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5 Dinge, die du noch nicht über Visa weißt

Quelle: Flickr Elvis Fool

Visa (WKN:A0NC7B) ist eine der ikonischsten Marken der Welt. Die 2017 BrandZ Umfrage zu den Top-100 internationalen Marken rankte Visa als die siebtwertvollste Marke. Ehrlich gesagt, dürfte es schwer sein, jemanden in einer Industrienation aufzutreiben, der noch nichts von Visa gehört hat oder das Logo nicht erkennen würde. Anleger dürften wissen, dass Visa das Bezahlnetzwerk beschreibt, wo die ausstellende Bank Gelder der Händlerbank zukommen lässt. Hier aber mal fünf Sachen, die dir nicht bekannt sein dürften.

1. Die Bank of America spielte eine Rolle bei Visas Gründung

Im September 1958 hat die Bank of America (WKN:858388) die BankAmericard ins Leben gerufen, die erste Kreditkarte für Verbraucher. Damit konnte man überall zahlen. Damals war es üblich, dass man als Kunde bei Händlern, bei denen man regelmäßig kaufte, eine Art Kreditkonto hatte, was sehr ineffizient war. Die Bank of America hat das Programm in der Stadt Fresno getestet, weil es eine große Vorstadt hatte und eine geeignete Demographie aufwies.

Auch wenn es aus der heutigen Position geradezu verrückt klingt, hat man damals einfach ungefragt Karten an Kundenhaushalte geschickt – und zwar mit einem Limit von 300 Dollar. Also echte Karten, nicht einfach Anträge. Ende 1959 hatte man 2 Millionen Karten in Kalifornien im Umlauf, 20.000 Händler akzeptierten sie. Damals waren satte 22 % der Konten überzogen, Kreditkartenbetrug war gang und gäbe. Und doch sah die Bank of America das Potenzial der Plattform und machte sich ans Troubleshooting, anstatt einfach das Programm zu kippen.

2. Lizenzvereinbarungen führten zur Konzeption von Visa

Das Ziel der Bank of America war damals, den Bundesstaat Kalifornien mit Kreditkarten zuzuschütten. Andere Banken wollten da dann ziemlich schnell mitmischen. Im Jahr 1966 hat BankAmericard Lizenzen an andere Banken rausgegeben, die das Kartensystem ebenfalls nutzen wollten. Die damaligen Regularien verhinderten, dass Bank of America die Karte auch in anderen Bundesstaaten ausstellen durfte. Aber schon nach wenigen Jahren entstand so ein Bezahlnetzwerk mit internationaler Durchdringung und bekannten Anbietern vor Ort. 1976 dann haben sich die Bank of America und die Lizenznehmer eine Konzernstruktur geschaffen, aus der dann die Visa-Karte hervorging.

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3. Grandiose Erträge der Aktie

Seit man am 19. März 2008 an die Börse gegangen ist, hat Visa die Börse geschlagen. Und die Aktie zeigt auch keine Anzeichen, dass sich daran was ändern könnte. Seit Jahresbeginn ist sie nochmal 22 % gestiegen.

Visa: Daten von YCharts

4. Visas viele, viele Rechtsstreits

Es dürfte einem schwerfallen, Unternehmen zu finden, die in ähnlich viele Rechtsstreits verwickelt sind wie Visa und Mastercard (WKN:A0F602). Ende letzten Jahres hat der US Supreme Court einen Fall aufgenommen, der zuvor von niedrigeren Instanzen nicht verfolgt wurde. Es geht darum um die Quasi-Monopolstellung der beiden Anbieter, die beschuldigt werden, dass sie geheime Absprachen getroffen haben, um die Gebühren an den Automaten hoch zu halten. Das Verfahren ist noch in Gange.

Im letzten Sommer hat ein Gericht Händlern satte 7,25 Milliarden Dollar Entschädigung zugesprochen. Das Verfahren dazu wurde von tausenden Händlern gegen Mastercard und Visa angestrengt, die wohl künstlich Kredit- und Bankkarten-Gebühren auf hohem Niveau gehalten haben. Trotz der hohen Summe waren nicht alle Beteiligten froh darüber, fanden den Betrag noch zu gering. Deswegen wird das Verfahren wohl neu aufgerollt.

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Visa sieht sich weltweit solchen Verfahren ausgesetzt.

5. Visas einzigartiges Geschäftsmodell

Es ist vielen nicht ganz klar, dass Visa nicht direkt seinen Kunden Geld vorschießt. Visa und auch Mastercard sind eher Mittelsmänner, die dafür sorgen, dass Geld von der kartenausgebenden Bank zum Händler gelangt und dessen Bank gelangt. Für diesen Service zwacken sich die beiden Unternehmen einen Teil des Betrags ab.

Von den kartenausgebenden Banken nimmt sich Visa eine Servicepauschale. Diese beruht größtenteils auf der Masse der Umsätze, heißt, je höher die Beträge, die mit Visakarten gezahlt werden, desto mehr Geld für Visa. Andere Umsätze sind Gebühren, die Visa für die Autorisierung jeder Transaktion einnimmt.

Dieses Modell hat Vor- und Nachteile. Einerseits zahlen Kunden oft horrende Zinsen für die Karten – und nichts davon kommt bei Visa an. Andererseits ist Visa auch fein raus, wenn ein Kunde nicht die Beträge zahlen kann, die er schuldet. Das Risiko ist also gering.

Visa ist schon viel älter als sein Dasein als börsengehandeltes Unternehmen erahnen lässt. Auch wenn sich aus der Vergangenheit nicht immer die Zukunft ablesen lässt, kann man doch sagen, dass der phänomenale Erfolg nicht ganz ausschließen lässt, dass das Geschäftsmodell einfach funktioniert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Visa und Mastercard.

Dieser Artikel von Matthew Cochrane erschien am 3.7.2017 auf fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen werden.

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