3 Gründe, wieso Dividenden keine Freude bereiten

Sind Dividenden wirklich der Freund eines jeden Anlegers? Was die meisten vermuten, stellt sich in der Realität als viel komplizierter heraus.
Aus diesen drei Gründen könnte dir die Freude an den Gewinnausschüttungen schneller als erwartet vergehen.
1. Die Steuer frisst den Zinseszinseffekt
In Deutschland muss man als Anleger rund ein Viertel seiner Gewinne in Form einer Kapitalertragsteuer abführen. Gewinne werden allerdings erst dann besteuert, wenn man entweder durch die Veräußerung seiner Wertpapiere oder eben die Gutschrift von Dividenden eine Wertsteigerung auch in Kontoguthaben umwandelt.
Steigende Aktienkurse können dein Kapital also über Jahre und Jahrzehnte vermehren, ohne dass der Fiskus zugreift. Steuern werden erst beim tatsächlichen Verkauf fällig und bis dahin kann der Zinseszinseffekt, wenn auch über Kursrenditen anstatt Zinsen, wahre Wunder bewirken.
Wer den gleichen Effekt über Dividenden erreichen will, wird gleich mehrfach benachteiligt. Durch die abgezogene Steuer können nämlich nur noch circa drei Viertel der erhaltenen Dividenden wieder investiert werden. Außerdem entstehen bei der Reinvestition die üblichen Handelskosten. Manche Broker verlangen sogar noch Gebühren für die Gutschrift von Dividenden. Somit ist der Zinseszinseffekt bei Dividenden stark abgeschwächt.
2. Wer zu viel zahlt, geht pleite
Fette Dividenden sollten Anleger nicht unbedingt immer locken, sondern erst einmal nachdenken lassen. Viele Unternehmen haben nämlich niedrige Aktienkurse, die eine hohe Dividendenrendite im Vergleich zum aktuellen Kurs ermöglichen. Allerdings kann dies oftmals bedeuten, dass das Unternehmen Probleme hat und die Dividende nicht nachhaltig ist.
Wer Aktien wählt, die im Vergleich zu den Unternehmensgewinnen eine besonders hohe Auszahlungsquote haben, sollte sich bewusst sein, dass das Risiko hoch ist, dass sich die üppigen Ausschüttungen als nicht nachhaltig erweisen. Viele solcher Unternehmen gehen sogar pleite. Eine Analyse von Credit Suisse hat gezeigt, dass amerikanische Unternehmen mit niedrigen Gewinnen, aber hohen Dividendenzahlungen in der Vergangenheit eine deutlich unterdurchschnittliche Rendite gebracht haben.
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3. Das Ausland bringt jede Menge Ärger
Eine dritte Unannehmlichkeit kann durch ausländische Dividendenaktien entstehen. Viele Länder haben eine Quellensteuer, die sie automatisch auf ausgeschüttete Aktien einbehalten. Diese müssen sich deutsche Anleger, falls überhaupt möglich, mühsam in ihrer Steuererklärung erstatten lassen oder bei ihrer Depotbank vorab eine Erstattung beantragen.
Hinzu kommt, dass jedes Land andere Regeln hat und es nicht einmal einheitliche europäische Regeln bei der Besteuerung von Dividenden gibt. Hier bahnt sich dementsprechend einiges an Zusatzarbeit an, die besonders bei kleinen Beträgen nicht immer die Mühe wert ist.
Dividenden können eine tolle Sache sein, aber es gibt auch einige Gründe, wieso einem die Freude an Gewinnausschüttungen schnell wieder vergehen kann.
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