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Ist er wahnsinnig? Dieser Typ möchte 500 Millionen Euro für Air Berlin zahlen

Foto: The Motley Fool

Ende des letzten Monats schrieb ich über die „billigen“ Aktien von Air Berlin … und darüber, dass ein niedriger Aktienkurs nicht unbedingt bedeutet, dass die Aktie ein guter Kauf ist.

Investoren, die in den letzten beiden Jahren diese „billige“ Aktie gekauft haben, haben jede Menge Geld damit verloren.

Anfang der Woche kam heraus, dass der deutsche Investor Hans Rudolf Wöhrl und seine Gruppe Intro Verwaltungs GmbH 500 Millionen Euro für die insolvente Fluggesellschaft geboten haben.

Das wirft einige Fragen auf:

  • Ist der Mann noch zu retten?
  • Lag ich vielleicht falsch und Air Berlin ist wirklich so viel wert?

Verrückt? Vielleicht auch nicht

Diese Summe scheint für eine insolvente Fluggesellschaft viel zu viel zu sein – besonders, nachdem Etihad Airways genervt das Handtuch geworfen hat, nachdem es Air Berlin einige Jahre lang mit Finanzinfusionen künstlich am Leben erhalten hatte. Die Sache könnte aber nicht so verrückt sein, wie sie sich anhört.

Wenn es darum geht, in Fluggesellschaften zu investieren – besonders solche in Bedrängnis – kennen sich Wöhrl und Intro gut aus. Intro kaufte im Jahr 2003 die Deutsche BA, später bekannt als dba, von British Airways für einen Euro (ja, richtig gelesen). Im Jahr 2006 verkauften sie sie laut Angaben von Marketwatch wieder für „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. Der Einfachheit halber schätzen wir einmal 50 Millionen Euro.

Das Unternehmen kaufte im Jahr 2006 auch die Mittel- und Langstreckenfluggesellschaft LTU International und machte aus dem Pleitegeier innerhalb eines Jahres ein profitables Unternehmen, das für 350 Millionen Euro (inklusive Schulden) weiterveräußert werden konnte.

Vor Kurzem verkaufte er CityJet, das er 2014 von Air France gekauft hatte. Im Jahr 2014 meldete CityJet noch einen Umsatz in Höhe von 177 Millionen Euro sowie einen operativen Verlust von mehr als 20 Millionen Euro. Als die Fluggesellschaft 2016 verkauft wurde, befand sie sich auf einem guten Weg, bei etwa 300 Millionen Euro Umsatz einen kleinen Gewinn zu machen.

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Mit anderen Worten scheinen Herr Wöhrl und Intro ein paar Dinge darüber zu wissen, wie man bei einer Fluggesellschaft die Trendwende schafft.

Abgesehen davon sollte Intro bereits große Teile von Air Berlin kennen, da diese zuvor von Intro gekauft worden waren. Sowohl dba als auch LTU wurden nämlich an Air Berlin veräußert.

Man könnte also sagen, dass Wöhrl nun auf der Bildfläche erscheint, um den Karren nochmal aus dem Dreck zu ziehen.

Der (wahrscheinliche) Unterschied zwischen Herrn Wöhrl und dir

Wenn du bereits Milliardär bist oder zumindest ein paar hundert Millionen Euro auf dem Konto hast, kannst du den folgenden Teil jetzt ignorieren.

Falls nicht, dann ist das ein guter Zeitpunkt, um über einen der wichtigsten Unterschiede zwischen einem Investor wie Hans Rudolf Wöhrl und dem Rest von uns zu sprechen sowie darüber, was wir von ihm lernen können.

Als Investor gehört dir ein Teil eines Unternehmens und du hast eine Stimme. Als Kleinanleger ist dieses Stimmrecht jedoch sehr gering. Das bedeutet, dass du zwar teilhaben kannst, es für dich aber sehr schwer wird, bei den Unternehmen, in die du investierst, größere Veränderungen durchzusetzen.

Es ist ja nicht so, dass du das auch tun möchtest. Unternehmen aktiv zu führen, in die du investierst, das wäre … sehr zeitaufwändig.

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Ein Investor wie Wöhrl befindet sich da in einer ganz anderen Position. Er hat das Kapital, um nicht nur eine größere Investition zu tätigen, sondern um das ganze Unternehmen zu kaufen. Er befindet sich auch in der Position, um bei diesen Unternehmen direkte Veränderungen vorzunehmen und um den operativen Betrieb und die Gewinne zu verbessern – oder zumindest befindet er sich in einer Position, in der er Leute einstellen kann, von denen er glaubt, dass sie die Trendwende schaffen, und die Leute feuern kann, die es einfach nicht drauf haben.

Das bedeutet also, wenn ein Unternehmen für dich oder mich als Kleinanleger eine schreckliche Investition ist, dann könnte das für jemanden wie Wöhrl ein kluger Kauf sein.

Doch wir können hier noch mehr lernen. Wir selber sind vielleicht nicht imstande, ganze Unternehmen zu kaufen, das Geschäft neu zu beleben oder die Trendwende zu schaffen, doch gibt es Geschäftsleute wie Wöhrl, die das tun können. Das sind vielleicht Spezialisten wie Wöhrl oder sie sind die Gründer und CEOs von Unternehmen, die so etwas gar nicht brauchen. In beiden Fällen sind wir vielleicht nicht die richtigen Manager, können aber davon profitieren, indem wir in Unternehmen investieren, die solche Manager haben.

Als Kleinanleger ist es für uns ideal, wenn wir großartige Unternehmen finden. Aber selbst großartige Unternehmen können von einer schlechten Führung zerstört werden. Daher ist es von größter Wichtigkeit, sich auch die CEOs und das Management anzusehen, und darauf zu achten, dass diese exzellent sind.

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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