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Was ist eigentlich ein Hedgefonds?

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Foto: Getty Images

Hedgefonds schaffen es meistens dann in die Nachrichten, wenn sie eine Firma in die Mangel nehmen oder eine spektakuläre Finanzwette eingegangen sind. Mit seiner Wette gegen das Britische Pfund im Jahr 1992 konnte George Soros einen Milliardengewinn einfahren und weltweite Bekanntheit erlangen. Doch was ist ein Hedgefonds eigentlich genau? Sind Hedgefonds gar etwas Böses? Das werde ich dir im Folgenden erklären.

Ein Hedgefonds ist eine Art private Investment-Partnerschaft, die deutlich weniger reguliert ist als ein öffentlicher Investmentfonds. Der englische Begriff „to hedge“ bedeutet übersetzt so viel wie „absichern“. Du solltest aber besser nicht glauben, dass dies Hedgefonds zu einem sichereren Investment macht. Hedgefonds können z.B. Leerverkäufe tätigen, Optionen und Hebelprodukte einsetzen sowie Fremdkapital nutzen, um die Eigenkapitalrendite zu steigern. Das Risiko ist dabei sehr hoch, und während viele Hedgefonds still und heimlich pleite gehen, hört man aus den Nachrichten mehr von den wenigen, die großen Erfolg hatten.

Das kleinste Investment, das du tätigen kannst, beträgt oft eine Million Dollar. Da die Fonds in der Regel auch geschlossen sind, kommst du über mehrere Jahre an das Geld nicht mehr heran. Falls es dich dennoch reizt, in einen Hedgefonds zu investieren, musst du die richtigen Voraussetzungen mitbringen. Du benötigst eine Bescheinigung, die dich als professionellen Anleger ausweist und ein Jahresgehalt in der Größenordnung von 100.000 Dollar. Unabhängig davon kann der Fonds dich als Investor trotzdem immer ablehnen, die richtigen Kontakte oder gar eine Einladung können also auch nicht schaden.

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Da Hedgefonds also nicht börsengehandelt, wenig reguliert und auch sonst eher sowas wie ein privater Reichen-Club sind, ist relativ wenig darüber bekannt, wie viel Vermögen sie insgesamt verwalten (es dürfte in die Billionen gehen), welche Strategien sie verfolgen und welche Renditen sie erzielen. Ich nehme stark an, dass ein großer Teil ihres schlechten Rufs seine Ursache in dieser Intransparenz hat. Es ist auch in vielen Fällen unklar, welche Rolle die verschiedenen Hedgefonds zum Beispiel in der Finanzkrise gespielt haben.

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Was verdient nun der Fondsmanager daran? Auch das ist natürlich nicht in jedem Fall genau bekannt. Üblich scheint jedoch die „2-20“-Regel zu sein: 2 % jährliche Managementgebühr, plus 20 % vom Gewinn. Ob sich das für die Anleger dann wirklich lohnt, können wir jetzt nicht objektiv beurteilen.

Zum Schluss sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass es durchaus auch „harmlosere“ Varianten von Hedgefonds gibt. Viele institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen lassen ihr Vermögen von Hedgefonds verwalten, die die Finanzinstrumente auch im Sinne des Erfinders, sprich zur Absicherung einsetzen. Das schmälert zwar oft die Rendite, vermindert aber auch die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen und stellt sicher, dass diese Institutionen ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können.

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