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Banken als solide Dividendenzahler? Aber natürlich: Wells Fargo und HSBC im Check auf ihre Ausschüttungstauglichkeit

Passives Nebeneinkommen mit Aktien
Foto: Getty Images

Wollte man hierzulande jemandem Bankaktien als Dividendenanlage empfehlen, er würde wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln. Denn unsere beiden großen Finanzinstitute Commerzbank (WKN: CBK100) und Deutsche Bank (WKN: 514000) fassen die meisten von uns vermutlich nicht einmal mit der Kneifzange an. Und als solide Dividendenzahler für das Depot eignen sie sich auch nicht.

Doch es gibt sie natürlich auch im Bankenbereich. Unternehmen, die durchaus interessante Dividendenaktien darstellen und Anleger entweder mit einer guten Historie der Ausschüttung oder einer hohen Dividendenrendite erfreuen können. Mit Wells Fargo (WKN: 857949) und HSBC (WKN: 923893) schauen wir uns heute zwei Vertreter aus dem Bankensektor einmal genauer an.

Schauen wir auch gleich auf die aktuelle Dividendenrendite

HSBC ist eine Großbank aus Großbritannien, die international tätig ist. Hauptsächlich in Asien ist sie stark vertreten und macht dort gute Geschäfte. Da HSBC seine Ausschüttung in US-Dollar zahlt, muss man, um die Dividendenrendite in Heimatwährung zu erhalten, den Kurs erst umrechnen.

Glücklicherweise weist HSBC aber auf seiner Webseite die vergangenen Dividendenzahlungen auch in GB-Pound aus. In den letzten zwölf Monaten hat HSBC insgesamt 0,39 GB-Pound je Aktie an Dividende ausbezahlt. Dies ergibt beim aktuellen Kurs von 6,16 GB-Pound (20.09.2019) eine Dividendenrendite von 6,33 %.

Das scheint durchaus eine interessante Anfangsrendite zu sein, aber sie ist auch deswegen recht hoch, weil der Kurs von HSBC die letzten Monate kein sehr gutes Bild abgeliefert hat.

Bei der US-Bank Wells Fargo handelt es sich um einen der größten Anbieter von Finanzdienstleistungen in den Vereinigten Staaten. Das Finanzinstitut, dessen Serviceangebot fast alles an Bankleistungen wie Finanzierungen, Leasing, Aktienhandel oder Vermögensberatung abdeckt, bedient dort circa jeden dritten Haushalt.

Hier flossen die letzten zwölf Monate insgesamt 1,76 US-Dollar Dividende je Aktie an die Aktionäre. Die Dividendenrendite beträgt, wenn man den aktuellen Kurs von 48,63 US-Dollar zugrunde legt, durchaus ansehnliche 3,62 %.

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Aber auch der Kursverlauf von Wells Fargo war seit Anfang 2018 bis heute relativ enttäuschend. Womit sich die recht hohe Anfangsrendite durchaus erklären lässt. Doch das Unternehmen gilt als solider Dividendenzahler und kann ja eventuell sogar mit regelmäßigen Erhöhungen der Ausschüttung glänzen.

Wie sieht es also mit Steigerungen der Dividende aus?

Schauen wir hier als Erstes auf Wells Fargo. Auch Wells Fargo wurde durch die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 in Mitleidenschaft gezogen und musste im Zuge dessen die Dividende damals stark kürzen. Doch seit dem Jahr 2013 hat die Bank ihre Ausschüttung wieder regelmäßig erhöht.

Während 2013 insgesamt nur 1,15 US-Dollar je Aktie gezahlt wurden, waren es im Jahr 2018 immerhin schon 1,64 US-Dollar, was einer Steigerung von 42,61 % entspricht. In dieser Disziplin sieht es also gut aus und man kann davon ausgehen, dass Wells Fargo im Normalfall die nächsten Jahre weitere Erhöhungen vollziehen wird.

Bei HSBC ergibt sich leider ein völlig anderes Bild. Auch hier musste die Dividende im Jahr 2009 zusammengestrichen werden. Doch leider war das Finanzinstitut bis heute nicht in der Lage, die Ausschüttung wieder signifikant zu erhöhen.

HSBC zahlte im Jahr 2009 insgesamt 0,21 GB-Pound je Aktie an Dividende. Im Jahr 2018 waren es mit 0,39 GB-Pound zwar 85,71 % mehr, doch darf man nicht vergessen, dass die Ausschüttung vor der Finanzkrise mit 0,38 GB-Pound fast genauso hoch ausgefallen ist wie jetzt, elf Jahre später. Und seit dem Jahr 2015 gab es bei HSBC leider gar keine Erhöhungen der Dividende mehr.

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Und die Ausschüttungsquote?

Schaut man bei HSBC auf die Ausschüttungsquote, wird schnell klar, warum wir hier keine Dividendensteigerungen sehen können. Für das Geschäftsjahr 2018 betrug sie stolze 81 % und bei genauerem Hinsehen entdeckt man Unglaubliches.

Denn sowohl 2017 als auch 2016 hat die britische Bank mehr ausgeschüttet, als sie eingenommen hat. Im Jahr 2016 betrug die Ausschüttungsquote sagenhafte 728 %, natürlich wesentlich mehr, als HSBC in diesem Jahr verdient hat.

Und in welchem Bereich bewegt sich die Ausschüttungsquote bei Wells Fargo? Bei einem Ergebnis pro Aktie (EPS) von 4,28 US-Dollar und einer gezahlten Dividende pro Aktie von 1,64 US-Dollar ergibt sich für das Jahr 2018 eine Quote von 38,32 %.

Das sieht natürlich viel besser aus und lässt darauf schließen, dass Wells Fargo auch in einem Jahr, wo es nicht so gut läuft, die Dividende auf jeden Fall stabil halten kann. Auch kann man hier, denke ich, in den nächsten Jahren mit weiteren Anhebungen der Dividende rechnen.

Fazit

Beide Unternehmen kann man durchaus als gute Dividendenzahler bezeichnen. Bei HSBC bekommt man von Anfang an eine ordentliche Dividendenrendite, muss aber wohl auf größere Anhebungen der Ausschüttung verzichten.

Bei Wells Fargo hingegen kann man durchaus von weiteren Steigerungen der Dividende ausgehen, hat aber dafür nicht so eine hohe Anfangsrendite wie bei HSBC. Welcher Variante er mehr zugeneigt ist, muss natürlich jeder Anleger für sich alleine entscheiden.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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