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Diese Folgen hat der Brexit für Steuern, Brokerwahl und Aktienhandel

BILDQUELLE: CC0 Public Domain.

Panik ist jetzt sicherlich nicht angebracht, aber Anleger sollten sich trotzdem gut überlegen, wie sehr ihr Depot von britischen Gesetzen und Finanzdienstleistern abhängig ist. Das könnte mehr sein, als die meisten denken.

Bis klar wird, welche Auswirkungen der Brexit wirklich haben wird, sollten Anleger, wenn sie die Wahl haben, lieber auf deutsche oder europäische Alternativen ausweichen.

Steuern könnten komplizierter werden, als sie es heute sind

Die gute Nachricht ist, dass auch bisher die Steuern innerhalb der EU kaum vereinheitlicht waren. Eines der großen Ärgernisse ist oftmals, dass in vielen Ländern eine Quellensteuer, meistens auf Dividenden, einbehalten wird, die sich Anleger mühsam rückerstatten lassen müssen.

Großbritannien hat bisher auf die Quellensteuer verzichtet und hat deutschen Anlegern die Arbeit damit stark erleichtert. Nur um die Stamp Duty in Höhe von 0,5 % kommt niemand beim Kauf britischer Aktien herum.

Komplizierter könnte es bei Investmentfonds werden. Da es in Großbritannien viele große Vermögensverwalter gibt, besitzen auch viele Deutsche Anteile an britischen Fonds, meistens in der Form von einer sogenannten Open-Ended Investment Company, kurz OEIC. Bisher war das relativ unproblematisch und man musste nur wie bei allen nicht-deutschen Fonds die Thesaurierungsbeträge in der Steuer angeben.

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Falls sich Großbritannien und die EU allerdings nicht auf neue Regeln einigen können, besteht die Möglichkeit, dass diese Fonds für deutsche Anleger deutlich komplizierter werden. In der Zwischenzeit sollten Anleger bei Neuinvestitionen vielleicht besser europäische Fonds bevorzugen, vor allem wenn man sie als gleichwertig betrachtet. Britische Fonds erkennt man in der Regel daran, dass deren ISIN, die internationale Kennnummer, mit GB beginnt.

Brokerwahl – die Gefahr lauert im Detail

Die meisten Anleger machen Gebrauch von kostengünstigen Online-Brokern, von denen es mittlerweile viele verschiedene in Deutschland gibt. Was aber nur wenige wissen, ist, dass nicht alle davon das Depot in Deutschland verwahren.

Besonders unter den trading-orientierten Brokern gibt es welche, die das Depot in Großbritannien verwahren. Das erkennt man normalerweise daran, dass die Abgeltungssteuer nicht wie üblich von der Depotbank direkt abgeführt wird, sondern vom Anleger mit der eigenen Steuererklärung gezahlt werden muss. Ob das auch in Zukunft weiterhin problemlos funktioniert, ist noch offen und wer ein neues Depot eröffnet, sollte besser auf einen deutschen Anbieter zurückgreifen.

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Der Börsenhandel könnte positiv überraschen

Die gute Nachricht ist, dass der Börsenhandel britischer Aktien eigentlich nur noch besser werden kann. Man würde vermuten, dass es einfach ist, in London Aktien zu handeln, das ist aber bei den meisten deutschen Brokern nicht der Fall und es gibt oftmals noch immer hohe Gebühren und komplizierte Konditionen.

Falls die Deutsche Börse (WKN: 581005) und die London Stock Exchange (WKN: A0JEJF) nun also trotzdem fusionieren, ist ziemlich wahrscheinlich, dass der Börsenhandel für deutsche Anleger in London nach dem Brexit sogar einfacher als vorher sein wird.

Das wäre wenigstens ein kleiner Trost für Anleger, die sich von einem Brexit nicht beirren lassen wollen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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