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Was du wissen musst, bevor du Finanznachrichten liest

Foto: Pixabay, stevepb

Finanznachrichten zu lesen, ist eine Fähigkeit. Diese Fähigkeit zu verbessern, erinnert mich an eine tolle Geschichte aus der Psychologie.

Jedes Jahr teilt der neue Präsident der American Psychological Association seine Vision, wie sich dieses Feld ändern sollte.

1998 teilte der angehende Präsident und Psychologe der University of Pennsylvania Martin Seligman seine Vision. Sie war einfach: Jahrzehnte lang konzentrierte sich die Psychologie auf negative Dinge wie Depressionen und Ängste. Psychologen brachten Patienten von einem schlechten Zustand auf einen normalen Zustand oder von „minus fünf auf null“, wie Seligman es ausdrückte.

Das war edel, aber es bedeutete, dass die Psychologie die Mehrheit der Gesellschaft ignorierte, die nicht unter psychischen Krankheiten litt. „Ich erkannte, dass mein Beruf nur halb gar ist“, sagte Seligman. „Es war nicht genug, hinderliche Zustände auszumerzen und auf null zu kommen. Wir mussten uns fragen, was sind die förderlichen Bedingungen, die die Leute aufblühen lassen? Wie kommen wir von null auf plus fünf?“ Dies löste einen Boom im Bereich der positiven Psychologie und in der Untersuchung, wie man ein normales Leben erfüllender machen kann, aus.

Die Finanzmedien sind heute in der entgegengesetzten Position.

Die meisten Kommentare zum Thema Investieren konzentrieren sich darauf, wie man Investoren vom Durchschnitt auf überdurchschnittlich hieven kann – also von null auf plus fünf, um es mit Seligmans Worten auszudrücken. Und das ist großartig! Viele können davon profitieren. Es gibt eine Menge brillanter Denker, von denen du lernen kannst. Wenn du ein begeisterter Investor bist, sind die Finanzmedien so gut wie nie.

Aber Seligman erkannte in der Psychologie, dass ein eingeschränkter Fokus eine ganze Branche unausgegoren erscheinen lassen kann. Es kann sogar passieren, dass die meisten Leute ignoriert werden. Und sogar genau die, die andere Hilfe brauchen.

Und die meisten Investoren benötigen genau die andere Seite der Hilfe.

Laut des Forschungsunternehmens Dalbar brachte der S&P 500 in der Zeit von 1993 bis 2013 einen jährlichen Gewinn von 9,22 %. Der durchschnittliche Aktieninvestor verdiente jedoch nur 5,02 % pro Jahr. Diese Lücke zeigt den durchschnittlichen Investor, der ständig Aktien zum schlechtesten Zeitpunkt kauft und verkauft. Er ist bei minus fünf und benötigt Hilfe, auf null zu kommen. Die meisten Investoren brauchen keine Hilfe dabei, den Markt zu schlagen. Sie müssen zuerst davor geschützt werden, sich selbst zu schaden.

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Wenn du den Unterschied zwischen diesen zwei Ansätzen nicht erkennst, dann wirst du auch nicht erkennen, dass die Finanzmedien der folgenden Grafik ähneln:

Diese Abbildung zu verstehen, ist deine Verantwortung, nicht die der Medien. Deine!

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Deine Grenzen gegen die Absichten der Medien!

Es ist nichts Unethisches dabei, dass sich die Psychologen auf Depressionen und Ängste konzentriert haben, bevor Seligman sie in Richtung glücklicher Leute geschubst hat. Ärzte nutzten ihre Fähigkeiten, selbst wenn es bedeutet, den größten Teil der Bevölkerung zu ignorieren. Wenn ein Laie einen Artikel über Depressionen liest, daraufhin fälschlicherweise bei sich selbst eine Depression diagnostiziert und sich selbst behandelt, dann ist dies die Schuld jener Person.

Josh Brown, einer der klügsten Investoren und Finanzautoren, den ich kenne, sagte mir vor Kurzem, dass dies auch für die Finanzmedien gilt.

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Lass mich dir etwas Interessantes über die Finanzmedien erzählen. Von allen verschiedenen Arten von Nachrichten sind die Finanzmedien die Einzigen, die eine Verantwortung für das haben sollen, was sie schreiben. Wenn du an Mode, Kunst, Sport oder Hollywoodgetratsche denkst– große Kategorien in den Nachrichten, die Finanznachrichten übertreffen – gibt es keine Verantwortung. Die Leute schauen nicht ESPN und denken, dass sie Football mit einem 150 Kilo schweren Typen spielen sollen. Aber wenn sie Finanznachrichten anschauen oder Wirtschaftsnachrichten, dann gehen sie den nächsten Schritt und sagen: „Ich muss jetzt handeln. Ich muss etwas tun.“

Ein Teil davon ist die Schuld der Medien. Das Wort handlungsbezogen wird ständig verwendet. Handlungsbezogen für wen? Ich weiß es nicht. Es ist einfach handlungsbezogen. Aber ein Großteil der Verantwortung liegt bei der Öffentlichkeit. Und ich denke, der häufigste Fehler ist, dass sich die Leute auf die Nachrichten von heute konzentrieren. Sie schauen sich an, wie die Aktien heute stehen und was den Markt im Moment bewegt. Aber sie haben keine Ahnung davon, wie man investiert.

Jeder, der Finanznachrichten liest, hat die Verpflichtung, sich selbst zu kennen. Der Experte kann das nicht. Er kennt weder deine Risikobereitschaft, dein Alter, deine berufliche Sicherheit noch deine Erfahrung. Du musst diese Dinge selbst kennen, damit du weißt, welche Finanznachrichten für dich relevant sind und welche nicht. Wenn du das nicht weißt, könnte es passieren, dass du eine glückliche Person bist, die einen Artikel über Depression liest und sich fragt, ob sie einen Arzt aufsuchen sollte.

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und am 11.07.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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