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Erhalte ich als ETF-Investor wirklich direkt ein breites Portfolio?

Investition in dich selbst
Foto: Getty Images

Es mag für neue Investoren womöglich etwas verwunderlich erscheinen, aber ja: Als ETF-Investor erhält man bei einem Passivfonds wirklich direkt auf einen Streich einen bunten Mix aus verschiedenen Aktien. Oder ein breites Portfolio. Oder eben eine hohe Diversifikation – je nachdem, für welche Wortwahl du dich an dieser Stelle entscheiden würdest.

Genau wie bei einem aktiven Aktienfonds bündelt die passive Variante viele Vertreter in sich und gibt dir so die Möglichkeit, direkt an vielen Chancen zu partizipieren: mal von einem breiten Index, mal hingegen von gewissen Themen oder Dividendenaktien. Letztlich kann man solch einen Mix als Passivinvestor relativ einfach erreichen, und zwar zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Vor allem im Vergleich zu Aktivfonds.

Trotz dieses breiten Mixes existieren hier dennoch einige Dinge, die man als Investor beachten sollte. Sie werden möglicherweise deine Sinne für die langfristigen Möglichkeiten mit Passivfonds schärfen und zu einem besseren Urteilsvermögen im Bezug auf Chancen und Risiken führen.

Ein Kurs mit marktüblichen Risiken

Insbesondere beim Risiko irren viele Investoren womöglich häufig, was die Auswahl einzelner oder auch mehrerer Passivfonds anbelangt. Zwar erhalten Investoren hier die Möglichkeit, unter dem Deckmantel eines gebündelten Fondskursniveaus eine marktübliche Rendite einzufahren. Allerdings erhalten sie im Gegenzug auch den ganzen Satz marktüblicher Risiken.

Klar, Einzelrisiken sind bei einem Fonds- und ETF-Ansatz natürlich minimiert. Sollte Aktie A, die zu einem Index gehört, beispielsweise ordentlich an Wert verlieren, wird sich das im Fondskurs nicht sonderlich stark bemerkbar machen. Sofern jedoch alle Aktien oder – um in der Metapher zu bleiben – alle Aktien von A bis Z innerhalb des Passivfonds korrigieren, wird das auch den Fondskurs abstürzen lassen. Ein marktübliches Risiko bleibt daher grundsätzlich bestehen.

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Korrekturen kommen hierbei mit einer gewissen Regelmäßigkeit vor. Zwar können wir nicht mit Sicherheit sagen, dass es alle x Jahre passieren wird, jedoch gehören größere Korrekturen zu einer langfristig marktüblichen Rendite dazu. Womöglich sollte man dieses Maß der Volatilität einfach als Preis für die Möglichkeit sehen, langfristig im Schnitt höhere einstellige Renditen einfahren zu können. Dementsprechend sollte man auch in gewisser Regelmäßigkeit mit solchen Korrekturen rechnen.

Oder anders formuliert: Erwarte, dass auch dein ETF-Portfolio möglicherweise zeitweise mal 20 %, 30 % oder im schlimmsten Fall auch stärker einbrechen wird. Das gehört auch zu einem passiven Ansatz dazu, wenn die Märkte in Korrekturstimmung sind.

Es gibt nicht nur Sieger in deinem Portfolio

Eine zweite Sache, auf die sich ETF-Investoren speziell bei einem marktbreiten Ansatz einlassen müssen, ist außerdem, dass sie nicht bloß in Sieger-Aktien investieren werden. Jeder größere Index vereint schließlich einige aussichtsreiche Aktien in sich, einige Vertreter, die hingegen langfristig an Wert verlieren werden, und eine ganze Menge Aktien dazwischen, die wohl irgendwo den breiten Markt widerspiegeln. Auch das gehört zum Deal, den man als Passivinvestor eingeht.

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Wer hingegen nur in die Crème de la Crème investieren möchte, sollte auf einzelne Aktien setzen. Auch hier wird man vermutlich nicht bei jeder einzelnen Aktie richtig liegen (falls doch, verrate mir bitte dein Geheimnis!), allerdings kann man die Treffsicherheit hier doch deutlich erhöhen.

Das Leben eines ETF-Investors an der Börse ist somit von Kompromissen geprägt – von Kompromissen bei der Haltedauer, bei der durchschnittlichen Rendite und auch bei der eigenen Zusammensetzung des Portfolios. Auch damit wird man sich als passiver Investor abfinden müssen.

Zurück zum Anfang …

Wie wir daher im Endeffekt sehen können, ist es definitiv möglich, mithilfe eines ETF ein diversifiziertes Portfolio zu bekommen. Man kann auch sagen: Das ist überhaupt erst der Sinn der Sache, warum es diese beliebten Passivfonds gibt.

Nichtsdestoweniger sollte man sich auch hierbei mit den marktüblichen Risiken beschäftigen und sich damit abfinden, dass diese Passivfonds immer ein Kompromiss sein werden. Das gehört zum Gesamtpaket einfach dazu.

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