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Was Investoren aus dem Air Berlin-Debakel lernen können

Eingestürzte Konstruktion vor Bergpanorama
Foto: Ralf Anders

Nun ist es also seit einigen Wochen traurige Gewissheit. Air Berlin (WKN: AB1000) ist pleite und musste Insolvenz anmelden. Was das alles bedeutet und wie es für den Pleitegeier weitergehen wird, wird momentan ausgehandelt, nichtsdestoweniger deuten viele Anzeichen auf einen Totalabsturz für Anleger hin.

Zeit also, zu überlegen, was Investoren aus der Air Berlin-Misere lernen können. Offensichtlich ist natürlich, dass sich dieses Unternehmen nun nicht mehr wirklich zum langfristigen Investieren und Vermögensaufbau eignet. Aber es gibt auch noch andere Aspekte, die wir als lehrreich betrachten können:

Wo Rauch ist, da ist auch Feuer

Eine wichtige, vielleicht sogar die allerwichtigste Sache, die du aus dieser Geschichte lernen solltest, ist, dass sich eine Pleite nicht ohne Vorankündigung ergibt. „Wo Rauch ist, da ist auch Feuer“ ist in diesem Zusammenhang ein Sprichwort, das du auf dem Schirm haben solltest. Und um der metaphorischen Sprache treu zu bleiben: Bei Air Berlin gab es reichlich alarmierende Rauchzeichen!

Wenn wir uns die Chronologie des Absturzes betrachten, gab es einige Momente, in denen die Anleger spätestens hätten aufhorchen sollen. Lass uns ein paar Beispiele betrachten:

  • 27. April 2016: Air Berlin meldet für 2015 einen Rekordverlust in Höhe von 447 Millionen Euro
  • Juli 2016: Air Berlin besitzt keine eigenen Flugzeuge mehr und least diese nur noch
  • 28. September 2016: Air Berlin kündigt Radikalkur an, Flotte soll halbiert, 8.600 Stellen gestrichen werden
  • 28. April 2017: Air Berlin vermeldet erneut einen Rekordverlust in Höhe von 782 Millionen Euro
  • 8. Juni 2017: Air Berlin fragt nach Prüfung eines Bürgschaftsantrags
  • 13. Juni 2017: Bundeswirtschaftsministerin Zypries bezeichnet die Lage Air Berlins als prekär
  • 27. Juli 2017: Etihad, Großaktionär bei Air Berlin, vermeldet ebenfalls den ersten Verlust seit einem Jahrzehnt.
  • 15. August 2017: Air Berlin stellt Insolvenzantrag

Tja, also wenn du mich fragst, hat sich die Misere bereits in den letzten knapp anderthalb Jahren durch viele rauchige Anzeichen angekündigt. Wann natürlich der ideale Zeitpunkt für einen Ausstieg gewesen wäre, ist grundsätzlich schwer zu beantworten und sollte in jeder Situation individuell bewertet werden. Und, um auch das an dieser Stelle zu betonen, grundsätzlich ist man eh im Nachhinein immer schlauer.

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Dennoch kam die Insolvenz für Air Berlin nicht gänzlich so überraschend, wie einige Medien einem das verkaufen wollen. Aufmerksamen Investoren hätte definitiv früher oder später mal ein Licht aufgehen sollen oder müssen.

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Für die Air Berlin-Aktionäre ist es nun zu spät, aber…

Leider ist es nun für die Air Berlin-Aktionäre zu spät. Wer beispielsweise im Mai 2007, also vor knapp zehn Jahren bei einem Kursniveau von in etwa 20 Euro je Air Berlin-Anteilsschein eingestiegen ist, sitzt beim derzeitigen Kursniveau von gerade einmal 39 Cent auf einem massiven Verlust.

Du aber, als Foolisher Investor, kannst auf jeden Fall lehrreiche Konsequenzen aus der Pleite ziehen. Wenn auch möglicherweise nicht hier konkret, dann mit Sicherheit später einmal. Vielleicht wird es dich irgendwann vor einem teuren Fehlkauf retten, oder aber dir helfen können, zwischen wahren Schnäppchen und Rohrkrepierern zu unterscheiden.

Wie auch immer, für Air Berlin gibt es vermutlich nur noch wenig gute Aussichten. Für dich als Contrarian und Schnäppchenjäger muss das aber nicht zwingend gelten, ganz im Gegenteil. Auch aus einem solchen Fall kannst du einen Gewinn für dich ziehen, selbst wenn sich dieser vornehmlich auf Erkenntnisse beschränken dürfte.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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