Dividenden-Alarm: Bei Commerzbank und E.ON geht es 2017 an die Dividende

In der derzeitigen Niedrigzinsphase fällt oftmals der Ausdruck, dass Dividenden die neuen Zinsen seien. Dass dieser Ausdruck leider nur bedingt richtig ist, werden Aktionäre von E.ON (WKN:ENAG99) und der Commerzbank (WKN:CBK100) im Jahr 2017 möglicherweise schmerzhaft erfahren. Bei den beiden DAX-Unternehmen erwarten Analysten deutliche Dividendenkürzungen oder gar eine komplette Streichung der Dividendenzahlung für das Jahr 2017.
Commerzbank: Heftige Kursverluste in 2016 und keine Dividende in 2017
Das Jahr 2016 war für Commerbank-Aktionäre ein Jahr zum Vergessen. Die Aktien des Bankinstituts wurden zum Jahresende 2016 um circa 20 % niedriger gehandelt als zum Jahresauftakt. Der Vergleich mit der DAX-Performance macht das ganze Dilemma noch größer. Der deutsche Leitindex schaffte nämlich ein Jahresplus von fast 7 %.
Leider bietet das Jahr 2017 derzeit noch keine besseren Aussichten – zumindest was die Dividendenzahlung für 2017 betrifft. Wurden letztes Jahr noch 0,20 Euro pro Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet, erwarten die Analysten für das Jahr 2017 überhaupt keine Ausschüttung mehr.
E.ON: Ehemaliger Dividendenliebling vor einer erneuten deutlichen Kürzung
In den goldenen Jahren der Energieversorger zählten E.ON und RWE zu den Lieblingen der deutschen Dividendensammler. Hohe Erträge aus den Großkraftwerken bei sehr geringem Investitionsbedarf führten zu enormen Zahlungsüberschüssen, die großzügig an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Durch die Energiewende sind diese Zeiten nun vorerst vorbei. Die Erträge sind durch sinkende Strom-Großhandelspreise eingebrochen und die notwendige Neuausrichtung der Geschäftsmodelle erfordert massive Investitionen.
Diese Veränderungen spüren seit einigen Jahren nun auch die Aktionäre. Wurden früher noch Dividenden von 1 Euro und mehr pro E.ON-Aktie bezahlt, wird die Auszahlung im Jahr 2017 wohl lediglich 0,19 Euro pro Aktie betragen. Im Vergleich zur Ausschüttung im Jahr 2016 ein Rückgang von mehr als 60 %.
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Unterm Strich
Die voraussichtlichen Dividendenkürzungen bei E.ON und Commerzbank zeigen es deutlich: Dividenden sind keine Zinsen. Kurzfristig kann es sich ein Unternehmen sicherlich leisten, mehr Dividenden auszuschütten als Gewinne vorhanden sind, um die Dividenden konstant zu halten. Langfristig sind Dividendenzahlungen aber vom Erfolg des Unternehmens abhängig. Gerät ein Unternehmen also in wirtschaftliche Schwierigkeiten, wird langfristig auch die Dividende gekürzt oder komplett gestrichen.
Auch dividendenorientierte Investoren sollten sich daher bei der Aktienauswahl keinesfalls von einer hohen Dividendenrendite zum Kauf einer Aktie verleiten lassen. Viel wichtiger ist, dass die Erfolgsaussichten des Unternehmens hinter der Aktie langfristig positiv sind. Nur dann kann mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Dividenden auch zukünftig in gleicher Höhe bezahlt werden. Oder noch besser, die Dividenden von Jahr zu Jahr erhöht werden.
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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.