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5 Gründe, warum die Gazprom-Aktie gerade durchstartet

Pipelines mit Sonnenuntergang
Foto: Getty Images

Am 22.10.2018 befasste ich mich das erste Mal mit der Gazprom (WKN: 903276)-Aktie. Natürlich gab es auch Faktoren, die den Wert fallen ließen (hauptsächlich der gesunkene Erdgaspreis), aber es existierten auch viele fundamentale Faktoren (wie Bewertung, Geschäftsentwicklung, Marktstellung), die für die Aktie sprachen. Am Ende kam ich zu dem Schluss: „Deshalb wird die Aktie später wahrscheinlich auch wieder sehr viel teurer sein.“

Mittlerweile ist sie um über 47 % gestiegen (04.06.2019). Investoren sollten sich aber auch immer fragen, warum und wieso Kurse steigen, um zukünftig ähnlich gute Gelegenheiten zu erkennen. Erfahre, warum die Gazprom-Aktie gestiegen ist und unter Umständen langfristig noch viel weiter ziehen könnte.

1) Günstige Bewertung

Gazprom notierte im Oktober 2018 zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von nur 0,24. Dabei hatte der Konzern in den letzten zehn Jahren immer Gewinn erzielt und den Umsatz stark gesteigert. Zu solch niedrigen Bewertungen notieren im Normalfall nur schwer angeschlagene Firmen.

Dies war hier aber nicht der Fall und deshalb ist Gazprom ein gutes Beispiel dafür, wie irrational der Markt sein kann. Auch heute liegt Gazproms KBV mit 0,38 immer noch sehr tief und zudem unter dem Sektordurchschnitt von derzeit 1,36 (04.06.2019).

2) Bessere Quartalszahlen

Eine günstige Bewertung allein genügt nicht, um eine Aktie wieder stark steigen zu lassen. Das Zünglein an der Waage sind immer die Ergebnisse im weiteren Zeitverlauf. Fallen diese schlecht aus, wird auch die Aktie weiter sinken.

Gazprom konnte jedoch für sein letztes Quartal (bis Ende März 2019) über gute Ergebnisse berichten. Entscheidend war sicherlich, dass der Gewinn um 42,7 % zulegte, womit der Markt nicht gerechnet hatte. Aber auch der Umsatz konnte weiter um 7,2 % verbessert werden. Ursache war aber nicht der Absatz (er sank um 8,6 %), sondern höhere Verkaufspreise. Nur sie können auch zukünftig dazu führen, dass der Gewinn wieder stärker als der Umsatz steigt und somit die Aktie überproportional zulegt.

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Anleger freuen sich aber auch über die Ankündigung des Unternehmens, 16,61 RUB je Aktie auszuschütten, was derzeit einer Dividendenrendite von über 7 % entspricht (04.06.2019).

Und dies könnte die Aktie auch zukünftig steigen lassen.

3) Erdgaspreis notiert weiterhin sehr tief

Erdgas wird aufgrund der Umstellung auf emissionsärmere Brennstoffe im zukünftigen Energiemix eine noch viel größere Bedeutung einnehmen. Es zählt zu den emissionsärmsten fossilen Brennstoffen und Gazprom ist darüber hinaus der weltgrößte Produzent.

Dieser steigende Bedarf könnte zukünftig auch wieder zu höheren Erdgaspreisen führen. Derzeit liegt er bei 2,15 Euro (04.06.2019) und somit immer noch sehr weit von seinen alten Höchstständen (2008 bei 8,49 Euro) entfernt.

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4) Weiteres Wachstumspotenzial

Gazprom sieht für sich selbst sowohl im Gas- als auch im Ölbereich weiterhin Wachstumsmöglichkeiten. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Sachinvestitionen zukünftig sinken werden, wovon der Gewinn profitieren würde. Und aufgrund der Umweltproblematik wird der Erdgasbedarf aus dem Ausland wahrscheinlich weiter steigen.

Gazprom hat gerade erst damit begonnen, China mit Erdgas zu beliefern, und soll bis 2035 hier zum größten Lieferanten aufsteigen. Da auch Erdgas endlich ist, würde dies früher oder später zusätzlich zu höheren Preisen führen, wovon der Gewinn wiederum profitieren würde.

5) Die starke Marktstellung

Gazprom ist im Erdgasbereich in Russland wie in der Welt die Nummer eins. Dies führt zu einer niedrigen Kostenbasis, wodurch der Konzern auch in relativ schlechten Phasen wie den letzten zehn Jahren Geld verdient, während alle anderen Firmen schon Verluste erzielen. Warren Buffett würde diesen Umstand als Burggraben bezeichnen. Insgesamt führt dies dazu, dass Gazprom derzeit eine solide Bilanz mit 66 % Eigenkapital aufweist.

An der Börse gibt es allerdings keine Garantien, sodass auch bestimmte Umstände den Gewinn kurzfristig wieder belasten könnten.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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