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Die gefürchtete 3 % Marke ist erreicht – was soll man jetzt mit Aktien tun?

Foto: Getty Images

Seit Wochen scheint der Markt sich davor gefürchtet zu haben, dass die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe die 3-Prozent-Marke erreicht. Das sei schlecht für Aktien, die an relativer Attraktivität verlieren würden.

Am Dienstag war es dann so weit, und die Börsen haben scheinbar entsprechend schockiert reagiert. Was soll der normale Anleger jetzt damit anfangen? Kommt jetzt die seit Jahren erwartete Wende an den Börsen und sollte man jetzt nicht mehr in Aktien investieren? Und was soll man sonst tun?

Ich weiß nicht, ob es mit dem Bullenmarkt jetzt zu Ende geht. Und schon gar nicht wie – ob er einen schnellen Tod erleiden würde oder die Börsen eine jahrelange Leidensgeschichte durchleben müssten. Eigentlich kennt die Antwort auf diese Fragen niemand.

Das Einzige, was ich weiß, ist, dass die Märkte nach wie vor sehr teuer sind. Auch der DAX, sieht man mal von den vor mächtigen Herausforderungen stehenden Autoherstellern und den mit ganz anderen Problemen kämpfenden Banken ab, die auf Basis ihres Kurs-Gewinn- bzw. Kurs-Buchwert-Verhältnisses spottbillig aussehen.

Wenn ich mir all das zu Gemüte führe, dann kann ich schon verstehen, wenn Anleger für ihr Kapital jetzt lieber wieder (vermeintlich?) sichere US-Staatsanleihen bevorzugen, als den ganzen DAX oder S&P 500 zu kaufen. Also ja, ich denke auch, dass Aktien relativ gesehen weniger attraktiv sind.

Zu all dem kommt dann auch noch die erhöhte Kriegsgefahr in den vergangenen Wochen, ein steigender Ölpreis, Schuldenprobleme und weitere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass sich der Bullenmarkt an den Börsen dem Ende nähern könnte (zum Beispiel, dass Rekordsummen für Aktienrückkäufe oder so viel Kapital für Übernahmen wie seit 17 Jahren nicht mehr ausgegeben werden).

Muss dem Aktienanleger aufgrund all dieser Anzeichen jetzt angst und bange werden?

Bitte nicht. Selbst wenn man mit einem Ende des Bullenmarkts in diesem oder nächsten Jahr rechnet (wie gesagt, ich wage nicht zu behaupten, das richtig einschätzen zu können), sind Emotionen der denkbar schlechteste Wegbegleiter bei der Geldanlage.

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Das ist leichter gesagt als getan, wenn alle anderen gerade anders handeln. Trotzdem, beziehungsweise genau deswegen, ist man am besten beraten, wenn man heute nicht anders handelt als sonst – und dazu gehört für mich, dass man zumindest einen Teil seines investierbaren Kapitals weiter in Aktien anlegt.

Dass dabei ein breiter Aktienindex aus Deutschland oder den USA die richtige Wahl ist, das möchte ich jedoch nicht behaupten. Die Gelddruckorgien und die direkte Einmischung in die Kapitalmärkte (insbesondere durch den direkten Kauf von Unternehmensanleihen) der Zentralbanken führte einfach dazu, dass viele Unternehmen keine besonders intelligenten Kapitalentscheidungen getroffen haben – zum Beispiel indem sie für billige Schulden ihre eigenen, teuren Aktien zurückkauften.

Dieses Spiel wird sich für einige, nicht mehr so stark aufgestellte Unternehmen bei der nächste Krise rächen können. Und wer in einen breiten Aktienindex investiert, der hat zwangsläufig auch genau diese faulen Eier in seinem Korb, die einem so richtig den Spaß verderben können.

Daher gibt es aus meiner Sicht ein paar Dinge, auf die ein Anleger aktuell ganz besonders achten sollte, um Aktien zu finden, die sein Portfolio in den kommenden Jahren wirklich bereichern können:

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  • Ein Management, dass Aktien nicht bei Höchstbewertungen zurückkauft – und schon gar nicht durch die Aufnahme zusätzlicher Schuldenfinanziert;
  • Bei zyklischen Unternehmen schauen, dass sie nicht zu hoch verschuldet sind. Am besten sind Unternehmen, bei denen die liquiden Mittel höher sind als der Schuldenberg, so dass sie von einer Krise sogar profitieren können, indem sie schwächelnde Wettbewerber aufkaufen können;
  • Auch bei nicht zyklischen Unternehmen schauen, dass sie ihren Schuldendienst ohne Probleme auch in schwächeren Phasen leisten können (ich habe es gerne, wenn das Verhältnis von operativem Gewinn zu den Zinsausgaben größer ist als circa fünf – unter Berücksichtigung der aktuell künstlich sehr tief gehaltenen Zinsen lieber höher, am liebsten zweistellig);
  • Bei Dividendenzahlern darauf achten, dass die Dividende nicht zu heilig ist – so dass das Management auch in Erwägung zieht, Kapital anderweitig einzusetzen, wenn die Dividende einen zu großen Teil des Gewinns bzw. des Cashflows verschlingt.

Unternehmen mit solchen Eigenschaften können sogar gestärkt aus einer eventuell bevorstehenden allgemeinen Wirtschaftskrise hervorgehen.

Zugegeben, es ist aktuell sehr schwer, attraktiv bewertete Unternehmen dieser Kategorie aufzuspüren. Im Zweifelsfall würde ich bei einer zu hohen Bewertung auch die Finger davon lassen und lieber die Cashreserven weiter aufbauen. Dann wäre man zumindest bestens gerüstet für den Fall der Fälle, dass das Knacken der 3-Prozent-Marke tatsächlich zum nächsten undifferenzierten Verkauf aller Aktien auf breiter Front führt.

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