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Wird General Electric seine Dividende wieder kürzen?

Foto: The Motley Fool

General Electric (WKN:851144) ist der schlechteste Wert im Dow Jones Industrial Average… und die Sache ist nicht mal knapp.

Schon jetzt debattieren nervöse Anleger und skeptische Analysten heftig darüber, ob dem angeschlagenen Giganten eine Dividendenkürzung bevorsteht. Hier ist, was die Leute sagen und was wir erwarten können.

Flannery

Der neue CEO John Flannery hat einen vollständigen Überblick über die Geschäftstätigkeit von GE zugesichert und wird am 13. November den Investoren berichten. Er hat bisher exzellente Arbeit geleistet und das schließt seine Pläne für die Dividende ein. In einer kürzlichen Erklärung an CNBC bezüglich der Gerüchte über eine Dividendenkürzung war die Sprecherin von GE, Deirdre Latour, ebenso vage wie kurz gefasst: „Die Dividende hat weiterhin höchste Priorität.“

Eine weitere Sprecherin von GE, Jennifer Erickson, benutzte in einer weiteren Stellungnahme eine fast identische Sprache, bevor sie sich weigerte, weitere Fragen zu beantworten: „Die Dividende hat weiterhin höchste Priorität.”

Niemand war zufrieden. Aber GE hat gerade Ruhe, bevor der dritte Quartalsbericht am Freitag veröffentlicht wird.

Werden sie oder werden sie nicht

Der JP Morgan Analyst Stephen Tusa gehörte zu den ersten, die eine Dividendenkürzung als „zunehmend wahrscheinlich“ bezeichneten, was auf die rückläufigen Ergebnisse des Unternehmens hinweist. Goldman Sachs Analyst Jeff Ritchie war sich einig, dass es nach einem „frischen Blick auf die Fundamentaldaten von GE“ keine einfache Lösung für die Probleme des Unternehmens gebe.

Jeff Sprague von Vertical Research Partners widerspricht dem jedoch und versichert, dass GE seine Dividende beibehalten werde, um einen Exodus von Kleinanlegern aus der Aktie zu verhindern. Jim Collins schlägt in Forbes vor, dass General Electric seine Dividende kürzen sollte, sagt aber, dass sein neues Management „es wahrscheinlich nicht tun wird“, weil das Unternehmen immer noch eine gute Bonitätseinstufung hat und eine Dividendenkürzung der letzte Ausweg wäre.

GE senkte zuletzt seine Dividende während der Finanzkrise 2009, da GE Capital enorme Verluste hinnehmen musste. Diese 68-prozentige Kürzung wurde allgemein als notwendige Reaktion auf die damaligen Bedingungen angesehen. Aber ist jetzt ein Schnitt nötig?

Was steht auf dem Spiel?

Seit der Finanzkrise hat GE Capital die meisten seiner Sparten sowie einige andere Produktbereiche wie Geräte und Wasseraufbereitungssysteme veräußert und sich auf seine industriellen Kernbereiche konzentriert. Aufgrund des Verlustes dieser Geschäftsbereiche sowie der Schwächen im Energie- und Verkehrssektor sind jedoch die Gesamterlöse und das operative Ergebnis zurückgegangen, während die Dividende gleich blieb. GE zahlt derzeit rund 4,2 %, was die zweithöchste Dow-Dividendenrendite nach Verizon darstellt.

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Inzwischen hat die Dividende mehr und mehr an den Mitteln des Unternehmens gezehrt. Obwohl die Barmittel aus dem operativen Geschäft noch ausreichten, um die Dividende für das Geschäftsjahr 2016 zu decken, haben die Dividendenausschüttungen in diesem Jahr die Gewinne des Unternehmens überstiegen. Das ist nicht nachhaltig.

GE kann eines von drei Dingen tun, um das Problem zu lösen: Die Dividende so weit kürzen, dass sie durch den operativen Cashflow gedeckt werden kann; die Liquidität aus dem operativen Geschäft erhöhen, so dass die bestehende Dividende gedeckt werden kann; oder Geld auf andere Weise aufbringen, um die Differenz auszugleichen.

Irgendetwas muss her

Sollte Flannery beschließen, die Dividende zu kürzen, würde der Aktienkurs mit großer Wahrscheinlichkeit sogar noch weiter fallen, als es in diesem Jahr bereits der Fall war. Einige Analysten denken, dass die Aktie sogar auf 20 US-Dollar oder weniger fallen könnte. Andere denken, dass der Markt bereits eine Dividendenkürzung in den Aktienkurs einpreist, aber diese Stimmen sind in der Minderheit. Ein solcher Schritt würde jedoch Geld freisetzen, um Flannery durch Übernahmen, Investitionen in laufende Aktivitäten oder Umstrukturierungen beim Wachstum des Unternehmens zu unterstützen.

Wenn GE nicht beschließt, die Dividende zu kürzen, und Flannery stattdessen einen Plan ausarbeitet, um den operativen Cashflow erhöhen, hat er einen harten Weg vor sich. GE ist ein riesiges Unternehmen mit 295.000 Mitarbeitern weltweit und zahlreichen sich überschneidenden Geschäftsbereichen. Die Ergebnisse sind bereits hinter den Prognosen zurückgeblieben, sodass es ohne einen großen Schritt wie den Verkauf der Gesundheitssparte des Unternehmens oder eine saubere Trennung von der semi-autonomen Baker Hughes (WKN:872933), an der GE mit 62 % beteiligt ist, schwer vorstellbar ist, wie das Unternehmen die Kurve kriegen könnte.

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Schließlich könnte Flannery sich dafür entscheiden, die Dividende beizubehalten, einen klaren, mittelfristigen Plan zur Ertragsverbesserung entwerfen und die Dividende in der Zwischenzeit durch Schulden finanzieren, indem er einen Teil der 14 Milliarden Dollar an Barmitteln ausgibt oder weniger für Aktienrückkäufe oder andere Dinge verwendet. Dies ist vermutlich der Weg des geringsten Widerstandes und könnte zu einem vorübergehenden Aktienanstieg führen, da Dividendenanleger aufatmen werden. Es würde jedoch den Druck auf das Management erhöhen, Ergebnisse vorzuweisen und nichts anderes tun, als Zeit zu gewinnen.

Mission: unmöglich

Als CEO hat Flannery nun die Wahl. Ob er die Dividende kürzt oder nicht, er wird sicher einige Investoren wütend machen. Aber es ist wichtig zu wiederholen, dass niemand genau weiß, was er machen wird. Was bedeutet, dass niemand genau weiß, wie es mit der Aktie weitergeht. Aus diesem Grund erscheint ein Verkauf jetzt verfrüht. Aber warten ist riskant.

GE hat noch viele Stärken, darunter eine starke globale Marke, eine starke Luftfahrtsparte, einen großen Wettbewerbsvorteil und einen riesigen Auftragsbestand. Die Mission von Flannery – jetzt, da er sich dafür entschieden hat, sie anzunehmen – besteht darin, diese Stärken in eine erfolgreiche Unternehmensstrategie einzubringen. Ich denke, dass er es schaffen kann, aber es immer die Möglichkeit gibt, dass eine falsche Entscheidung schmerzlich für die Investoren wird.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Bromels auf Englisch verfasst und am 19.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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