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Fiat Chrysler: Weniger Jeeps, weniger Gewinn

Jeep
Foto: The Motley Fool.

Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU) hat bekannt gegeben, dass der bereinigte Betriebsgewinn im ersten Quartal um 29 % auf 1,07 Mrd. Euro (1,19 Mrd. US-Dollar) sank, was auf die Verlangsamung der Umsätze in Nordamerika und Europa zurückzuführen ist.

FCA verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatz von 24,5 Mrd. Euro (27,3 Mrd. US-Dollar), was einem Rückgang von 5 % gegenüber dem ersten Quartal 2018 entspricht.

Die nackten Zahlen

FCA meldet seine Finanzergebnisse in Euro. Stand 3. Mai, 1 Euro = ca. 1,12 US-Dollar.

KennzahlQ1 2019Q1 2018
Umsatz24,48 Milliarden Euro(5 %)
Ausgelieferte Fahrzeuge1.037.000(14 %)
bereinigte EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)1,07 Milliarden Euro(29 %)
bereinigte EBIT-Marge4,4 %(1,4 Prozentpunkte)
Jahresüberschuss508 Mio. Euro(47 %)
Freier Industrie-Cashflow(270 Mio. Euro)(127 %)

DATENQUELLE: FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES. DER AUSDRUCK „BEREINIGTES EBIT“ DER FCA SCHLIEßT EINMALEFFEKTE AUS DEN STANDARDKALKULATIONEN AUS. DIE AUSGELIEFERTEN FAHRZEUGE BEINHALTEN SUMMEN AUS DEN JOINT VENTURES DER FCA MIT CHINESISCHEN AUTOMOBILHERSTELLERN UND WERDEN AUF DIE NÄCHSTEN TAUSEND GERUNDET. DIE „INDUSTRIELLEN“ ZAHLEN ENTHALTEN NUR ERGEBNISSE AUS DEM AUTOMOBIL-KERNGESCHÄFT; ERGEBNISSE DER FINANZDIENSTLEISTUNGSTOCHTER SIND NICHT ENTHALTEN. 

Eine Anmerkung zum Verkauf von Magneti Marelli

In einem im vergangenen Jahr erstmals angekündigten Deal verkaufte FCA ihre Teile-Tochter Magneti Marelli an Calsonic Kansei. Obwohl die Transaktion im zweiten Quartal (am 2. Mai) abgeschlossen wurde, präsentierte FCA die Ergebnisse des ersten Quartals auf der Basis von „fortgeführten Geschäften“, als ob Magneti Marelli vor Beginn des Quartals verkauft worden wäre.

FCA erhielt 5,8 Mrd. Euro in bar für Magneti Marelli. Ein Teil davon wird an die Aktionäre weitergegeben: Der Vorstand von FCA genehmigte eine einmalige Dividende von 1,30 Euro pro Aktie. Diese Dividende wird am 30. Mai ausgezahlt.

Die Entwicklung der Geschäftssparten von FCA im ersten Quartal

Alle Gewinne der Regionen und einzelnen Sparten der FCA werden auf Basis des „bereinigten EBIT“ so dargestellt, wie sie vom Unternehmen gemeldet werden. Das „bereinigte EBIT“ ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, „bereinigt“ um Einmaleffekte.

NAFTA: Die nordamerikanische Sparte von FCA erwirtschaftete 1,044 Mrd. Euro, 14 % weniger als im Vorjahr, nachdem die Lieferungen um 14 % zurückgegangen waren. Im Vorjahreszeitraum verkaufte FCA neben stark reduzierten Auslaufmodellen auch Wrangler-Jeeps der neuen Generation, was das Gesamtvolumen bei Jeep erhöhte und Vergleiche dementsprechend erschwert. Auch die Verkaufsmengen von Chrysler und Dodge gingen im Quartal zurück, wobei ein Anstieg der Umsätze von Ram-Lkws diese Rückgänge teilweise ausglich.

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Die Marge von FCA in der NAFTA-Region betrug im ersten Quartal 6,5 % und lag damit unter der von General Motors (WKN:A1C9CM) (6,9 %) und der Ford Motor Company (WKN:502391) (8,7 %), und die lag auch im Jahresvergleich um 0,9 Prozentpunkte unter der im ersten Quartal ausgewiesenen bereinigten EBIT-Marge in Nordamerika.

APAC: Die Region Asien, Pazifik, Afrika und China von FCA verlor im ersten Quartal 9 Mio. Euro gegenüber einem Gewinn von 10 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter den gegebenen Umständen war das wohl ein gutes Ergebnis: Die kombinierten Lieferungen, zu denen auch die Ergebnisse der Joint Ventures von FCA mit chinesischen Automobilherstellern gehören, gingen um 30 % zurück; FCA konnte einen Teil des Rückgangs durch Kostensenkungen und einen etwas profitableren Mix der verkauften Produkte ausgleichen.

EMEA: Die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika von FCA verlor im ersten Quartal 19 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 220 Mio. Euro im Vorjahr. Das war nicht gut: Die Zahl der Auslieferungen ging um 12 % zurück, was zum Teil auf einen angepassten Produktmix zurückzuführen ist; der Preisdruck und die gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit der Einhaltung der Vorschriften belasteten die Ergebnisse zusätzlich.

LATAM: Die Lateinamerika-Sparte von FCA entwickelte sich weiterhin gegen den regionalen Trend und erzielte einen Gewinn von 105 Mio. Euro (plus 31 %), während Konkurrenten wie Ford Verluste hinnehmen mussten. Die Lieferungen von FCA in der Region fielen um 9 % aufgrund der Schwäche in Argentinien, aber Preiserhöhungen und ein einmaliger Steuervorteil in Brasilien trugen dazu bei, die Einnahmen in etwa konstant zu halten.

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Maserati: Die weltweit profitabelste Luxusfahrzeugmarke von FCA hat im ersten Quartal 11 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet, gegenüber 85 Mio. Euro im Vorjahr. FCA reduzierte die Produktion im Quartal, um den Händlern beim Abbau der Lagerbestände zu helfen; das führte zu einem Rückgang der Lieferungen um 41 % und zu einem Rückgang des Umsatzes um 38 % gegenüber dem Vorjahr.

Sonderposten, Schulden und Liquidität

FCA nahm im ersten Quartal insgesamt 246 Mio. Euro an restrukturierungsbedingten Einmalaufwendungen in Kauf. Diese Belastungen wurden teilweise durch eine einmalige Gutschrift in Höhe von 164 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer Auflösung der Steuerschuld in Brasilien kompensiert; daraus resultierte eine Nettobelastung des Ergebnisses im ersten Quartal von 103 Mio. Euro.

Zum 31. März verfügte FCA über liquide Mittel in Höhe von 12,2 Mrd. Euro, ohne die bei Magneti Marelli gehaltenen Vermögenswerte, und weitere 7,7 Mrd. an verfügbaren Kreditlinien mit einer Gesamtliquidität von 19,9 Mrd. Euro. Dagegen hatte das Unternehmen 14,8 Mrd. Euro Schulden, von denen 4,8 Mrd. Euro bis Ende 2019 fällig werden sollten.

DerBlick nach vorne: FCA hält an der Prognose für 2019 fest

FCA bekräftigte die überwiegend optimistische Jahresprognose vom Januar. Für 2019 erwartet das Unternehmen weiterhin:

  • ein bereinigtes EBIT, das die 6,7 Mio. Euro aus dem Jahr 2018 übertrifft;
  • eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 6,1 %, dasselbe Ergebnis wie 2018;
  • einen bereinigten verwässerten Gewinn pro Aktie von über 2,70 Euro (Ergebnis 2018: 3,00 Euro)
  • einen freien Industrie-Cashflow von mehr als 1,5 Mrd. Euro (2018 Ergebnis: 4,4 Mrd. Euro).

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 06.05.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.

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