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DAX oder nicht DAX, das ist hier die Frage

Foto: Getty Images

Wer zu den Höchstkursen im April 2015 auf den Deutschen Aktienindex, den DAX, gesetzt hat, der hat seitdem noch immer, wenn auch knapp, keine positive Rendite erzielt. Würde der DAX nicht auch noch rechnerisch die Dividenden der in ihm enthaltenen Unternehmen reinvestieren, würde das Minus schon ein ganzes Stück größer ausfallen.

Vier Jahre ohne Rendite sind eine ziemlich lange Zeit an der Börse. Die deutsche Wirtschaft wächst, der Aktienmarkt stagniert. Das kann frustrieren. Auf der anderen Seite beruhigt der Langzeitblick. Der DAX wurde am 31.12.1987 bei 1.000 Punkten aufgesetzt und hielt sich in den letzten Wochen recht souverän oberhalb von 12.000 Punkten.

Es ist diese langfristige Sichtweise, die viele, mich in der Vergangenheit eingeschlossen, dazu verleitet, Entspannung zu propagieren und davon auszugehen, dass sich der DAX schon wieder erholt und irgendwann wieder attraktive Renditen bringen wird. Nach dieser Logik kann man einfach auf einen DAX-ETF, der den Aktienindex nachbildet, setzen und gut schlafen.

Ich zweifle aber immer mehr daran, dass es ein guter Ratschlag ist, einfach auf einen DAX-ETF zu setzen. Die Logik von kostengünstigen und diversifizierten ETFs als Grundlage für ein Portfolio kann ich voll nachvollziehen, aber bei dem DAX sehe ich zu viele Risiken.

Der DAX besteht, mit nur wenigen Ausnahmen wie etwa Henkel, SAP und adidas, aus Versorgern, Industrie- und Finanzunternehmen. Allesamt Branchen, die sich momentan schwer tun, zu wachsen und bei denen eine Besserung nicht wirklich in Sicht ist.

Der technologische Wandel könnte ganze DAX-Schwergewichte ersetzen. Versicherungen und Banken droht, durch Finanztechnologieunternehmen ersetzt zu werden. Die deutsche Automobilbranche könnte die Wende hin zu Elektromobilität und selbstfahrenden Autos verschlafen. Die Versorger dürften mit der Energiewende eine teure Herkulesaufgabe mit zu bewältigen haben.

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Natürlich gibt es auch aktuell DAX-Unternehmen, die florieren. SAP ist ein erfolgreicher Softwaregigant und Wirecard hat großen Erfolg als innovativer Zahlungsabwickler. Darüber hinaus sind die strauchelnden DAX-Unternehmen ja mittlerweile auch ziemlich günstig und bieten hohe Dividendenrenditen, was heißt, dass sie gar nicht rasch wachsen müssen, um gute Renditen für ihre Aktionäre zu liefern.

In der Vergangenheit erholten sich die meisten Aktienmärkte wieder, auch nachdem es viele triftige Gründe gab, ihre Zukunft düster zu sehen. Es ist keineswegs in Stein gemeißelt, dass der DAX sich schlecht oder mittelmäßig entwickeln wird. In der Summe finde ich aber, dass ein zu großer Teil des DAX von grundlegenden Veränderungen bedroht ist, als dass ich es empfehlen könnte, bei Aktieninvestitionen nur auf den DAX zu setzen. Allein schon, weil die einfachste Alternative, auf einen international diversifizierten ETF zu setzen, genauso bequem ist.

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Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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