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Novartis greift Pfizer im Bereich Brustkrebs an

Novartis (WKN:904278) hat im Schnellverfahren die Zulassung für Kisquali, ein neues Medikament gegen Brustkrebs, erhalten, das jetzt im direkten Wettbewerb mit Ibrance von Pfizer (WKN:852009) steht. Es bleibt abzuwarten, ob die Markteinführung von Kisquali den Markt für Brustkrebs verändern wird. Aber die Industriebeobachter glauben, dass das Medikament für Novartis Spitzenumsätze von mehr als 2 Mrd. US-Dollar erzeugen könnte.

Der Newcomer

Kisquali, das früher als Ribociclib oder LEE011 bekannt war, ist ein CDK 4/6-Hemmer und wirkt dadurch, dass der Krebs die CDK 4/6-Proteine unterbindet, die ist den Krebszellen erlauben, schnell zu wachsen und sich zu teilen.

Diese Woche gab die amerikanische Food and Drug Administration grünes Licht für Kisquali für den Einsatz, zusammen mit einem Aromatase-Hemmer wie Letrozol als anfängliche hormonbasierte Behandlung für Frauen nach der Menopause.

In den USA werden jedes Jahres etwa 250.000 Fälle von Brustkrebs diagnostiziert. Man geschätzt, dass 23 % davon HR+/HER2- sind. Etwa ein Drittel der früh erkannten Brustkrebspatientinnen entwickeln daraufhin metastatischen Brustkrebs.

In Versuchen erhielten die Patienten vier Wochen lang Letrozol und drei Wochen lang drei 200-mg-Tabletten Kisquali. Dem folgte eine Woche ohne Behandlung. Diese Patienten sahen, verglichen mit der alleinigen Einnahme von Letrozol, eine 44-prozentige Verbesserung bezüglich des Krankheitsverlaufes (oder der Sterblichkeit). Der Median der progressionsfreien Überlebensrate betrug, verglichen mit 16 Monaten nur Letrozol, 25,3 Monate.

Bildquelle: Novartis AG.

Bildquelle: Novartis AG.

Die etablierten Unternehmen

Ibrance von Pfizer greift dieselben Proteine Kisquali an, aber das Medikament war früher auf dem Markt und hat daher einen großen Vorteil. Erfolgreiche Testläufe mit Patienten mit anderen Untertypen geben dem Medikament auch eine größere Patientenpopulation als Kisquali, zumindest im Moment noch.

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Seit das Medikament 2015 zugelassen ist, ist Ibrance zu einem wichtigen Werkzeug in Kombination mit Letrozol bei der Erstlinientherapie geworden. Fulvestrant wird bei Patienten benutzt, die zuvor schon eine Hormontherapie erhalten haben. In den klinischen Versuchen betrug die Überlebenszeit, verglichen mit 10,2 Monaten für Letrozol allein, bei Ibrance 20,2 Monate. In Kombination mit der Fulvestrant betrug das Überleben 9,2 Monate verglichen mit 4,6 Monaten bei der Verabreichung von Fulvestrant alleine.

Da Ibrance bei immer mehr Patientenpopulationen zum Einsatz kommt, haben sich die Umsätze im vierten Quartal 2016 auf 643 Mio. US-Dollar verdoppelt.

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Ein Blick in die Zukunft

Die Ergebnisse aus den unabhängigen Studien können nicht herangezogen werden, um die Effizienz eines Medikaments mit einem anderen direkt zu vergleichen. Daher sollte man als Investor vorsichtshalber annehmen, dass beide Medikamente sehr effektiv sind

Um sich einen Vorteil gegenüber Ibrance zu erarbeiten, hat Novartis Kisquali in mehreren Preisbereichen auf den Markt gebracht, um Ibrance zu unterbieten. Das könnte ein Faktor bei der Verschreibung des Medikamentes werden. Im Gegensatz zu Ibrance ist Kisquali aber nicht sicher für Herz und Leber, was auch vom medizinischen Personal überprüft werden muss. Daher könnte der Preisvorteil nicht so groß sein, wie es auf den ersten Blick scheint.

Die Investoren sollten auch wissen, dass bei beiden Medikamenten noch zusätzliche klinische Versuche gemacht werden. Abhängig von deren Ausgang könnte die entsprechende Patientengruppe noch einmal erweitert werden. Zusätzlich ist gerade noch ein drittes CDK 4/6-Medikament bei Eli Lilly in der Entwicklungsphase. Eine Zulassung dieses Medikamentes könnte diesen Markt noch etwas überlaufener machen.

Weil es kein Heilmittel für Brustkrebs gibt und die Patientinnen oft mehrere Therapien benötigen, könnten noch beide Medikamente zum Bestseller werden.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 14.3.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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