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Neue ernstzunehmende Angriffe auf SMA Solar

Huawei Laden in Tarija
Foto: Ralf Anders

SMA Solar (WKN:A0DJ6J) musste sich schon vieler gefährlicher Angriffe erwehren. Elektrogiganten wie ABB (WKN:919730) und Schneider Electric (WKN:860180) konnten dabei genauso souverän auf Abstand gehalten werden wie die Phalanx chinesischer Billiganbieter. Auch gegen die Mikrowechselrichter von EnPhase Energy (WKN:A1JC82) fand sich ein Gegenrezept. Nun geht der Wettbewerb in eine neue spannende Phase.

SMA Solar sucht sein Heil in der Flucht nach vorne

Zwar kann man umsatzmäßig und auch bezüglich der installierten Basis noch klar die Marktführerschaft für sich reklamieren, aber wenn es nach Stückzahlen geht, sind Huawei und Sungrow laut IHS Markit vorbeigezogen. Während SMA Solar also offenbar im unteren Segment Marktanteile verliert, kann sie in der Oberklasse sowie bei industriellen und gewerblichen Systemen durch die bewährt hohe Qualität und das dichte Servicenetz weiterhin punkten.

Aber die Konkurrenz holt auf und zum Ausruhen gibt es keine Zeit. Stattdessen hat das Management proaktiv nicht nur die Kosten gedrückt, sondern auch das Systemgeschäft forciert und eine Digitalisierungsoffensive gestartet.

Die Anstrengungen tragen bereits erste Früchte. Die Kombination der Wechselrichter mit Batteriespeichersystemen und der Hausvernetzung kommt gut an. Mittlerweile gilt SMA als ein bedeutender Akteur rund um die Themen Energiemanagement und intelligent aufgerüstete Stromnetze (Smart Grids). Durch die Einbindung eines wachsenden Partnernetzwerks, das sich an die softwaregetriebenen Systeme andocken kann, gelingt es, ständig neue Potenziale zu erschließen und innovative Geschäftsmodelle zu etablieren.

Den Aktionären gefällt das ausgezeichnet: der Kurs wurde zuletzt auf luftige Höhen getrieben, bei denen noch vor zwei Jahren ein jäher Absturz folgte. Damit ihn diesmal nicht das gleiche Schicksal ereilt, müssen die Niestetaler den aktuellen Schwung bewahren und sich gegenüber neuen Angriffen behaupten.

Huawei sitzt SMA weiterhin im Nacken

Es war absehbar, dass Huawei nicht ewig den Billigheimer macht. Ähnlich wie bei der Mobilfunk-Netzwerktechnik und den Smartphones streben die ambitionierten Chinesen auch bei den Wechselrichtern in höherwertige Segmente. Außerdem wird das längst vorhandene Konzern-Know-how im Bereich Connectivity genutzt, um ähnlich wie SMA aus dem langweiligen Stromgerät ein zentrales Element des smarten Heims zu machen.

Die nun ausgerollte Lösung namens FusionHome verbindet Solarmodul-Optimierung, Energie- und Batteriespeichermanagement sowie die Verknüpfung mit Stromverbrauchern im Haus. Datenströme werden in die Cloud gespeißt und lassen sich dann per Smartphone-App überwachen.

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Möglicherweise geht der Ansatz von Huawei noch nicht ganz so weit wie bei SMA, aber es deutet sich klar an, dass die Chinesen ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen, wenn es um die fortschreitende Digitalisierung des Wechselrichters geht. Da der Konzern mehr Forschungs- und Entwicklungsressourcen als jeder andere zur Verfügung hat, ist die Gefahr nicht zu unterschätzen. Dafür ist SMA aber fokussierter aufgestellt als Huawei mit ihren vielfältigen Geschäftsbereichen.

Auch SolarEdge trumpft auf

Das lässt sich gegenüber SolarEdge (WKN:A14QVM) nicht behaupten. Die Israelis sind genauso fokussiert dabei und lassen regelmäßig mit Innovationen aufhorchen. Vor zwei Jahren war es etwa die HD-Wave Technologie, welche nicht nur sehr effizient ist, sondern auch eine besonders kompakte und leichte Bauweise erlaubt.

Nun wurde der Ansatz noch ein gutes Stück weitergedacht, indem direkt in den Wechselrichter ein Ladegerät für Elektroautos eingebaut wurde. Wer sein Dach mit Solarmodulen eingedeckt und seinen Stromer über den Mittag zuhause hat, der kommt einfacher denn je zuvor an kostenlosen Ladestrom. Schon eine einstündige Mittagspause kann gespeicherte Energie für bis zu 45 Kilometer bringen.

Für mich klingt das sehr attraktiv und obwohl beispielsweise die österreichische Konkurrenz von Fronius ein Segment für Batterieladetechnik hat und die schweizerische ABB ein Top-Lieferant von Ladestationen ist, hat sich SolarEdge damit meines Wissens zum jetzigen Zeitpunkt ein starkes Alleinstellungsmerkmal geschaffen.

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SMA hat immerhin zuletzt ihre Partnerschaft mit Danfoss vertieft, um eine Lösung für Supermärkte bereitzustellen, welche Kühlinfrastruktur, Batteriespeicher, Solarmodule und Ladestationen intelligent verbindet. Ob wohl auch bereits eine kompakte Lösung für Heimanwender in der Entwicklungs-Pipeline steckt? Man darf gespannt sein. Spätestens ab Ende 2019 wird die Nachfrage nach solchen Lösungen wahrscheinlich sprunghaft ansteigen.

SMA wird trotzdem die Oberhand behalten

Das Schlechte bei so spezialisierten Unternehmen wie SMA Solar ist, dass die Gefahren so deutlich sichtbar sind. Gelingt es einem Wettbewerber, etwas auf den Markt zu bringen, das ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist, dann kann es recht schnell bergab gehen. Aus diesem Grund muss das Management ständig auf der Hut sein und bei Bedarf zügig effektive Gegenmaßnahmen aus dem Hut zaubern.

Das Gute ist hingegen, dass SMA diesmal selbst in die Innovationsoffensive gegangen ist und somit die Trümpfe in der Hand hat. Es kann beispielsweise gut sein, dass Huawei schon bald technisch gleichzieht, aber dann bleiben immer noch die Vorteile der viel ausgeprägteren internationalen Präsenz und des bereits aufgebauten Partnernetzwerks. Beides ist nicht so leicht zu kopieren, zumal SMA kräftig auf die Tube drückt, um neue datengetriebene Geschäftsmodelle zum Erfolg zu führen.

Insgesamt denke ich, dass der Marktführer die Herausforderer zwar sehr ernst nehmen muss, aber nicht wirklich im Kern von ihnen bedroht wird. Was den integrierten Elektroautolader angeht, bin ich allerdings auf die Antwort gespannt. Zunächst verpasst sich SMA jedoch einen Maulkorb: bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 28. März werden keine für Aktionäre relevante Informationen mehr rausgelassen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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