff. Wenn mittel- bis langfristig jährlich Millionen Fahrzeuge mit Brennstoffzellensystem abgesetzt werden, dann werden dafür nicht nur Tankstellennetze gebraucht, sondern auch günstiger Brennstoff. Der Aufbau dieser Infrastruktur erfolgt zeitlich vor der Kommerzialisierung der Fahrzeuge, weshalb die Umsätze hier früher in die Höhe schießen sollten.

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Wie bei den Brennstoffzellen gibt es auch bei den Elektrolysesystemen vielfältigen Wettbewerb. Aber wenn es um Anlagen im industriellen Maßstab geht, sehe ich NEL (WKN: A0B733) ganz vorne dabei. Bereits seit Jahren verfolgen die Norweger ihre Vision einer hocheffizienten Wasserstoffherstellung aus günstiger Wind-, Solar- und Wasserkraft. NEL investiert konsequent in die Automatisierung der eigenen Fertigung, um so die Chance zu ergreifen, der aufkommenden Konkurrenz zu enteilen.

Dass NEL daneben auch noch die Tankstellen aus einer Hand liefern kann, ist ein zusätzliches Plus, da Elektrolyse- und Distributionskapazitäten häufig gleichzeitig aufgebaut werden.

Hier kommt ein mächtiger Mechanismus in Gang

Bosch und Co. sorgen jetzt also dafür, dass Brennstoffzellen in Lkws, Bussen, Zügen, Schiffen und vielleicht auch irgendwann in Pkws in großer Stückzahl zum Einsatz kommen. Mit ihren globalen Ressourcen können sie dabei eine Menge bewegen. Die Investitionen in die passende Infrastruktur ergeben sich dabei fast schon von allein.

Ein atmosphärischer Alkaline-Elektrolyseur von NEL produziert bis zu 8.000 Kilogramm Wasserstoff pro Tag, während ein Pkw heute mit einem Kilogramm davon rund 100 Kilometer weit fährt. Daraus lässt sich ableiten, dass für jeweils 1.000 Nutzfahrzeuge – bei einem Tagesverbrauch von 8 Kilogramm – ein weiteres großes Anlagenmodul gebraucht wird. Letztlich werden es Tausende sein und NEL ist gut positioniert, um sich von diesem Kuchen ein großes Stück abzuschneiden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Cummins.

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