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Der nächste große Schritt für die Solar-Branche könnte bevorstehen

Foto: The Motley Fool.

Die Solarenergie schlägt schon jetzt Kohle, Erdgas und Kernenergie, wenn es darum geht, neue Energieverträge mit Energieversorgern zu schließen. So hat sich Warren Buffetts NV Energy jüngst bereit erklärt, einen Rekordtiefstpreis von 2,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Strom aus dem Solarprojekt Eagle Shadow Mountain zu zahlen. Die Investmentbank Lazard schätzt, dass selbst die billigste Erdgasanlage doppelt so viel berechnen müsste, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Aber es könnte einen weiteren großen Sprung nach vorn in der Wirtschaftlichkeit der Solarenergie geben, diesmal dank technologischer Verbesserungen.

Hersteller fangen an, sogenannte „Bifacial“ Solarverkleidungen zu prüfen und zu produzieren — Verkleidungen, die Energie vom Sonnenlicht erzeugen, das auf die Frontseite oder die Rückseite der Solarverkleidung auftrifft. Das Speichern der Energie von der Rückseite wird die Leistung eines Moduls zwar nicht unbedingt verdoppeln, aber es könnte die Produktion um 15 % bis 25 % erhöhen, was wiederum die Kosten zukünftiger Solarprojekte um bis zu 20 % senken könnte.

Was ist überhaupt „Bifacial Solar“?

Canadian Solar (WKN:A0LCUY) sind die ersten, die Bifacial Solarmodule auf den Markt bringen, es ist als BiKu-Modul bekannt. Die Produktpalette reicht von 17,54 % Effizienz bis 18,29 % Effizienz bei der Umwandlung der Sonnenstrahlen in Strom auf der Vorderseite. Auf der Rückseite wird indirektes Licht, das auf die Solarzellen trifft, dem Panel eine kleine Energieproduktion hinzufügen, ähnlich wie ein Solarmodul an einem bewölkten Tag Strom erzeugen kann.

Wenn man beide Seiten der zweiten Seite des Bifacial Solarmoduls zu der Gleichung hinzufügt, liegt der Wirkungsgrad laut Canadian Solar bei 23,8 %. Unten ist eine Tabelle mit der Effizienz von zwei Modellen der Solarmodule mit unterschiedlichen angenommenen Gewinnen aus dem bifacialen Design.

Bifacial NutzenCS3U-350PB-FGCS3U-365PB-FG
0 %17,54 %18,29 %
10 %19,29 %2,.14 %
20 %21,04 %21,94 %
30 %22,8 %23,8 %

Quelle: Canadian Solars Datenblatt.

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Man sieht, dass der Einfluss des bifacialen Designs sehr groß sein kann. Dazu muss ein Solarsystem entworfen werden, das diesen Gewinn nutzen kann.

Nicht alle Solarmodule werden bifacial sein

Nicht alle Sonnenkollektoren werden bifacial sein, denn die Gewinne hängen vom spezifischen Projekt ab. Einem großes Projekt, bei dem Solarmodule mit Trackern dem Weg der Sonne folgen, könnte es erhebliche Vorteile bringen, da zwischen den Modulen Platz ist und Streulicht auf die Rückseite eines Solarmoduls trifft. Eine private oder gewerbliche Solaranlage hingegen, die auf einem Dach montiert ist und wo die Rückseite des Moduls gegen die Ziegel lehnt, dürfte keinen Nutzen aus bifacialen Modulen ziehen.

Am Ende wird der Einzelfall entscheiden, wo bifacial sinnvoll ist. Aber wenn die Technologie nicht allzu teuer wird, könnten wir sehen, dass bifaciale Solarpaneele zum Standard bei Solarprojekten im großen Stil und sogar bei einigen privaten Installationen werden.

Solarzellen werden immer besser

Dank dieser Zellen könnte ein Unternehmen wie Canadian Solar mit einem Hersteller wie SunPower (WKN:A1JNM7) konkurrieren, der sich auf hocheffiziente Solarmoduldesigns konzentriert.

Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie wettbewerbsfähig bifaziale Solarmodule unter Effizienzgesichtspunkten sein können, gibt das Datenblatt des Solarmoduls der P-Serie von SunPower an, dass das Unternehmen 19,6 % effiziente Solarmodule für Märkte im industriellen Versorgerbereich produziert. Das ist ein Niveau, das Canadian Solar mit dem obigen Modell CS3U-350PB-FG mit einem bifazialen Gewinn zwischen 10 % und 20 % erreichen kann. Somit könnte man wettbewerbsfähig mit Premium-Produkten auf dem heutigen Markt werden. Im Laufe der Zeit werden Wettbewerber zwar in der Lage sein, die Technologie der bifazialen Solarmodule zu replizieren, aber sie könnte ältere Technologien überflüssig machen und den gesamten adressierbaren Markt der Solarenergie durch Kostensenkung erweitern.

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Auf der Kostenseite können bifacial Solarmodule, selbst wenn sie mehr kosten als herkömmliche Solarmodule, zu niedrigeren Gesamtsystemkosten führen. Nehmen wir an, dass ein traditionelles Solarmodul heute etwa 0,40 Dollar pro Watt kostet und dass ein Solarmodul im industriellen Bereich 1 Dollar pro Watt kostet. Wenn ein bifacial Solarpanel 15 % mehr Energie als ein traditionelles Panel produziert, könnte es 0,15 Dollar mehr als ein traditionelles Panel bzw. 37,5 % mehr kosten und für Installateure immer noch rentabel sein.

Letztendlich sollten bifacial Solarzellen dazu beitragen, die Kosten für Solarstrom langfristig zu senken, wenn die Produktion ansteigt. Die wirkliche Auswirkung der beidseitigen Solarmodule wird nicht darin bestehen, einem Hersteller ein Monopol zu bringen, sondern die Kosten für Solarstrom zu senken. So wird die Branche die Kosten für fossile Brennstoffe an mehreren Standorten unterbieten und kann den Markt ausbauen.

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The Motley Fool besitzt keine der angeführten Aktien.

Dieser Artikel von Travis Hoium erschien am 22.6.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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