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Wirecard vs. Financial Times: Ring frei für Runde 2 (oder 3, 4, 5 oder 6 …)

Debit- und Kreditkarten
Foto: Getty Images

Die Akte Wirecard (WKN: 747206) zu Beginn des aktuellen Börsenjahres schien eigentlich weitgehend beigelegt zu sein. Die Financial Times provozierte mit kritischen Berichten rund um den innovativen Zahlungsdienstleister. Wirecard hingegen tat alles Mögliche, um diese Vorwürfe zu entkräften, was auch zu gelingen schien.

Die Verwerfungen schienen damit eigentlich zu Ende zu sein. Wie gesagt, eigentlich. Denn wie insbesondere das Handelsblatt an diesem Wochenende berichtete, scheinen die Konfliktparteien wieder aneinanderzugeraten, wobei Wirecard als inzwischen gefestigter Sieger den Druck auf die Zeitung weiterhin erhöht. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was diese neue Episode nun womöglich ans Tageslicht befördern könnte.

Weitere Vorwürfe im Anmarsch?

Wie das Handelsblatt nun berichtet, lägen dem innovativen Zahlungsdienstleister ernsthafte Beweise vor, dass der Spießrutenlauf nun in eine neue Runde gehen könnte. Wie einer Tonaufnahme, die dem Wirecard-Management vorläge, entnommen werden könne, sei zumindest eine weitere negative Schlagzeile geplant, die den Kurs der Aktie möglicherweise wieder zum Fallen bringen könnte.

Besonders brisant hierbei: Offenbar könne man dieser Tonaufnahme entnehmen, dass ein Geschäftsmann namens Nick X. einem weiteren Vertrauten empfohlen hätte, eine hohe Summe auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie zu setzen, da eine derartige negative Berichterstattung quasi bevorstünde. Das könnte durchaus eine neue Bewegung in die Spekulation rund um Insider-Informationen und geplante Short-Attacken schüren.

Wirecard selbst wollte sich bislang wohl nicht zu diesen Vorwürfen äußern und dem Handelsblatt liegen nach eigenen Angaben keinerlei Fakten vor, die die Authentizität dieser Audio-Datei bestätigen könnten. Diese Informationen seien jedoch inzwischen an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, die sowieso im Kontext der möglichen Marktmanipulationen ermittle, so die Zeitung weiter.

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Wirecard stellt harte Forderungen

Wirecard reagiert natürlich entsprechend auf derartige mögliche Berichterstattungen und hat nun seinerseits Forderungen an die Financial Times gestellt. Man solle vonseiten der Financial Times von jeder Veröffentlichung absehen, die direkt oder indirekt zur Marktmanipulation oder zum Insiderhandel im Zusammenhang mit Wirecard-Aktien führen könne, so eine erste Aussage Wirecards in Richtung der Financial Times. In Anbetracht der bisherigen Historie erscheint es allerdings fraglich, ob sich dieses Medium nun daran hält.

Fraglich bleibt in diesem Kontext weiterhin, ob es sich hierbei erneut um das Aufwärmen der alten Gerüchte handelt, die inzwischen eigentlich keinen großen Einfluss mehr auf die Wirecard-Aktie hatten. Oder aber, ob die Financial Times nun weitere Recherchen, Ermittlungen oder vielleicht sogar Gerüchte aufgegriffen hat, die nun im Rahmen eines noch hypothetischen Angriffs verwendet werden könnten.

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Spannend könnte an dieser Stelle natürlich auch sein, wie die BaFin nun auf diese neue Wendung reagiert und ob sie überhaupt noch einmal reagiert. Denn auch hier hatte es – trotz der ernsten Lage zum Höhepunkt der Causa Wirecard – einige Kritik an den Maßnahmen der Behörde gegeben. Auch wenn diese inzwischen zumindest für mein Rechtsempfinden und in Anbetracht der damaligen Bedrohungslage eigentlich noch verhältnismäßig erscheinen dürften.

Viele Fragen zu dieser neuen Runde

Wenn du mich fragst, dürften daher zumindest für den Moment noch die Fragen im Zusammenhang mit dieser neuen Wendung überwiegen. Fest scheint lediglich zu stehen, dass es neue Berichte geben könnte. Die Ausprägung, die Inhalte und die Folgen sind hingegen noch schwer absehbar, sodass man zumindest im Moment nur im Trüben fischen kann.

Die neue Woche könnte jedenfalls wieder ein wenig turbulenter werden. Investoren der Wirecard-Aktie sollten sich daher je nach Meldungslage besser auf eine weitere Attacke gefasst machen. Dabei besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Markt inzwischen gelassener auf weitere Berichte der Financial Times reagieren könnte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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