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Oliver Zipses erste Amtshandlung als werdender BMW-CEO: Erst mal Schmalspurdenken beweisen

Mini Cooper SE
Foto: BMW Group

Ich gebe zu, die Überschrift ist ziemlich hart gewählt. Mein Foolisher Kollege Ralf  hat sich kürzlich etwas breiter mit BMWs (WKN: 519000) künftigem Chef Oliver Zipse beschäftigt, während ich mich heute auf Äußerungen aus einem einzelnen Interview beschränken werde. Doch diese rechtfertigen die harte Überschrift voll und ganz, wie ich finde.

Lass uns also gleich mal einsteigen und sehen, was passiert ist!

Oliver Zipse und die „Flexibilität“

Automotive News Europe veröffentlichte kürzlich einen Artikel, der auf ein Interview von Zipse einging, das diesen Juli stattgefunden hat.

Die Quintessenz: BMW solle sich nicht wie beispielsweise Volkswagen (WKN: 766403) einseitig auf eine einzige Antriebstechnologie festlegen, sondern möglichst flexibel bleiben. Das Ganze begründete Zipse damit, dass die Kundennachfrage nach Elektroautos erheblich schwieriger zu prognostizieren sei als beispielsweise die nach einem neuen BMW 3er. Flexibilität sei essenziell, um in der heutigen Zeit profitabel zu bleiben. So weit, so nachvollziehbar.

Die Konsequenzen, die er daraus zieht, scheinen mir aber recht zweifelhaft. So möchte BMW bewusst keine eigene Fahrzeugplattform für Elektroautos entwickeln, sondern auf einer einzigen Plattform Autos mit verschiedenen Antriebsvarianten herstellen. Also beispielsweise eine einheitliche Plattform für Benziner und Stromer.

Das Problem mit diesem Ansatz

Leider unterscheidet sich die Architektur eines Elektroautos grundsätzlich von der eines Verbrenners: Viele Komponenten, darunter logischerweise der Verbrennungsmotor und die Antriebswelle, fallen weg. Dutzende Bestandteile, wie Kühlungssysteme, finden sich stark verändert wieder, und wieder andere, wie das ganze Batteriesystem, kommen neu hinzu.

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Nur wenn alle Fahrzeugkomponenten optimal zusammenarbeiten, kann eine hohe Effizienz und damit eine bessere Reichweite bei gleicher Batteriegröße erzielt werden.

Wie Zipse also mit einer Plattform, die verschiedene Antriebsmethoden unterstützt, wirklich ansprechende und technisch führende Elektroautos bauen will, die sich gut verkaufen, ist mir völlig schleierhaft. Aber egal: Hauptsache flexibel!

Weitere „Flexibilität“ demonstriert BMW dadurch, dass der neue elektrische Cooper SE von BMWs Tochter Mini auf einer umfunktionierten Verbrenner-Fertigungslinie gebaut wird. Laut Zipse zog die Umrüstung nur minimale Ausgaben nach sich und bedeutete keinen großen Aufwand.

Wie bitte?!

Entweder BMW hat an dieser Stelle den heiligen Gral der Autofertigung entdeckt, oder aber das Unternehmen spart auf erschreckende Art und Weise an der Mobilität der Zukunft und verkauft das unter dem Motto „Flexibilität“ als seine Strategie.

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Wenn ich mir die Daten zum neuen Cooper SE ansehe, tendiere ich stark zu Letzterem: Eine Reichweite von 235 bis 270 Kilometern – hierbei handelt es sich im Übrigen um NEFZ-Zahlen, die als viel zu optimistisch gelten – zu einem Preis von 32.500 Euro ist das Gegenteil von wettbewerbsfähig, der Vergleich mit einem Tesla (WKN: A1CX3T) Model 3 fällt geradezu peinlich aus.

Kein Wunder: Das Model 3 ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung, baut auf einer eigenen Plattform auf und wird in einer maßgeschneiderten Fertigungslinie zusammengebaut. Nichts mit geringem Aufwand, minimalen Kosten und Vereinheitlichung.

Vielleicht sollte das Herrn Zipse zu denken geben.

Im Kontext

Erst kürzlich hatte BMWs Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der ebenfalls als Nachfolger von Harald Krüger gehandelt worden war, mit einigen fragwürdigen Äußerungen zur Elektromobilität auf sich aufmerksam gemacht.

Zwar plant BMW wie alle anderen Hersteller, eine Elektroflotte aufzubauen und bis 2023 25 Modelle anzubieten. Doch im Kontext dieser Kommentare von BMWs Führungspersonal sieht es so aus, als würde das Unternehmen die Elektrifizierung nur sehr halbherzig verfolgen.

Investoren sollten aufpassen, dass das Unternehmen nicht aufgrund falscher Prioritätensetzung die Zukunft verschläft – denn das könnte teure Folgen haben.

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Christoph besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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