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Warren Buffett und Jamie Dimon sagen, die Investoren sind zu kurzsichtig

Nahaufnahme des weltbekannten Investors Warren Buffett
Foto: The Motley Fool

Warren Buffett und Jamie Dimon wollen, dass wir ein wenig weiter denken als nur in Bezug auf die nächsten Monate. Was die beiden Unternehmensführer von Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) und JPMorgan Chase (WKN:850628) sich für uns Einzelanleger wirklich wünschen, ist eine langfristige Denke.

Buffett und Dimon sprachen sich dafür aus, die Ergebnisse nicht mehr alle drei Monate zu melden, weil sie „Myopie“ verursacht, eine echte Augenkrankheit(!) für Investoren; dies führt zum Treffen von Entscheidungen, die langfristig für das Geschäft nicht immer die besten sind.

„Die größten Errungenschaften der Nation sind seit jeher auf langfristige Investitionen zurückzuführen. In der nationalen Politik als auch in der Wirtschaft treibt deswegen eine wirksame langfristige Strategie das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen voran“, schreiben sie.

Unter den Übeln, die sie als Folge dieser Vorgehensweise nennen, ist nicht nur ein Rückgang der Ausgaben für Technologie,  Neueinstellungen, Forschung und Entwicklung, sondern auch ein Rückgang des tatsächlichen Wertes der börsennotierten Unternehmen. Die Notwendigkeit, die Analysten zufrieden zu stellen, hält viele Unternehmen davon ab, jemals an die Börse zu gehen.

Die Lösung, so Buffett und Dimon, besteht darin, dass die Unternehmen aufhören, einen Ausblick über die nächsten 90 Tage zu geben. Sie schreiben: „Nach unserer Erfahrung führt die vierteljährliche Ergebnisprognose oft zu einer ungesunden Fokussierung auf kurzfristige Gewinne auf Kosten von langfristiger Strategie, Wachstum und Nachhaltigkeit“.

So wird alles besser

Die Anleger sollten auch auf folgenden Ratschlag hören. Es ist im wesentlichen der Unterschied zwischen dem Kauf einer Aktie für die viele Jahre und dem Day-Trading. Mit der einen Methode verhält man sich als Eigentümer; mit der anderen betrachtet man Aktien einfach als Zockerei.

Es zeigt sich, dass sich der Kauf einer Aktie mit langfristiger Denkweise viel besser auszahlt, als wenn man täglich oder vierteljährlich zwischen den Aktien hin- und herkauft. Je länger wir eine Aktie halten, desto größer ist die Rendite unseres Portfolios.

JPMorgan stellte fest, dass zwischen 1950 und 2013 die Börsenrendite durchschnittlich 11,1 % pro Jahr betrug. Während dieser Zeit hatte das beste Jahr für Aktien eine Rendite von 51 %, das schlechteste einen Verlust von 37 %.

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Die Analysten haben die Renditen für die Anleger, die ihre Aktien ein Jahr, fünf Jahre, zehn Jahre und 20 Jahre halten, untersucht und festgestellt, dass diejenigen, die sie nur für  fünf Jahre halten, im schlimmsten Fall einen durchschnittlichen jährlichen Verlust von 2 % erlitten hätten, während sie am oberen Ende eine durchschnittliche jährliche Rendite von bis zu 28 % erwirtschaftet hätten. Je länger die Investoren gehalten haben, desto besser waren die Ergebnisse: Die schlechteste jährliche Rendite für eine 20-jährige Haltedauer war ein Zuwachs von 6 %, während die beste mit 18 % bewertet wurde.

Kurz gesagt, man kann nicht „einfach so“ Geld verlieren.

Der Wandel kommt langsam

Die Führungskräfte haben das gleiche Problem, weshalb Buffett und Dimon versuchen, Manager dazu zu bringen, ihr Denken zu ändern, und langsam, zumindest unter den größten Unternehmen, beginnen die Führungskräfte, die Sache anders zu sehen.

FCLTGlobal stellte fest, dass 36 % der Unternehmen im S&P 500 im Jahr 2010 einen vierteljährlichen Ausblick veröffentlichten, im Jahr 2016 taten dies aber nur 27,8 % , unter ihnen Unternehmen wie Coca-Cola, Costco, Ford und UPS; sie haben alle aufgehört, vierteljährliche Ausblicke zu geben und geben nur noch jährliche Erwartungen an.

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Die Aktionäre sollten sich auch fragen, ob sie ihr Geld einem CEO geben möchten, der nur im Laufe eines Quartals irgendeinen spezifizierte Wert zu erreichen versucht, nur um im folgendes Quartal wieder vor demselben Problem zu stehen.

Zweifellos bringt ein Ausblick ein gewisses Maß an Transparenz und es kann argumentiert werden, dass, wenn ein Unternehmen nicht weiß, wie es die nächsten drei Monate weitergehen soll, begründete Zweifel an der langfristigen Strategie bestehen. Und ohne die Prognose eines Unternehmens werden die Märkte wahrscheinlich versuchen, einen anderen Maßstab zur Messung des kurzfristigen Fortschritts zu verwenden.

Anders denken:

Daher brauchen wir vielleicht nicht nur Unternehmen, die damit aufhören, einen Ausblick herauszugeben, sondern wir müssen die Investoren selbst auffordern, nicht auf kurzfristige Ereignisse zu reagieren – vor allem zu überreagieren. Es geht dabei ja auch um Ereignisse, die vielleicht nicht einmal in drei Monaten von Bedeutung sind. Es ist also erforderlich, die Sache anders zu sehen. Man könnte z. B. dem Vorschlag von Buffett folgen, dass der beste Zeitpunkt, eine Aktie zu verkaufen, niemals ist.

Das bedeutet nicht, eine Aktie zu kaufen und nie wieder anzuschauen, sondern sie einfach für eine sehr lange Zeit zu halten. Sogar Buffett verkauft gelegentlich Aktien. Wenn wir das Vertrauen in das Unternehmen verlieren, wenn die Gründe, aus denen wir das Unternehmen gekauft haben, nicht mehr gültig sind oder wenn wir einfach überzeugendere Investitionen finden, sind das gute Gründe für den Verkauf. Ein fehlender Ausblick ist kein solcher Grund.

Unternehmen dazu zu bringen, das vierteljährliche Ritual aufzugeben, wie es Buffett und Dimon versuchen, könnte der erste Schritt sein, um die Investoren dazu zu bringen, anders zu denken.

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Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 25.06.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Costco und Ford.

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