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Thomas-Cook-Pleite: Warum die TUI-Aktie jetzt steigt

Eingestürzte Konstruktion vor Bergpanorama
Foto: Ralf Anders

Thomas Cook (WKN: A0MR3W) ist also pleite. Im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht haben wir nun die Gewissheit, dass es mit dem Reiseunternehmen nicht weitergehen wird, wobei diese Metapher nur bedingt zutrifft. Denn immerhin haben sich die Anzeichen für seine solche Möglichkeit bereits lange angedeutet und lediglich die Meldung der Pleite wurde über Nacht bekannt.

Ein Profiteur gleich zu Beginn dieser Woche scheint jedenfalls die Aktie des Konkurrenten TUI (WKN: TUAG00) zu sein. Zumindest stieg das Papier dieses ebenfalls leicht kriselnden Reiseunternehmens, das jedoch weit entfernt von einer existenziellen Bedrohung ist, in einer kurzfristigen ersten Reaktion um knapp 7 %.

Doch was sind die Gründe für diese merkwürdig verzwickte Entwicklung und wie wird es bei TUI in den kommenden Wochen und Monaten weitergehen? Eine spannende Frage. Versuchen wir, ein paar Antworten zu finden.

Konkurrenz weg – Bühne frei?

Es scheint eine häufige erste Reaktion zu sein, dass die Aktie eines Konkurrenten gefragter ist, wenn sich das Wettbewerbsfeld ein wenig lichtet. Was heute die TUI ist, war vor rund zwei Jahren noch die Lufthansa (WKN: 823212). Zum damaligen Zeitpunkt begann die Airline AirBerlin von der Bildfläche zu verschwinden – was dem Kranich-Konzern einen gewissen Auftrieb verlieh.

Nun, zwei Jahre später, ist es also Thomas Cook, das doch eher unfreiwillig die Bühne räumt und dem Kontrahenten TUI einen kräftigen Auftrieb verschafft. Tatsächlich könnte im momentan angespannten deutschen Reisemarkt weniger Konkurrenz das Geschäft für TUI ein wenig beleben – allerdings dürfte TUI hier lediglich mittelbar vom Ausscheiden der Konkurrenz profitieren.

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Es kann natürlich zunächst sein, dass die vielen gestrandeten Urlauber, über die gegenwärtig berichtet wird, bei ihren Umdisponierungen auf Konkurrenzangebote umsteigen müssen. Allerdings könnten es hier vermehrt Airlines sein, die dabei kurzfristig Kasse machen. Investoren sollten daher vielleicht nicht mit raschen und gewaltigen operativen Verbesserungen bei dem direkten Thomas-Cook-Konkurrenten rechnen. Wobei die für TUI möglicherweise gar nicht notwendig sind.

Es sind die Aussichten, Fool!

Denn im Endeffekt könnten es die wieder zunehmend heller werdenden Aussichten sein, die TUI einen gewissen Auftrieb verleihen. Wobei die Thomas-Cook-Pleite hierbei lediglich als Katalysator oder Wachrüttler fungieren könnte – denn bereits seit einiger Zeit hat sich hier ein Wandel abgezeichnet.

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Die Aktie von TUI war schließlich schon im Vorfeld preiswert bewertet und durchaus dividendenstark. Lediglich die Boeing-Katastrophe in diesem Jahr legte sich wie ein Schleier über die Aktie, wobei auch dieses Belastungsmoment durch Kompensationen oder auch einfach durch das Vorbeigehen dieser durchwachsenen Krisenperiode ausgestanden sein könnte. Die Boeing-Ausfälle werden schließlich nicht ewig währen und TUI sich für die kommende Saison für den Fall der Fälle mit Sicherheit rüsten.

Dass nun mit Thomas Cook ein direkter Konkurrent das Feld verlassen muss, könnte somit in der nächsten Urlaubssaison für deutlich anziehende Geschäfte sorgen. Das scheinen die Investoren gegenwärtig jedenfalls mit ihren Kursaufschlägen entsprechend zu quittieren.

Des einen Leid, des andern Freud

TUI scheint sich weiterhin zu berappeln. Die Bewertung ist noch immer günstig, so manches Problemfeld womöglich ausgestanden. Dass mit Thoms Cook nun ein Wettbewerber das Feld räumen muss, könnte die Aussichten weiter aufhellen.

Wer weiß, vielleicht läutet diese Pleite eine kräftige Gegenbewegung bei der TUI-Aktie ein? Das hätte zumindest ein kleines bisschen etwas von ausgleichender Gerechtigkeit in diesem in der Vergangenheit doch häufig gebeutelten Markt der Reiseunternehmen.

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Vincent besitzt Aktien von TUI. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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