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Bitcoin: Nach dem erneuten Absturz ruhen jetzt die Hoffnungen auf Buenos Aires

BTC aus Matchboxautos: Bitcoin
Bild: Ralf Anders

Nachdem beim Bitcoin die wichtige Marke von 6.000 Euro nach langwierigem Kampf endlich gefallen ist, sieht es nun zappenduster aus für die Zukunft von dezentralen Kryptowährungen. Kann das Ruder noch einmal herumgerissen werden? Möglicherweise fällt die Entscheidung in Buenos Aires.

Es war nur scheinbar langweilig in der Kryptowelt

Nachdem der Bitcoinkurs seit den Hochs vom Jahreswechsel recht schnell zwei Drittel seines Werts eingebüßt hatte, dachten viele Skeptiker bereits, dass der komplette Zusammenbruch nahe sei. Aber das konnten die Profiteure der Kryptowelt nicht einfach zulassen. Die Marke von 6.000 Euro wurde – wohl aus charttechnischen Überlegungen heraus – als entscheidende Marke ausgemacht und mit Händen und Füßen verteidigt.

Immer wenn es kritisch wurde, riefen vermeintliche Experten fantastische Kursziele aus und gleichzeitig wurden im großen Stil Bitcoins gekauft, nur um sie wenige Tage oder Wochen später zu einem möglichst höheren Kurs wieder an den Markt abzugeben. Zuletzt funktionierte die Strategie aber immer schlechter, die Ausschläge nach oben waren nur noch gering und das allgemeine Interesse hat merklich nachgelassen.

Die Betreiber von Coin-Handelsplattformen wussten, dass nun ein entscheidender Moment nahte, und streuten über die letzten Tage ganze Salven von Nachrichten über eine angeblich anstehende Super-Rally. Während Tom Lee von Fundstrat sein Kursziel noch relativ „bescheiden“ von 25.000 US-Dollar auf 15.000 US-Dollar (!) zum Jahresende zurücknahm, schoss der Wagniskapitalgeber Tim Draper mal wieder den Vogel ab: 250.000 Dollar seien bis 2022 ohne Zweifel realistisch.

Gebracht hat es offenbar nichts. Ob das Spektakel weitergeht, könnte sich nun in Argentinien entscheiden. Die Kryptowelt richtet ihre Augen auf Buenos Aires.

Warum Buenos Aires nun im Zentrum steht

Zum Monatsende steht in der argentinischen Hauptstadt der G20-Gipfel an, zu dem nicht nur die Staats- und Regierungschefs kommen, sondern auch jede Menge weiterer Vertreter wichtiger Organisationen. Im Vorfeld treffen sich zudem die Finanzminister und Zentralbankchefs, unter anderem um über die internationale Finanzarchitektur und über Regulierungsthemen zu diskutieren. Auch Kryptowährungen stehen wohl erneut auf der Agenda.

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Christine Lagarde vom Internationalen Währungsfonds wird ebenfalls dabei sein. Sie ist eine der einflussreichsten Stimmen der Finanzwelt und hat sich regelmäßig zu den Chancen und Gefahren von Bitcoin & Co. geäußert.

Für die Kryptowelt ist das super, denn letztlich ist nur wichtig, dass sie sich überhaupt mit ihr auseinandersetzt. Äußert sie sich positiv, etwa weil sie Chancen rund um die Blockchain sieht, dann wird das bejubelt. Äußert sie sich hingegen negativ, weil sie die großen Schwankungen und Missbrauchsmöglichkeiten beunruhigen, dann wird sie eben als unverbesserliche Verteidigerin der alten Finanzarchitektur dargestellt, die sich dem unvermeidlichen Wandel entgegenstellt – eine Folge der Polarisierung unserer Zeit.

Es könnte jedenfalls gut sein, dass von Buenos Aires ein Impuls ausgehen wird. Passend dazu fand dort vor wenigen Tagen im angesagten Palermo-Viertel die C20-Konferenz statt, eines der bedeutendsten Kryptoevents in der spanischsprachigen Welt. Dort hat der große chinesische Handelsplattformbetreiber OKCoin auch seinen Eintritt in den argentinischen Markt angekündigt. Der gebeutelte argentinische Peso soll so komfortabel in Bitcoin, Ether, Ripple und andere digitale Coins umgewandelt werden können.

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Für viele unbedarfte Einwohner könnte das eine interessante Option darstellen, um ihre Ersparnisse vermeintlich sicher aufbewahren zu können. Wie berichtet wird, ziehen Aktivisten nun auch durch die Pampa, um die Landbevölkerung von den angeblichen Vorteilen der Kryptos zu überzeugen. Die Idee ist wohl, dass der Bauer ohne Bankkonto (aber mit Smartphone) die Erträge der anstehenden Ernte in ein Krypto-Wallet einbezahlen soll.

Gelingt das Manöver dort und anderswo, dann könnte der Reibach der Plattformbetreiber noch eine Weile weitergehen. Vieles hängt aber auch davon ab, auf was sich die Experten beim G20-Gipfel einigen – wenn es nach Madame Lagarde geht, dann soll die Regulierung ausgebaut werden, ohne aber die Innovationskraft der vielfältigen Blockchainprojekte abzuwürgen.

Was für Anleger dabei herausspringt

Meiner Meinung nach ist mein extremes Kursziel von 2,50 US-Dollar je Bitcoin weiterhin viel realistischer als Tim Drapers 250.000 US-Dollar. Ob mithilfe von Sojabauern ein Turnaround herbeigeführt werden kann, steht zu bezweifeln. Andererseits nimmt das Thema „Blockchain“ immer mehr Fahrt auf. Zuletzt hat Microsoft (WKN:870747) die Azure Blockchain Workbench vorgestellt, um entsprechende Anwendungen besonders komfortabel in der Cloud zu entwickeln.

Auch SAP (WKN:716460) gehört zu den aussichtsreichsten Spielern. Blockchain-as-a-Service gilt als wichtiger Bestandteil der Innovationsplattform Leonardo. Das Ganze soll sich nun schnell zu einem Multimilliardenmarkt entwickeln, sind sich Analysten sicher. Wenn von Buenos Aires aus die richtigen Signale gesendet werden, dann könnte sich die Entwicklung sogar noch weiter beschleunigen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien und Kryptowährungen. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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